Tobis Film: Amenábar´s Agora - Die Säulen des Himmels im Kino

Pic

Alexandria, im Jahr 391 nach Christus. An der berühmten Bibliothek lehrt die ebenso schöne wie kluge Philosophentochter Hypatia (Rachel Weisz) Mathematik und Astronomie. Bei ihren Schülern ist die selbstbewusste Wissenschaftlerin sehr beliebt, ihre männlichen Kollegen aber beobachten sie mit Argwohn. Nicht nur weil sie eine Frau ist, sondern auch weil sie äußerst moderne Thesen vertritt. Mit wachsender Leidenschaft widmet sich Hypatia den elementaren Fragen des Sonnensystems - und das lange vor Kopernikus und Galileo!

Mit ihren Erkenntnissen erntet sie jedoch nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern zieht auch den Groll der erstarkenden Christen auf sich. Als es in der altägyptischen Weltstadt zwischen Heiden und Christentum zum Glaubenskrieg kommt, gerät Hypatia zwischen die Fronten. Und auch privat ist sie hin- und hergerissen zwischen dem Sklaven Davus (Max Minghella) und ihrem noblen Schüler Orestes (Oscar Isaac). Doch statt sich in die schützenden Arme der Liebe zu retten, stürzt sich Hypatia in ihren ganz persönlichen Glaubenskrieg und kämpft für das einzig gültige Prinzip ihrer Lehre: das Ideal der Wahrheit!

Fünf Jahre nach dem intensiven, Oscar-prämierten Drama Movie “Das Meer in Mir” nimmt der spanische Filmemacher Alejandro Amenábar die Zuschauer mit auf eine faszinierende Reise in die Vergangenheit: Im Alexandria des vierten Jahrhunderts, einer pulsierenden Metropole der späten Antike, droht der wachsende Einfluss des Christentums die friedliche Koexistenz der verschiedenen Kulturen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die mächtige Stadt am Rande des langsam zerfallenden Römischen Reiches wird von Unruhen erschüttert, die vom Herannahen eines neuen Zeitalters künden. Inmitten dieser aufgeladenen Atmosphäre sucht die Philosophin Hypatia mit ihren Schülern nach Antworten auf die elementaren Fragen des Lebens und den Gesetzen, die den Kosmos regieren. Doch Engstirnigkeit und Dogmatismus, Machtgier und der Hass auf Andersdenkende breiten sich unaufhaltsam in den Straßen der Stadt aus und machen auch vor den Mauern der berühmten Bibliothek von Alexandria, einem legendären Hort des Wissens, nicht halt. Ist Hypatias Welt, die Welt der Denker und Philosophen, zum Sterben verurteilt?

Der Tobis Filmverleih bringt Alejandro Amenábar´s Historien-Drama Movie “Agora - Die Säulen des Himmels” am 11. März 2010 in die deutschen Kinos - alle Infos dazu findet Ihr unter mehr

DE Agora - Die Säulen des Himmels
OT: ES Agora
WT: UK Mists of Time AT: PORT Ágora

Pic
Genre:
p Abenteuer | Drama | Geschichte
Land:
p ES
Jahr:
p 2009
Links:
p USA Externer Link www.imdb.com
p DE Externer Link www.ofdb.de
p DE www.agora-derfilm.de
 
dt. Kinostart:
11. März 2010
 
FSK:
Pic

Regie:
p Alejandro Amenábar
Drehbuch:
p Alejandro Amenábar (Drehbuch)
p Mateo Gil (Drehbuch)
Musik:
p Dario Marianelli
Kamera:
p Xavi Giménez
Schnitt:
p Nacho Ruiz Capillas
Produzenten:
p Álvaro Augustín (Producer)
p Fernando Bovaira (Producer)
p Simón de Santiago (Executive Producer)
p Jaime Ortiz de Artiñano (Executive Producer)
p José Luis Escolar (Line Producer)
 
Darsteller:
p Rachel Weisz - Hypatia
p Max Minghella - Davus
p Oscar Isaac - Orestes
p Ashraf Barhom - Ammonius
p Michael Lonsdale - Theon
p Rupert Evans - Synesius
p Richard Durden - Olympius
p Sami Samir - Cyril
p Manuel Cauchi - Theophilus
p Homayoun Ershadi - Aspasius
p Oshri Cohen - Medorus
p Harry Borg - Prefect Evagrius
p Charles Thake - Hesiquius
p Yousef ‘Joe’ Sweid - Peter
 

Pic
Pic
Pic

Im Jahr 391 nach Christus ist das stolze Alexandria wie die gesamte Provinz Ägypten Teil des Römischen Weltreichs. An der berühmten Bibliothek der nordafrikanischen Metropole lehrt die ebenso schöne wie kluge Hypatia (Rachel Weisz) Philosophie, Astronomie und Mathematik. Im Unterrichtssaal beschreibt sie den Kreis als die vollkommenste Form im Universum und lässt ihre Schüler Überlegungen darüber anstellen, welche geheimnisvolle Kraft die Dinge, allen voran die mächtigen Himmelskörper, an ihrem Platz hält. Mit im Saal ist auch Hypatias junger Sklave Davus (Max Minghella), der die gelehrten Diskussionen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Dass Orestes (Oscar Isaac), einer der Schüler, seine Herrin nach dem Unterricht mit zärtlichen Worten umschmeichelt, beobachtet Davus mit finsterer Miene.

Gemeinsam mit ihrem Vater, dem Philosophen und Bibliotheksleiter Theon (Michael Lonsdale) amüsiert sich Hypatia über Orestes’ forsche Annäherungsversuche. Zu Hause arbeiten Vater und Tochter an mathematischen Studien, sie sind ein eingespieltes Team. Am Abend nimmt Hypatia ein Bad. Davus, immer in ihrer Nähe, ist auch fürs Abtrocknen zuständig. Der Sklave genießt diese intimen Momente mit seiner Herrin - und weiß doch, dass seine Liebe hoffnungslos ist.

In den Straßen Alexandrias wimmelt es von Menschen. Auf der Agora, dem großen Versammlungsplatz im Zentrum, kommt es an einem Feuer zu Ehren einer Gottheit zum Streit zwischen einem Heiden und dem Mönch Ammonius (Ashraf Barhom), der verkündet, er werde zum Beweis der Existenz Gottes durch die Flammen gehen. Ammonius durchquert das Feuer unter den erstaunten Blicken der Umstehenden, zu denen auch Theon gehört, unbeschadet. Dann fordert er, unterstützt von einem zweiten Mönch, der wie er zur christlich-militanten Bruderschaft der Parabolani gehört, seinen Widersacher auf, es ihm zu Ehren seiner Götter nachzutun. Die beiden Männer stoßen den sich heftig wehrenden Mann brutal in die Flammen. Theon verfolgt den Vorfall mit Entsetzen.

Theon stellt seine Sklaven zur Rede. Er hat ein Kreuz, das Symbol der Christen, in seinem Haus gefunden und fordert den Besitzer auf, sich zu erkennen zu geben. Schließlich tritt eine Sklavin ängstlich weinend hervor. Bevor sich Theons Zorn auf sie entladen kann, bekennt Davus, ebenfalls an Christus zu glauben und bittet seinen Herrn, die Strafe gegen ihn zu richten. Theon nimmt die Bestrafung selbst vor: Er peitscht Davus aus. Hypatia hat Mitleid mit ihrem Diener. Sie geht ins Sklavenquartier, um seine Wunden zu versorgen. Dabei entdeckt sie voller Überraschung eine erstaunliche Holzkonstruktion, die Davus gebaut hat: das geozentrische Weltmodell von Ptolemäus. Hypatia begreift, dass auch Davus ihr Schüler ist.

Davus darf sein Weltenmodell am nächsten Tag in der Klasse vorführen. Dass Sonne und Mond, Planeten und Sterne die Erde auf perfekten Kreisbahnen umlaufen, dabei aber selbst noch eigene Kreisbahnen beschreiben sollen, veranlasst Orestes zu lästerlichen Bemerkungen über die Kompliziertheit und Unvollkommenheit der Schöpfung. Davon fühlt sich Synesios (Rupert Evans), ein Christ, herausgefordert. In Gottes Werk gebe es nichts Unvollkommenes. Bevor die Streithähne aneinander geraten können, schlichtet Hypatia: Wenn zwei Dinge sich gleich zu einem dritten verhielten, so seien sie auch zueinander gleich. Sie alle verbinde viel mehr, als sie trenne, ermahnt sie ihre Schüler: “Wir sind Brüder”.

Wieder spricht Ammonius auf der Agora zu den Leuten. Voller Inbrunst erzählt er vom Königreich Gottes. Als er den aufmerksam zuhörenden Davus in der Menge bemerkt, spricht er ihn an und nimmt ihn mit, um ihm ein “Wunder” zu zeigen. Davus sieht Theophilos (Manuel Cauchi), den Bischof von Alexandria, bei einer Predigt und lernt von Ammonius, wie viel Freude es bringt, wenn man mit den Armen und Hungernden sein Brot teilt. Ammonius erklärt sichtlich zufrieden, dass Davus ein guter Parabolano-Soldat wäre.

Pic
Pic
Pic

Im Amphitheater amüsieren sich Theon und Hypatia bei einer Aufführung, als plötzlich Orestes die Bühne erklimmt und Hypatia eine öffentliche Liebeserklärung macht. Während Hypatia der Vorfall sehr unangenehm ist, betet Davus am Abend heimlich zu Gott, dass kein anderer Mann Hypatia je besitzen möge. Am nächsten Tag erklärt Hypatia vor ihrer Klasse, dass sie ein Geschenk für Orestes habe. Dessen Lächeln versteinert, als sie ihm ein Tuch überreicht - getränkt mit dem Blut ihrer Menstruation. So wenig perfekt sei sie, erklärt Hypatia, so sehr weiche sie von dem Idealbild ab, das Orestes sich von ihr mache. Während Orestes erbost aus dem Saal stürmt, ruft ein Diener Hypatia und ihre Schüler zu Olympius (Richard Durden). Als der Saal leer ist, hebt Davus das weggeworfene blutige Tuch auf - und dankt Gott.

Die Christen seien in der Agora und verhöhnten die Götter, berichtet Olympius aufgebracht und fordert von Theon eine Entscheidung. Hypatia argumentiert vehement gegen ein gewaltsames Vorgehen, doch Theon erklärt, dieser Frevel müsse vergolten werden. Es kommt zu blutigen Kämpfen zwischen Heiden und Christen mit Opfern auf beiden Seiten. Auch Theon wird schwer verletzt. Als die Parabolani erscheinen, werden die Heiden in die Tempelanlage des Serapeums zurückgedrängt. Es gelingt ihnen gerade noch, das riesige Tor vor den heranstürmenden Massen zu verriegeln. Einige Christen sind mit eingeschlossen worden, doch Orestes stellt sich schützend vor sie. Hypatia und Orestes pflegen den schwer verletzten Theon. Nachts flieht Synesios mit den anderen Christen aus dem Tempel, nicht ohne sich von der schlafenden Hypatia liebevoll zu verabschieden. Davus, der die Szene beobachtet hat, genießt in der schützenden Dunkelheit die Nähe zu seiner Herrin und wagt es, zärtlich ihren Fuß zu berühren.

Am nächsten Tag diskutieren die Heiden im immer noch belagerten Serapeum, wie es weitergehen soll. Theon, der ahnt, dass er seine Verletzungen nicht überleben wird, sorgt sich um seine Tochter. Hypatia besänftigt ihn und sagt, sie sei frei. Nachts betrachtet sie die Sterne. Ihr wird klar, dass Orestes’ Lästereien gegen das Weltmodell berechtigt sind. Die Mechanismen des Kosmos müssen einfacher sein, als Ptolemäus glaubte. Auch das heliozentrische Weltbild des Aristarchos wird in dieser Nacht diskutiert, aber das, so einer der Philosophen, sei völlig abwegig. Dennoch grübelt Hypatia weiter. Vielleicht sei die Erde ja auch in Bewegung?

Am nächsten Tag verliest ein Bote vor dem Tor die Entscheidung des römischen Präfekten: Die Unruhen müssen sofort beendet werden, erklärt er unter dem Jubel der Heiden. Doch dann fährt er fort: Das Serapeum und die Bibliothek müssen freigegeben werden, die Christen haben ab sofort freien Zugang. Diesmal sind sie es, die jubeln. Die Philosophen wissen, was das bedeutet: Verzweifelt versuchen sie, so viele Schriftrollen wie möglich vor dem Mob zu retten, der bereits dabei ist, das Tor aufzubrechen. Davus sorgt sich um die Sicherheit seiner Herrin, doch Hypatia verliert die Nerven und herrscht ihn an, er sei ein Idiot, der nie da sei, wenn er gebraucht werde. In letzter Sekunde räumen sie die Bibliothek. Kurz darauf bricht das Tor auf und die Christen strömen herein. Davus, der mit einem Messer in der Hand zurückgeblieben war, um sich den Angreifern zu stellen, begreift, dass niemand etwas von ihm will: Die Christen akzeptieren Sklaven als ihresgleichen. Gemeinsam mit Ammonius lässt er seinem Hass gegen seine Herren freien Lauf und stürzt eine Statue um. Binnen weniger Minuten haben die Christen die weihevolle Atmosphäre der Bibliothek und das gesammelte Wissen von Jahrhunderten zerstört.

Am Abend erfährt Hypatia, die sich in die Sicherheit ihres Hauses gerettet hat, vom Tod ihres Vaters. Wenig später steht plötzlich der bewaffnete und verwirrt wirkende Davus vor ihr. Er bedrängt Hypatia, küsst sie gegen ihren Willen, lässt dann aber weinend von ihr ab und reicht ihr sein Messer, damit sie ihn tötet. Hypatia wirft die Waffe weg und erklärt, Davus sei frei. Er läuft davon.

Nach dem Abebben der Gewalt kehrt wieder Ruhe in Alexandria ein. Die Christen gehen als klare Sieger aus den Kämpfen hervor. Neue Gesetze der römischen Regierung gegen die Heiden werden verkündet. Viele von ihnen konvertieren daraufhin zum Christentum. Für einige Jahre erlebt Alexandria eine Phase des friedlichen Miteinanders. Das ändert sich, als Theophilos, das Kirchenoberhaupt Alexandrias, stirbt und sein Neffe Kyrill (Sammy Samir) sein Nachfolger wird. Schon bald kommt es im Amphitheater zu einer Steinwurfattacke der Parabolani auf jüdische Zuschauer. Die Juden sind das neue Ziel der Parabolani im Kampf um die Vorherrschaft in der Stadt. Orestes, der inzwischen zum Präfekten Alexandrias aufgestiegen und zum Christentum konvertiert ist, diskutiert mit seinen Beratern besorgt die Situation.

Pic
Pic
Pic

Hypatia und Orestes, die einander immer noch freundschaftlich verbunden sind, machen einen gemeinsamen Schiffsausflug vor der Küste. Hypatia hat ein Experiment vorbereitet. Vom Mast des Schiffes lässt ein Diener einen Sandsack fallen. Dass er genau senkrecht fällt, wertet sie als weiteres Indiz dafür, dass am geozentrischen Modell etwas nicht stimmt. Orestes beeindruckt die Vorführung nicht. Die Welt sei nun mal nicht perfekt, aber sie funktioniere, erklärt der ewige Pragmatiker. Hypatia lässt sich nicht beirren. Mit ihrem Assistenten Aspasius (Homayoun Ershadi) forscht sie weiter.

Die Spirale der Gewalt kommt wieder in Gang: Diesmal sind es die Parabolani, die in eine Falle gelockt und mit Steinen attackiert werden. Wieder gibt es viele Opfer. Am nächsten Tag hetzt Kyrill gegen die Juden. Unter dem Jubel der Massen erklärt er, es sei Gottes Wille, dass sie für immer verflucht seien und aus der Stadt verbannt werden müssten. Ein furchtbares Massaker an den Juden erschüttert Alexandria in den folgenden Tagen. Hypatia fordert von Orestes, einzuschreiten. Der Präfekt erklärt, als Christ könne er sich nicht gegen Christen stellen. Hypatia hält ein leidenschaftliches Plädoyer für Vernunft und Frieden. Bisher, so stellt sie fest, sei der neue Gott keinen Deut besser als die alten Götter. Kurz darauf erhält sie Besuch von Synesios, der inzwischen Bischof von Kyrene ist. Die Freundschaft zwischen den beiden hat Bestand, auch wenn der Kirchenmann für den ungebrochenen Wissensdrang Hypatias nur noch wenig Interesse aufbringt.

Kyrill kündigt an, die kriegerischen Handlungen zu beenden. Er lädt die römischen Würdenträger zum Gottesdienst in der ehemaligen Bibliothek ein. Orestes und seine Amtskollegen sind dazu bereit, doch Hypatia lehnt ab. Sie glaube einzig an die Philosophie, erklärt sie. Im Gottesdienst liest Kyrill aus der Bibel. Kein Mann solle auf die Worte einer Frau hören, das sei Gottes Wille. Es ist ein offener Angriff gegen die “Hexe” Hypatia. Erst jetzt begreift Orestes, was gespielt wird. Doch da ist es zu spät: Kyrill lässt alle römischen Würdenträger niederknien, um ihre Loyalität zu demonstrieren. Als Orestes sich weigert und wütend die Bibliothek verlässt, beschimpfen ihn die Parabolani, und Ammonius schleudert einen Stein gegen seinen Kopf.

Hypatia erfährt von Kyrills Beschuldigungen. Sie soll zur Sicherheit ihr Haus nicht verlassen. Ammonius, der für seinen Angriff auf den Präfekten getötet wurde, wird von Kyrill zum Märtyrer und Heiligen erklärt. Währenddessen kommt es zwischen dem nur leicht verletzten Orestes und Synesios zur Konfrontation. Zunächst fordert Orestes von seinem alten Freund Loyalität gegen Kyrill. Doch Synesios dreht den Spieß um und erklärt, er könne Orestes nur helfen, wenn dieser sich bedingungslos zu seinem christlichen Glauben bekenne. Schließlich bringt er den innerlich gebrochenen Präfekten dazu, niederzuknien.

Davus, der inzwischen zu den Parabolani gehört, hört schweigend mit an, wie die Mönche ihrem Hass auf Hypatia freien Lauf lassen. Doch auch wenn die Philosophin körperlich in ihrem Haus eingesperrt ist: Ihr Geist ist frei. Und so löst sie, unbeirrt davon, dass sich draußen die feindliche Stimmung gegen sie immer mehr hochschaukelt, das größte astronomische Rätsel ihres Lebens: Nicht die Erde, ja noch nicht einmal der unantastbar perfekte Kreis, sind im Kosmos das Maß aller Dinge. Lange vor den Astronomen der Neuzeit entdeckt Hypatia die Mechanik des Sonnensystems!

Am nächsten Morgen verlässt Davus das Quartier der Parabolani und rennt los. Er weiß, dass seine frühere Herrin in großer Gefahr ist und will Hypatia warnen. Doch die ist bei Orestes in der Präfektur. Alle Würdenträger sollen getauft werden, heißt es dort. Und auch sie gehöre dazu. Einmal mehr weigert Hypatia sich. Orestes und Synesios versuchen sie gemeinsam umzustimmen und erinnern sie an das Gleichheits-Argument aus ihrer Vorlesung. Hypatia macht ihren Freunden unmissverständlich klar, dass sie als Philosophin zum Zweifeln verdammt sei und deshalb niemals glauben könne. Orestes ist bestürzt, denn er weiß, dass er sie nun nicht länger schützen kann. Hypatia verabschiedet sich von ihm und geht davon, eine Schutzeskorte lehnt sie ab.

Davus läuft durch die Straßen, immer noch auf der Suche nach Hypatia. Doch er kommt zu spät. Die Parabolani haben sie festgenommen und bringen die “Hexe” unter Schmähungen zur Bibliothek. Hypatia fügt sich erhobenen Hauptes in ihr Schicksal. Nun muss Davus sich entscheiden: Kann er die Frau, die er liebt, noch retten? Oder gehört seine Loyalität den Parabolani?

Pic
Pic
Pic

Fünf Jahre nach dem intensiven, Oscar-prämierten Drama Movie “Das Meer in Mir” nimmt der spanische Filmemacher Alejandro Amenábar die Zuschauer mit auf eine faszinierende Reise in die Vergangenheit: Im Alexandria des vierten Jahrhunderts, einer pulsierenden Metropole der späten Antike, droht der wachsende Einfluss des Christentums die friedliche Koexistenz der verschiedenen Kulturen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die mächtige Stadt am Rande des langsam zerfallenden Römischen Reiches wird von Unruhen erschüttert, die vom Herannahen eines neuen Zeitalters künden. Inmitten dieser aufgeladenen Atmosphäre sucht die Philosophin Hypatia mit ihren Schülern nach Antworten auf die elementaren Fragen des Lebens und den Gesetzen, die den Kosmos regieren. Doch Engstirnigkeit und Dogmatismus, Machtgier und der Hass auf Andersdenkende breiten sich unaufhaltsam in den Straßen der Stadt aus und machen auch vor den Mauern der berühmten Bibliothek von Alexandria, einem legendären Hort des Wissens, nicht halt. Ist Hypatias Welt, die Welt der Denker und Philosophen, zum Sterben verurteilt?

Movie “Agora - Die Säulen des Himmels”, der neue Film des Regisseurs von Movie “The Others” und Movie “Open your Eyes”, ist ein überwältigender Trip durch Raum und Zeit, der verblüffende Parallelen zwischen einer längst vergangenen Epoche und unserer heutigen Welt aufzeigt. Die Zuschauer erleben in atemberaubenden Bildern ein realistisch anmutendes, antikes Alexandria und sehen dank innovativer Technik sogar den Himmel, wie er vor 1600 Jahren über dem Mittelmeer erstrahlte. Alejandro Amenábar´s ehrgeiziges Multimillionen-Euro-Epos avancierte 2009 in seinem Heimatland mit mehr als 3 Millionen Besuchern bereits zum erfolgreichsten spanischen Film des Jahres und gilt mit insgesamt 13 Goya-Nominierungen als absoluter Favorit bei der diesjährigen Verleihung des spanischen Filmpreises.

Wie der Schauplatz von Movie “Agora - Die Säulen des Himmels”, so ist auch das Produktionsteam dieses ungewöhnlichen, in englischer Sprache gedrehten Monumentalfilms aus Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammengesetzt. Zum Cast gehören neben der britischen Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz (Movie “Der ewige Gärtner”) als Hypatia von Alexandria und ihrem Landsmann Max Minghella (Movie “Syriana”) in der Rolle des Sklaven Davus, so erstklassige Darsteller wie Oscar Isaac (Movie “Der Mann, der niemals lebte”), der französische Schauspiel-Veteran Michael Lonsdale (Movie “Goyas Geister”), Ashraf Barhom (Movie “Operation: Kingdom”), Rupert Evans (Movie “Hellboy”), Homayoun Ershadi (Movie “Drachenläufer”) und Sammy Samir (Movie “München”).

Anmerkung: Agora bezeichnete im antiken Griechenland einen großen Versammlungsplatz im Zentrum einer Stadt. Die Agora war häufig auch durch Tempelbauten definiert und damit sowohl politischer als auch religiöser Mittelpunkt einer antiken Stadt.

Pic
Pic
Pic

Movie “Agora - Die Säulen des Himmels”, der am 11. März 2010 in den deutschen Kinos startet, erzählt die fesselnde, wahre Geschichte von Hypatia, einer frühen Gelehrten und Astronomin im Alexandria des 4. Jahrhunderts. Europa und der gesamte Mittelmeerraum befanden sich zu dieser Zeit im Umbruch, weil fundamentalistische Kräfte die alten Hierarchien immer mehr ins Straucheln brachten. Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?

Doch wie lebten die Menschen zu jener Zeit? Welche Errungenschaften von damals sind heute ganz normal für uns? Oder leben wir teilweise immer noch wie vor 2.000 Jahren?

Ausgetreten: Hypatia selbst glaubte nur an die Philosophie und benötigte keine religiösen Erklärungsmodelle, um die Ordnung der Welt zu verstehen. Sie vertraute auf ihre Vernunft. Ganz ähnlich sehen das 2.000 Jahre Kirchenherrschaft später wohl auch immer mehr Deutsche. So traten im Jahr 2007 rund 224.000 Menschen in Deutschland aus der Kirche aus, 2008 waren es schon um die 290.000.

Sandalenträger: Frische Luft an den Füßen ist gesund und verhindert Schweißgeruch. Das wussten schon damals die Menschen in Alexandria. Sandalen haben sich bis heute gehalten und tauchen immer wieder als Modetrend auf. Traurigerweise haben wir inzwischen die Tennissocken erfunden …

Sternenleser: Hypatia war nicht nur eine angesehene Philosophin und Mathematikerin, auch der Astronomie war sie sehr zugewandt. Sie entwickelte sogar Geräte, mit denen man Stern- und Sonnenpositionen bestimmen konnte und entdeckte vermutlich schon damals, dass sich die Erde ellipsenförmig um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Heute weiß das zwar jedes Kind, aber bis die Menschheit Hypatias Thesen erstmals wieder in Erwägung zog (namentlich in Person eines gewissen Herrn Kopernikus), verstrich noch ein ganzes Jahrtausend.

Haarbändiger: Trotz aller Hochsteckspangen, Zopfgummis und Lockenfestiger macht es die moderne Frau gerne der alten Mode nach: Gewellte oder glatte Knotenfrisuren mit schlichten Zierbändern sind schlicht, nicht aufwändig und elegant. Rachel Weisz als Hypatia steht dieser Look prima!

Schöngeister: Jahrtausendelang galt Kleopatras Pflegekonzept als ziemlich exzentrisch, doch die letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches ( * 69 v. Chr.; † 12. August 30 v. Chr. in Alexandria) lag mit ihrem Milchbad goldrichtig: Milch hilft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern und stärkt deren natürlichen Säureschutzmantel. Besonders bei gereizter oder durch Allergien und Neurodermitis geplagter Haut zeigt Milch entspannende und lindernde Wirkung.

Aufgebracht: Insbesondere gegen Ende des römischen Reiches kam es immer wieder zu Ausschreitungen unter den Anhängern verschiedenster Glaubensrichtungen – meistens handelte es sich dabei um spontane, gewalttätige Zusammentreffen, in denen jede Gruppe ihre Position handfest versuchte zu verdeutlichen. Das ist heute glücklicherweise etwas aus der Mode gekommen. Dafür haben wir aber einen neuen Trend daraus gemacht, „Flashmob“ genannt. Das Prinzip ist dasselbe – nur friedlicher.

Selbstbestimmtes Leben: Hypatia wollte keine Bindung zu einem Mann eingehen, da dies mit einem Ende ihrer selbstbestimmten Lebensweise einhergegangen wäre. Damit entschied sie sich auch gegen Kinder, denn dafür hätte sie ihre Lehrtätigkeit in der berühmten Bibliothek von Alexandria für immer aufgeben müssen. Wie modern Hypatia mit dieser Einstellung war, belegt die Geschichte: Die erste Welle der modernen Frauenbewegung erreichte uns erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts, die zweite folgte hierzulande in den 60er Jahren – und damit knapp 2.000 Jahre nach Hypatia!

Mit dem monumentalen Epos Movie “Agora - Die Säulen des Himmels” hat Regisseur Alejandro Amenábar, dessen Drama Movie Das Meer in mir” vor fünf Jahren den Oscar gewann, einen authentischen, eindrucksvollen Bilderbogen geschaffen, der das Alexandria von damals hautnah erlebbar macht. Ein wuchtiges Kinoerlebnis, das zusammen mit der einmaligen Darstellung von Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz den Gang ins Kino auf jeden Fall lohnt.

Movie “Agora - Die Säulen des Himmels” - Jetzt im Kino!

Quelle: Tobis Film
Plakat + Pics: © 2010 Tobis Film
Hinweis: Alle Angaben ohne Garantie auf Vollständigkeit und Aktualität

Pic

Kommentare zu “Tobis Film: Amenábar´s Agora - Die Säulen des Himmels im Kino”

  1. chilidog schrieb:

    Mein Kinofilm #7 in diesem Jahr:

    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vom spanischen Regisseur Alejandro Amenábar noch nicht wirklich viele Film kenne - dennoch ist mir als Genre-Fan sein Name natürlich ein Begriff und dies liegt hauptsächlich am Film “Tesis”, den er 1996 gedreht hatte. Neben diesem kenn ich leider nur noch “The Others” aus dem Jahre 2001 und zu “Open your Eyes” wenigstens noch das US-Remake “Vanilla Sky” - aber das zählt nicht wirklich :). Das spanische Original, sowie “Das Meer in mir” werden aber baldigst nachgeholt - versprochen!!!

    Schwer zu sagen, was mich letzten Montag (1. Februar) an “Agora - Die Säulen des Himmels” so gereizt hat, dass ich mittags doch zur Pressevorführung ins Atelier am Bollwerk (cooler Name für ein Kino) gefahren bin. Auf jeden Fall bin ich nicht enttäuscht aus dem Kino raus - auch wenn es natürlich kein 100% Film für mich war und ist.

    Die Story ist schon interessant, auch wenn ich mit den Glaubenskriegen und all dem religiösen Zeugs nicht wirklich was anfangen kann - bin selbst weder Christ noch gehöre ich einer anderen Religionsgemeinschaft an und bin auch sehr froh darüber - aber dies ist eine anderen Geschichte, die hier nicht her gehört!

    Mit einem geschätzten Budget von 73 Mio € hat der spanische Regisseur einen schönen und aufwendigen Film auf die Beine gestellt. Gedreht wurde ausschließlich auf Malta - dort wo zuvor u.a. auch schon Teile von “Troja” und “Gladiator” gedreht wurden. Mit Rachel Weisz hat Alejandro Amenábar eine wundervolle und sehr starke Hauptdarstellerin gefunden, die mich voll und ganz überzeugen konnte und die aus dem Film auch eine Menge herausholt.

    Meine Wertung: 7 / 10 Punkte wohl verdiente Punkte!!!

o Kommentar eintragen: