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Penelope und Irma sind zwei buchstäblich atemberaubende Schönheiten - im Auftrag des Verbrechergenies Carl Petersen ermorden sie reiche Ölmillionäre, die den Kunden Petersens im Weg stehen. Doch als die beiden einen guten Freund von Versicherungsagent Hugh Drummond ermorden, legen sie sich mit dem Falschen an. Der ehemalige Kriegsveteran und Träger des schwarzen Gürtels heftet sich erst im Alleingang und dann gemeinsam mit seinem Neffen Robert an ihre Fersen und folgt ihnen bis auf die Festung ihres Auftraggebers. Dort kommt es zum Showdown…
Lockere Sprüche, heiße Action und schöne Frauen - das wird nun schon über vier Jahrzehnte in den Filmen um Top-Agent James Bond zelebriert. Dass es auch mal anders gehen kann, beweist “Heisse Katzen - Deadlier Than the Male”. Denn hier haben die Frauen die Hosen an und lassen den männlichen Helden ganz schön alt aussehen. Das Duo Penelope und Irma - beide Rollen ideal besetzt mit Sylva Koscina und Elke Sommer - zeigt sich souveräner und abgebrühter als so mancher männliche Kollege. Die Killer-Ladys bringen nicht nur einen Mann nach dem anderen um die Ecke, sie sehen dabei in ihren offenherzigen Outfits auch noch verdammt gut aus und haben meist noch einen zynischen Kommentar für ihr Opfer übrig. Bezeichnend hierfür ist eine Szene, in der Penelope und Irma einen störrigen Geschäftsmann aus dem Weg räumen. Zuerst wird er verführt, dann gelähmt und schließlich bei vollem Bewusstsein, aber hilflos, aus dem Fenster geworfen. Vorher wird der Arme freilich noch darüber aufgeklärt, dass das Gift in seinem Körper keine Spuren hinterlässt und sein Tod so wie ein Unfall aussieht. Dabei erinnern Irma und Penelope ein wenig an James Bond, wie er von Sean Connery dargestellt wurde. Auch er durfte damals durchaus so richtig gemein sein und schon mal einen wehrlosen Mann von hinten erschießen - nur das Irma und Penelope auf der Seite der Bösen stehen und Anti-Helden durch und durch sind.
Damit das männliche Publikum von soviel Frauenpower aber nicht ganz abgeschreckt wird, präsentiert man mit Hugh Drummond einen Gegenpart, mit dem Mann sich nur allzu gerne identifiziert. Er ist genauso cool wie sein Kollege vom MI5 und hat mindestens einen genau so hohen Frauenverschleiß - Drummond allerdings kann auch mal eine willige Schönheit eiskalt abblitzen lassen. So beißt sich am Ende selbst das sexy Killerduo an ihm die Zähne aus. Wie sie hat Drummond dabei immer einen lockeren Spruch auf den Lippen - selbst wenn es um Kopf und Kragen geht. So basiert der extrem hohe Unterhaltungsfaktor dieser Produktion auch nicht nur auf der - wohlgemerkt handwerklich einwandfrei inszenierten - Action, sondern ganz besonders auf den feinsinnigen Dialogen und einer gewaltigen Prise Humor. Obwohl der Film durchaus recht ernst sein kann, wird dem Zuschauer immer auch Grund zum Schmunzeln gegeben - darin liegt die eigentliche Stärke von “Heisse Katzen”. Das aufwändige Produktionsdesign und die gelungenen Sets (der Film entstand genau wie die 007-Filme in den legendären Pinewood-Studios in England) tun ihr übriges, um den Film zu einem rundum gelungenen Trip in die bunten Sechziger zu machen!
Dies hat “Heisse Katzen” natürlich auch den durch die Bank guten Darstellern zu verdanken. Viele der Mimen kennt man aus diversen Bond-Streifen oder Filmen ganz ähnlicher Couleur.
Richard Johnson war ursprünglich sogar Kandidat für die Rolle des britischen Top-Agenten - lehnte die Rolle aber ab. Dafür spielt er bis heute in den verschiedensten internationalen Film und Serien-Produktionen. An der Seite von Charlton Heston spielte er den Verräter Cassius in “Julius Caesar”, während er in Lucio Fulcis “Woodoo - Schreckensinsel der Zombies” als Wissenschaftler Opfer eines Untoten wurde. Zwischen seinen Leinwandauftritten und diversen Theaterrollen fand er auch noch die Zeit zu einer Kurzehe mit Schauspielerin Kim Novak ( “Vertigo”). Johnson war übrigens auch im “Heisse Katzen”-Sequel “Some Girls Do” als Hugh Drummond dabei.
Auch die Deutsche Elke Sommer hat Erfahrung im Genre des Italo-Horrors vorzuweisen. Sie spielte in Kult-Filmen wie Mario Bavas “Der Teuflische” (in dem auch Sylvia “Penelope” Koscina zu sehen ist) genauso wie in großen Hollywood-Produktionen - wohlgemerkt meistens in der Hauptrolle. Heute widmet sich das ehemalige Playboy-Modell lieber der Malerei.
Laurence Naismith hat in “Heisse Katzen” eine ganz ähnliche Rolle wie in der Kult-Serie “Die Zwei” mit Rooger Moore und Tony Curtis, wo er den Auftraggeber der beiden Privatdetektive spielte. Milton Reid hingegen kennt man aus gleich zwei bzw. drei Bond-Filmen, nämlich “James Bond 007 jagt Dr. No” als auch “Casino Royal” und “Der Spion der mich liebte”. Hier spielt er den bulligen Leibwächter des Oberschurken, der von Nigel Green (bekannt aus Filmen wie “Ich - Dr. Fu Man Chu” und zahlreichen anderen meist europäischen Produktionen) verkörpert wird.
Wer nun die Lust verspürt, all diese bekannten Gesichter vereint in einem Film zu sehen, der kann ohne zu zögern zu der gelungenen DVD von “Heisse Katzen” der Firma Koch Media greifen. Die DVD ist abgesehen vom Cover nahezu identisch mit der bereits vor einigen Jahren erschienen Erstauflage von “Heisse Katzen”, dies ist aber nicht unbedingt ein Manko. Denn das Bild im 2,35:1 Breitwandformat ist für einen Film dieses Alters schlichtweg phänomenal. Der Bildtransfer ist anamorph kodiert und verfügt über kräftige Farben sowie eine gute Detailschärfe.
Der Ton (Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0) ist ebenso klar und die Dialoge gut verständlich, wenn auch etwas blechern klingend.
Der Film ist natürlich ungekürzt, in einer Szene scheint jedoch ein Jump-Cut vorzuliegen, der wohl auf das Master zurück zu führen ist. Als nämlich Elke Sommer Richard Johnson verführen will, ist sie zuerst angezogen, steht dann aber plötzlich ohne Oberteil da und Johnson hat eine Flasche in der Hand.
Bei den Extras wird zwar nicht wirklich viel geboten, ein kleines Schmankerl ist jedoch dabei. Dabei handelt es sich um den Trailer zur Fortsetzung “Some Girls Do”, der ebenfalls von Regisseur Ralph Thomas inszeniert wurde. Dieser hat es leider nicht in die deutschen Kinos geschafft hat, war im Gegensatz zum Vorgänger aber auch an den Kinokassen nicht allzu erfolgreich. Abgesehen von einigen Texttafeln (Infos zu Darstellern, Regisseur und “Some Girls Do”) und einer kleinen Bildergalerie findet sich dann noch der Trailer zu “Heisse Katzen”. An sich ein netter Bonus, aber gerade weil es sich um eine Neuauflage handelt, hätte man sich durchaus von der britischen Veröffentlichung eine Scheibe abschneiden können. Auf dieser findet man nämlich noch Interviews mit den Darstellern. Außerdem fehlen bei der Neuauflage die Liner-Notes von Uwe Huber.
Trotzdem, mit “Heisse Katzen” hat Koch Media einmal mehr einem Kult-Film eine adäquate DVD spendiert. Der Film ist Pflicht für Nostalgiker im Allgemeinen und Freunde alter Agenten-Streifen im Speziellen. Und mit Elke Sommer und Sylvia Koscina gibt es noch zwei gute Gründe mehr, sich diese DVD sofort ins Regal zu stellen!
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