|
In “Die Bourne Identität” (2002) versucht Jason Bourne (Matt Damon) herauszufinden, wer er wirklich ist. In “Die Bourne Verschwörung” (2004) schwört er Rache für das, was ihm angetan worden war. Und in “Das Bourne Ultimatum” (2007) kehrt er nach Hause zurück und hat für seine Verfolger nur diese Worte übrig: “Ich erinnere mich an alles.”
Nachdem seine Freundin Marie (Franka Potente) von einem Killer in Indien erschossen wurde, sann Jason Bourne auf Rache. Und nachdem er sich gerächt hatte, sehnte er sich danach, für immer zu verschwinden um das Leben, das man ihm vor Jahren gestohlen hatte, vergessen zu können.
Doch soweit sollte es nicht kommen: Auf der Fahrt nach Paris, liest er in einer Londoner Tageszeitung eine Titelgeschichte, in der es um seine Existenz geht - Jason Bourne ist somit wieder zur Zielscheibe geworden.
In London kontaktiert er den britischen Journalisten Simon Ross (Paddy Considine), der über Treadstone recherchiert hatte und dem er diesen Artikel über sich zu verdanken hat. Doch Noah Vosen (David Strathairn) ist ihm schon auf den Fersen. Er will eine Organisation unter dem Namen Blackbriar aufbauen, die die Arbeit von Treadstone fortsetzen soll. Er ist auch derjenige, der den Auftragskiller Paz (Edgar Ramirez) nach London schickt um dort sowohl Jason Bourne als auch den Journalisten Simon Ross zu liquidieren. Allerdings schafft es dieser nur Ross in der belebten Bahnhofshalle der Londoner Waterloo Station zu erschießen - Bourne kann mit dessen Unterlagen entkommen.
Doch Bourne hat nicht nur Feinde in der CIA. Pamela Landy (Joan Allen), die Bourne einige Wochen zuvor erst kennen gelernt hatte, vertraut ihm und bemüht sich ihm unauffällig zu helfen.
Bournes Reise führt über London weiter nach Spanien - wo er auch wieder auf Nicky Parson (Julia Stiles) trifft - über Tanger nach New York - wo alles begann und wo alles enden muss…
In “Das Bourne Ultimatum” kehrt Matt Damon als ausgebildeter Profikiller Jason Bourne für den letzten Showdown zurück. Wie auch schon 2004 bei “Die Bourne Verschwörung” führte hier abermals Paul Greengrass, der zwischenzeitlich mit “Flug 93″ ein hochgelobtes Drama um das mutige Eingreifen der Passagiere und Besatzung eines am 11. September 2001 entführten Flugzeuges drehte, Regie.
Genau wie Robert Ludlum - der Romanautor der “Bourne Trilogie” - tauchte auch der Regisseur Greengrass in die Schattenwelt der Spionage ein. 1987 war er Co-Autor des Erfahrungsberichts eines ehemaligen MI 5-Agenten. Der Originaltitel des Buches ist “Spycatcher - Enthüllungen aus dem Secret Service”, dass 1988 auch hier in Deutschland vom Ullstein Verlag veröffentlicht wurde. Das die britische Regierung damals vergeblich versucht hatte die Veröffentlichung dieses Buches zu verhindern, trug erheblich zum Bekanntheitsgrad des Werkes bei und machte schließlich einen internationalen Bestseller daraus.
Wie auch schon bei “Die Bourne Identität” und “Die Bourne Verschwörung” stammt das Drehbuch von Tony Gilroy, der hier Hilfe von Scott Z. Burns und George Nolfi (u.a. “Timeline” und “Ocean’s Twelve”) bekam. Gilroy drehte mit dem Drama “Michael Clayton” im letzten Jahr seinen ersten Film als Regisseur und schrieb auch das Drehbuch dazu. Diesen Film bringt Constantin Film nach etlichen Verschiebungen am 28. Februar 2008 endlich in die deutschen Kinos.
Matt Damon spielt hier zum dritten Mal die Rolle des Jason Bourne und Julia Stiles ist ebenfalls wieder in der Rolle der Nicky Parsons zu sehen. Joan Allen - die seit “Die Bourne Verschwörung” die Rolle der CIA-Einsatzleiterin Pamela Landy spielt, hat auch hier im dritten Teil wieder eine wichtige Rolle inne. Neu dabei sind David Strathairn, Scott Glenn, Edgar Ramirez und Albert Finney - der hier die Schlüsselfigur Dr. Albert Hirsch verkörpert.
Für die Dreharbeiten wurden mehr Kilometer zurückgelegt als in den beiden vorherigen Filmen der Serie zusammen. Angefangen von Berlin - das als Double für Moskau herhalten musste - ging es weiter nach Paris - wo Jason Bourne auf Maries Bruder (Daniel Brühl) trifft - nach London, Madrid, Tanger und letztendlich nach New York, wo einer der spektakulärsten Autoverfolgungsjagden der letzten Zeit gedreht wurde.
“Das Bourne Ultimatum” feierte am 25. Juli 2007 in Los Angeles seine Premiere, bevor er knapp 1,5 Woche später, am 3. August offiziell in die amerikanischen Kinos kam. In Deutschland kam der dritte Teil dann am 6. September 2007 in die Lichtspielhäuser.
Universal Pictures hatte “Das Bourne Ultimatum” am 10. Januar 2008 - also knapp vier Monate nach dem Kinostart - hier in Deutschland auf DVD und HD-DVD veröffentlicht. DVD-mäßig gibt es zwei Versionen, zum einen die Single-Disc-Edition im schmucklosen Amaray-Case und zum anderen die Ultimative-2-Disc-Edition im schicken Steelbook.
Wer aber jetzt denkt, die Single-Disc enthalte nur den obligatorischen Trailer, der irrt - selbst diese DVD bietet reichhaltige und völlig ausreichende Extras. Neben dem Audio-Kommentar des Regisseurs Paul Greengrass und den rund 12 Minuten unveröffentlichter Szenen gibt es noch fünf Featurettes, die sich der Figur Jason Bourne, den Dreharbeiten und den heißen Verfolgungsjagden in New York widmen. Diese Featurettes haben eine Gesamtlaufzeit von knapp 50 Minuten und geben einen guten Einblick in die Entstehung des Films.
Die 2-Disc Edition bietet auf der zweiten DVD zusätzlich die knapp 30-minütige Doku “Action in der Großstadt”, die 10-minütige Featurette “Nickys Entwicklung - unsere Treadstone-Feldagentin Nicolette Parsons” und das Musik-Video “Extreme Ways” von Moby.
Alles Extras - inklusive des Audio-Kommentars - haben selbstverständlich deutsche Untertitel.
Obwohl ich es mir damals fest vorgenommen hatte, habe ich “Das Bourne Ultimatum” im Herbst letzten Jahres nicht im Kino gesehen. Nachdem ich nun den Film in aller Ruhe auf DVD begutachten konnte, bereue ich es doch schon ein wenig. Von den drei “Bourne”-Filmen gefällt mir “Das Bourne Ultimatum” mit Abstand am besten. Der Film bietet 110 Minuten rasante und packende Action, einen großartigen und topfiten Matt Damon und jede Menge interessanter Locations quer in Europa, im marokkanischen Tanger und natürlich in New York.
Einen Kritikpunkt habe ich aber dennoch anzumerken: Wackelige Handkameras mögen bei den Filmemachern immer beliebter werden und sie mögen vielleicht auch für mehr Realitätsgefühl sorgen und gehen ab und an auch mal in Ordnung, aber ständige Handkamera Aufnahmen die obendrein noch mit schnellen Schnitten gepaart sind, sind wirklich schwer zu verdauen. Das Auge des Betrachters kommt eigentlich gar nicht mehr richtig zur Ruhe - ein paar ruhige Szenen zwischendrin täten manchmal echt gut. Bei der DVD hat man den Vorteil, dass man auf “Pause” drücken kann, im Kino gestaltet sich sowas dann doch schwieriger.
Alles in allem ist “Das Bourne Ultimatum” ein absolut empfehlenswerter Action-Thriller - wobei sich hier auf jeden Fall empfiehlt die zwei vorherigen Teile zu kennen, sonst hat man es sicher recht schwer der Story richtig folgen zu können. Die Single-Disc-Version des Films geht völlig in Ordnung, sie bietet reichhaltige Extras, die absolut ausreichend sind. Verpackungsfetischisten werden aber sicher dennoch die 2-Disc Edition im schicken Steelbook bevorzugen.
|