|
Agent 47 (Timothy Olyphant) ist ein mysteriöser, komplizierter Mann voller Widersprüche, ein Geschöpf, das im Genlabor aus einer Kombination der DNS von fünf Superschurken entstanden ist und von einer verbannten Bruderschaft der Kirche aufgezogen wurde. Er führt einen stillen Krieg, um die Welt vom Bösen zu befreien.
Als er bei einem Auftrag - er soll den russischen Präsidenten Mikhail Belicoff (Ulrich Thomsen) umbringen - in die Mühlen eines politischen Machtspiels gerät, wird aus dem kühlen Jäger auf einmal der Gejagte. Sowohl Interpol - in Person von Mike Whittier (Dougray Scott) - als auch das russische FSB - in Person von Yuri Marklov (Robert Knepper) - sind hinter ihm her.
Während er den Attacken seiner Gegner ausweicht, muss er gleichzeitig auch herausfinden, wer ihn eigentlich aus dem Weg räumen will und vor allem warum. Doch mit der geheimnisvollen und attraktiven Nika (Olga Kurylenko) an der Seite - bzw. eher im Schlepptau - wird dieses Unterfangen noch viel komplizierter als es eigentlich schon ist…
“Hitman - Jeder stirbt alleine” basiert auf dem gleichnamigen, preisgekrönten Bestseller-Videospiel, dass vom dänischen Entwicklerteam IO Interactive stammt.
Den Anfang markierte 2000 das PC-Game “Hitman: Codename 47″, das in Deutschland damals recht schnell indiziert wurde und somit nicht mehr im freien Handel vertrieben werden konnte. Nach dem großen Erfolg des Spiels folgten in den Jahren danach dann “Hitman 2: Silent Assassins” (2002) - zusätzlich zur PC-Version wurde dieses Game dann auch für die Playstation 2, die Xbox und den Gamecube veröffentlicht - “Hitman: Contracts” (2004) und “Hitman: Blood Money” (2006).
Der fünfte Teil wurde zwar bereits Ende 2006 angekündigt, aber nach einigen Verschiebungen - weil IO Interactive unter anderem zwischenzeitlich am Game “Kane & Lynch: Dead Men” arbeitete - soll er nun voraussichtlich Ende 2008 / Anfang 2009 erscheinen.
Um das Game auf die große Leinwand zu bringen, gingen die Produzenten Charles Gordon, Adrian Askarieh und Co-Produzent Daniel Alter zu Twentieth Century Fox. Wenig später stieß die Produktionsfirma EuropaCorp dazu, zu denen auch der französische Filmemacher Luc Besson und der Produzent Pierre-Ange Le Pogam gehören. EuropaCorp befand sich zu dieser Zeit in der Postproduktion-Phase des knallharten Horror-Thrillers “Frontière(s)” - dem Spielfilmdebüt des jungen Franzosen Xavier Gens. Sowohl Besson als auch Le Pogam waren so beeindruckt von diesem Film, dass sie den Verantwortlichen bei Fox vorschlugen, sich doch mal einige Szenen daraus anzusehen - die waren so begeistert, dass für sie nur Xavier Gens als Regisseur für “Hitman - Jeder stirbt alleine” in Frage kam.
Trotz seines recht jungen Alters (Jahrgang 1975) kann Xavier Gens auf eine umfangreiche Filmerfahrung zurückgreifen. Er hatte vom Laufburschen bis zum Regieassistenten bei diversen Actionfilmen sämtliche Bereiche einer Produktion kennengelernt. So agierte er unter anderem 1996 bei Ringo Lam´s “Maximum Risk” - mit Jean-Claude van Damme in einer Doppelrolle - und 1997 bei Tsui Hark´s “Double Team” - ebenfalls mit Jean-Claude van Damme - als Trainee Assistent Director.
2000 drehte er mit “BTK - Born to Kast” seinen ersten eigenen Kurzfilm - zu dem er auch das Drehbuch schrieb -, fünf Jahre später folgte mit “Au petit matin” sein zweiter Kurzfilm. Beide Filme liefen im offiziellen Programm der Filmfestspiele von Venedig. Danach drehte er über 40 Musik-Videos und Werbespots, bevor er eine Episode der französischen TV-Miniserie “Sable Noir” drehen durfte. Diese Folge überzeugte wiederum die Produzenten bei EuropaCorp und ihre Geldgeber und sie übertrugen dem jungen aufstrebenden Filmemacher die Regie und das Drehbuch für seinen ersten Spielfilm: “Frontière(s)” (2007) - von diesem konnte man sich auf den Fantasy Filmfest Nights 2008 einen - sicher bleibenden - Eindruck verschaffen.
Einige Zeitlang kursierten diverse Gerüchte im Internet, dass er den Part des Regisseurs beim “Conan - Der Barbar”-Remake übernehmen soll.
Das Drehbuch zu dieser Game-Verfilmung schrieb Skip Woods, der 1998 mit “Thursday - Ein mörderischer Tag” nicht nur sein Debüt als Drehbuchautor gab, sondern auch sein Talent als Regisseur eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte. Drei Jahre später lieferte er für Dominic Sena´s Action-Thriller “Passwort: Swordfish” das Drehbuch. Zu seinen aktuellen Projekten zählt unter anderem das Action-Drama “Stopping Power” von Regisseur Jan de Bont, zu dem er gemeinsam mit Eric Red das Drehbuch geschrieben hatte und Stephen Sommer´s neuester Film “G.I. Joe”, zu dem er gemeinsam mit Stuart Beattie das Skript verfasste - beide Filme werden aktuell gerade gedreht.
20th Century Fox hatte Xavier Gens´ Action-Thriller “Hitman - Jeder stirbt alleine” am 13. Dezember 2007 in die deutschen Kinos gebracht. Für den Verleih und den Verkauf entschloss sich 20th Century Fox löblicherweise den Film als Extended Version auf DVD und auf Blu-ray zu veröffentlichen. Diese Extended Version bietet einige längere Szenen, die damals im Kino nicht zu sehen waren und ist identisch mit der amerikanischen Unrated-Fassung, die dort schon am 11. März in den Handel kam - einen schönen bebilderten Schnittbericht der deutschen Kinofassung und der US-Unrated-DVD findet Ihr auf Schnittberichte.com
Die Verleih-DVD erschien hier in Deutschland am 18. April und konnte dort schon mit vielen interessanten Extras aufwarten, die dann selbstverständlich auch auf der Verkaufsversion enthalten sein werden - die am 2. Mai 2008 in den Handel kommt.
Kernstück der Extras bildet das knapp 25-minütige Making of “Im Fadenkreuz”, in dem so ziemlich alle Beteiligten zu Wort kommen und in dem natürlich auch auf die Videogame Vorlage eingegangen wird. Dem Making of schließt sich die knapp 11-minütige Featurette “Digitale Treffer - Vom Spiel zum Film” an, in der es - wie der Name schon sagt - um die Game-Vorlage geht. Darin kommen unter anderem der Level-Designer Thor Frølich, Art-Director Tore Blystad und Game Director Peter Fleckenstein vom dänischen Computerspiele-Entwickler IO Interactive zu Wort und viele weitere Personen. Etwas technischer gestaltet sich die knapp 15-minütige Featurette “Werkzeuge der Zerstörung” wo es natürlich um die zahlreichen Waffen geht, die im Verlauf des Filmes zum Einsatz kommen. Den Abschluss unter den Featurettes bildet das knapp 5,5-minütige Special “Entstehung der Filmmusik”, in der Komponist Geoff Zanelli einiges über die Entstehung des Soundtracks erzählen darf. Ein weiteres Special sind die “Entfallenen Szenen”, unter diesem Punkt findet man vier Deleted Scenes und das Alternative Ende. Last but not least gibt es natürlich auch noch das Feature “Spass am Set”, bei dem man sich knapp 5 Minuten lang bei diversen Outtakes amüsieren kann.
Unterm Strich gesehen sind die Extras völlig ausreichend und auf nervige Lobhudeleien wurde weitestgehend verzichtet. Was aber meiner Meinung nach fehlt, ist ein Audio-Kommentar - egal ob nun von den Filmemachern oder den Schauspielern - aber dieser ist nicht mal auf der US-DVD enthalten - sehr schade wie ich finde. Sämtliche Extras sind natürlich im O-Ton mit deutschen Untertiteln.
“Hitman - Jeder stirbt alleine” markierte 2007 unseren letzten Kinobesuch - und der war am 26. Dezember - also am zweiten Weihnachtsfeiertag. Mir persönlich hatte der Film damals recht gut gefallen - in meiner kurzen Bewertung unter der Kino-News hatte ich dem Film damals 9,5 von 10 möglichen Punkten gegeben - eine recht hohe Bewertung wie ich finde, die er heute - nach der zweiten Sichtung auf DVD - nicht mehr unbedingt bekommen würde. Der Film hat bei meiner ersten Sichtung halt ganz anders und vor allem besser auf mich gewirkt, jetzt sehe ich ihn aber etwas nüchterner. Dennoch bietet “Hitman - Jeder stirbt alleine” jede Menge harter und solider Action und bietet einige recht gute Darsteller.
Timothy Olyphant macht seine Sache wirklich gut und meiner Meinung nach ist er eine erstklassige Wahl für diese Rolle - schwer vorzustellen für mich wäre, wenn Vin Diesel - der diese Rolle ja eigentlich spielen sollte / wollte und hier als Produzent auftritt - den Part des Agenten 47 übernommen hätte. Mit Olga Kurylenko - die demnächst an der Seite von Daniel Craig im neuesten James Bond Abenteuer “Quantum of Solace” agieren darf - hat man eine tolle Schauspielerin für die Rolle der Nika gefunden, von ihr wird man in Zukunft ganz sicher noch öfters etwas sehen und hören.
Die kommende DVD von 20th Century Fox geht selbstverständlich in Ordnung - löblich finde ich, dass gleich die Extended- / Unrated-Version des Films veröffentlicht wurde. Wie oben schon angesprochen fehlt meiner Meinung nach der Audio-Kommentar. Die vorhandenen Extras bieten aber reichlich Infos und interessantes Behind-the-Scenes Material - mehr brauchts im Grunde eigentlich nicht.
|