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Eines Tages bricht für den 11-jährigen Wataru Mitsuya eine ganze Welt zusammen. Der eigentlich so aufgeweckte Junge, der die 5. Grundschulklasse besucht und am liebsten mit seinem Freund in einem alten Haus auf Geistersuche geht, erfährt von seinem Vater, dass dieser schon länger eine andere Frau liebt und nun Wataru und seine Mutter für immer verlassen wird. Wenig später muss auch noch seine Mutter ins Krankenhaus, da sie sich wegen des ganzen das Leben nehmen wollte. Als Wataru sie ins Krankenhaus bringt und er nun plötzlich ganz allein dasteht, fallen ihm wieder die Worte von Mitsuru Ashikawa, dem Neuen aus der Parallelklasse, ein: “…wenn man jenes Tor durchschreitet, kann man seinen Wunsch erfüllen.”. Dieser, etwas eigenartige Junge, hatte Wataru am Abend zuvor das Tor in eine magische Welt gezeigt, in der für diejenigen, die es verdienen, alle Wünsche wahr werden können.
Nachdem Wataru nun das Tor zur geheimnisvollen Welt “Vision” durchschreitet, hat er die Möglichkeit, sein Schicksal zu verändern. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als das er und seine Eltern wieder glücklich zusammen leben können.
Als er wieder zu sich kommt, hört er eine liebliche Stimme, die ihn über sein weiteres Vorgehen instruiert. Seine erste Anlaufstelle ist die Höhle der Prüfung, eine Zeremonie, die jeder Wanderer durchlaufen muss. Nachdem er den richtigen Ausgang aus der Hölle gefunden hat, findet er sich im Wald wieder, wo er schon vom ehrwürdigen Wegweiser Lau erwartet wird. Von ihm erfährt er nicht nur, dass sein Freund Mitsuru schon vor geraumer Zeit an ihm vorbei gekommen ist, sondern er bekommt von Lau auch die Ausrüstung eines Heldenlehrlings und den ersten Juwel für sein Heldenschwert. Sobald er weitere vier Juwelen gefunden hat, kann Wataru der Schicksalsgöttin begegnen und ihr seinen Wunsch mitteilen.
Seine nächste Station ist die Wüste, wo er Bekanntschaft mit dem Echsenwesen Ki-Kima - einem Mitglied des Volkes der Wasserleute - macht. Dieser rettet Wataru das Leben, nachdem dieser von einem Rudel gefräßiger Schrauben-Wölfe gejagt wurde. Ki-Kima sieht das Zusammentreffen mit Wataru als einen Wink des Schicksals, da Begegnungen mit Wanderern Glück bringen. Fortan reisen die beiden zusammen durch Vision und machen wenig später auch noch die Bekanntschaft Miinas, einer Trapezakrobatin.
Im Zirkus wird Wataru fälschlicherweise beschuldigt, ein Drachenjunges stehlen zu wollen und wird verhaftet. Dadurch trifft er auf Katsumi, eine Kriegerin vom Stamm der Anka. Sie leitet in der Handelsstadt Gasara die Brigade der Highlander, eine Organisation, die für Wahrung von Frieden und Ordnung in Vision sorgt. Da Wataru seine Unschuld erstmal nicht beweisen kann, wird er hinter Gitter gesteckt. Als sich am nächsten morgen das Missverständnis aufklärt kommt er wieder frei und macht sich gemeinsam mit Ki-Kima und einem anderen Highlander auf die Suche nach den wahren Banditen. Durch die verfallene Kirche gelangen die drei zur Höhle ohne Wiederkehr und treffen dort nicht nur auf die Schurken, sondern auch auf Miina, die sich Wataru und Ki-Kima nun anschließt.
Da Wataru die Banditen in der Höhle gestellt hat, bekommt er von Katsumi zum Dank das Armband der Highlander verliehen, dass nur der tragen darf, der der Gerechtigkeit dient.
Der Weg der drei führt weiter in die Stadt Lilith, dem Zentrum von Kunst und Religion. Hier erfährt er vom Herrscher der Stadt von einem anderen Wanderer, der das Gebiet Makeeba auf der Suche nach einem Juwel in Schutt und Asche gelegt hatte. Wataru ist sich sicher, dass es sich bei diesem Wanderer nur um Mitsuru handeln kann. In Makeeba angekommen muss der junge Held entsetzt feststellen, dass sein Freund zu einem schwarzen Magier geworden ist und zu allem bereit, um die Schicksalsgöttin herbeizurufen.
Da Mitsuru inzwischen in den Besitz von vier Juwelen gekommen ist und ihm somit nur noch einer fehlt müssen Wataru und seine neuen Freunde schnell handeln um einen Krieg zwischen dem Kaiserreich Ilda und den Südlanden zu verhindern, doch sie kommen zu spät: Mitsuru entwendet das fünfte Juwel und setzt damit die Dämonen der Finsternis frei…
AV Visionen und Anime Virtual bringen, den 2006 im Studio Gonzo entstandenen Anime, “Brave Story” mit deutscher Synchronisation am 15. Mai 2008 in die Kinos - laut der aktuellen AnimaniA (05 / 2008) wird der Film hierzulande leider nur mit 50 Kopien in den Lichtspielhäusern starten - eine Liste der Kinos - in denen “Brave Story” gezeigt wird - findet Ihr demnächst auf der offiziellen deutschen Webseite: www.bravestory.de.
Wer Anfang Mai im Stuttgart unterwegs ist, kann sich diesen großartigen Anime auch am Samstag den 3. Mai im Rahmen des Trickfilm-Festivals im Metropol Kino auf der großen Leinwand anschauen.
Laut der aktuellen AnimaniA (05 / 2008) plant Anime Virtual diesen Film dann im Herbst 2008 auch auf DVD in den Handel zu bringen - näheres ist dazu aktuell aber noch nicht bekannt.
“Brave Story” basiert auf dem gleichnamigen Roman der japanischen Autorin Miyuki Miyabe, die am 23. Dezember 1960 in Tokyo geboren wurde. Das Repertoire der in Japan sehr erfolgreichen Schriftstellerin umfasst nicht nur Jugendbücher, sondern auch diverse Thriller und Sci-fiction Romane. “Brave Story” ist nicht ihr einziger Roman, der bislang verfilmt wurden. So wurde unter anderem 2000 ihr Buch “Cross Fire” in Japan unter dem Titel “Kurosufaia” von Regisseur Shusuke Kaneko verfilmt - in Deutschland erschien dieser Horror-Film im Juni 2005 vom Label e-m-s / Anolis unter dem Titel “Pyrokinesis” auf DVD.
Viele ihrer Bücher sind in den letzten Jahren im englischsprachigen Raum erschienen, darunter natürlich auch “Brave Story” beim VIZ-Media Verlag. Parallel zum Roman und zum Kinofilm gibt es auch eine mittlerweile 17 Bände umfassende Manga-Adaption von Yoichiro Ono, die in den USA von TokyoPop veröffentlicht wurde - hierzulande sind die Mangas allerdings noch nicht erschienen.
“Brave Story” entstand im allseits bekannten Studio Gonzo, das die Fans sicher vor allem durch die vielen großartigen Anime-Serien kennen dürften. So entstanden dort unter anderem die Serien “Afro Samurai”, “Trinity Blood”, “Gantz” und natürlich “Hellsing”. Einigen sollte sicher auch der Anime-Spielfilm “Origin - Spirits of the Past” bekannt sein - die DVD dazu wurde im Mai 2007 von ufa-Anime veröffentlicht.
Studio Gonzo wurde 1992 von Shôji Murahama, Mahiro Maeda, Shinji Higuchi und Hiroshi Yamaguchi gegründet. Einer der ersten Arbeiten war die einstündige Animation für das Videogame “Lunar: The Silver Star”. Wenig später entschloss man sich richtige Produktionen zu machen und so entstanden zuerst diverse OVAs (u.a. “Blue Submarine No. 6″), dann auch TV-Serien (u.a. “Full Metal Panic!”) und zu guter letzt auch Spielfilme. 2004 war das Studio am Anime-Videoclip zum Song “Breaking the Habit” der US-Band Linkin Park beteiligt.
Der Anime “Brave Story” stellt im übrigen auch den ersten animierten Spielfilm eines neuen ambitionierten Trios dar, dass es sich zum Ziel gemacht hat, eine Alternative zum großen Studio Ghibli zu schaffen. Dieses Trio setzt sich aus dem Studio Gonzo, Fuji TV und dem japanischen Zweig von Warner Bros. zusammen.
Für den Part des Regisseurs verpflichtete man Kôichi Chigira, der im Anime-Bereich auf viele Jahre Erfahrung zurückblicken kann. Er begann seine Karriere Mitte der 80er Jahre als Animateur (u.a. “Mobile Suit Gundam - Char’s Counter Attack” (1988)), später stieg er zum Animationsregisseur auf und letztendlich begann er selbst Regie führen, wie z.B. bei “Tokyo Babylon” (1992) und bei einigen Folgen der Serien “Full Metal Panic!” (2002) und “Last Exile” (2003). Mit dem Studio Gonzo arbeitete er zum ersten Mal bei der OVA “Blue Submarine No. 6″ (1998) zusammen.
Für “Brave Story” schrieb Ichirô Ôkôchi sein erstes Drehbuch für einen Anime-Spielfilm und dieser Film war auch seine erste Zusammenarbeit mit dem Studio Gonzo. Davor schrieb er für diverse Anime-Serien die Drehbücher, so z.B. für einige Folgen von “Azumanga Daioh” (2002) und “Magister Negi Magi” (2005).
Bis vor ca. zwei Wochen hatte ich zuvor noch nichts von “Brave Story” gehört. Erst als ich die News auf der Anime Virtual Webseite gelesen hatte - dass die offizielle deutsche Webseite zum Kinofilm “Brave Story” Online ist - bin ich auf diesen Anime aufmerksam geworden. Als ich dann die Zugangsdaten für den Pressebereich bei dem Label beantragt hatte, bot man mir netterweise auch eine Ansichts-DVD an - zu der ich natürlich nicht Nein sagen konnte.
Inzwischen habe ich mir diesen Film in aller Ruhe angesehen und bin absolut positiv überrascht davon. Man sollte sich nicht unbedingt von dem leider etwas kindlich geratenen Plakat täuschen lassen, “Brave Story” hat es in sich. Nicht nur, das auf gewisse Tabuthemen (Scheidung, Selbstmordversuch) eingegangen wird, je weiter Wataru in die geheimnisvolle Welt von Vision eindringt, desto düsterer wird der Film letztendlich auch - somit ist die FSK 12-Freigabe völlig gerechtfertigt.
Der Film bietet eine sehr interessante Story über das Erwachsenwerden, viele sympathische Charaktere, eine wundervolle Fantasywelt an der man sich kaum sattsehen kann, und ein großartigen und sehr stimmigen Soundtrack. Die Animationen sind wirklich große Klasse und schön flüssig geworden.
Auch wenn ich mir persönlich Animes grundsätzlich im O-Ton mit deutschen bzw. englischen Untertiteln ansehe, muss ich hier mal die deutsche Synchronisation lobend erwähnen - bis auf den Charakter von Miina - passen die deutschen Stimmen perfekt und harmonisieren mit dem ganzen Film - großes Lob dafür an AV Visionen / Anime Virtual!
Es ist schwer diesen Film mit anderen Animes zu vergleichen, ich mag jetzt nicht unbedingt Vergleiche mit Filmen aus dem Studio Ghibli anstellen, die spielen eh in einer ganz anderen Liga. Aber von der Grundstory her, hat mich “Brave Story” ganz arg an Michael Endes “Die unendliche Geschichte” erinnert - die von Wolfgang Petersen 1984 großartig verfilmt wurde. Darin gibt es ja auch einen Jungen, der von der realen Welt in eine Fantasywelt eintritt , eine Menge Abenteuer erlebt, einen Drachen reitet, viele Fantasywesen kennenlernt und eine Prinzessin trifft.
Unterm Strich gesehen ist “Brave Story” absolut sehenswert und ich habe mich bei den knapp 2-stündigen Fantasy-Spektakel hervorragend unterhalten.
Wer also die Möglichkeit hat, den Film entweder am 3. September in Stuttgart auf dem Trickfilm Festival oder aber ab dem 15. Mai 2008 regulär im Kino auf der großen Leinwand zu sehen, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen - und nicht nur deshalb weil Animes in der Regel eher selten im Kino laufen!
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Am 19. Mai 2008 um 20:49 Uhr
Auf der offiziellen deutschen Webseite zu “Brave Story” gibt es nun eine Liste der Kinos, in denen der Film in den nächsten Tagen / Wochen laufen wird.