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Der Wissenschaftler Bruce Banner (Edward Norton) führt ein Leben im Abseits, nachdem er durch biochemische Experimente verstrahlt wurde. In seinem Körper ruht eine unbändige Kraft, die er nicht mehr kontrollieren kann und die bei jedem Anflug von Wut aus ihm herausbricht. Dann verwandelt er sich ein gewaltiges, grünes Monster - den Hulk.
Nach dem Vorfall von damals, bei dem auch seine große Liebe Betty Ross (Liv Tyler) verletzt wurde, flieht Bruce Banner nach Brasilien und jobbt dort als Tagelöhner in einer Getränkefabrik. Nebenbei forscht er weiter nach einem Gegenmittel und hat dabei in den USA mit “Mr. Blue” (Tim Blake Nelson) einen Verbündeten gefunden, mit dem er via Internet kommuniziert - allerdings ist bislang jeder Selbstversuch gescheitert.
Durch eine Unachtsamkeit - bei der ein Tropfen seines Blutes in eine der Getränkeflaschen in der Fabrik tropft - zieht Bruce Banner über Umwege wieder die Aufmerksamkeit von General Ross (William Hurt) auf sich, der nicht nur der Vater von Betty ist, sondern Banner´s Kräfte auch für seine militärischen Zwecke nutzen will.
Nachdem der General herausgefunden hat, wo sich Bruce Banner derzeit in Brasilien genau aufhält, schickt er unter der Leitung von Emil Blonsky (Tim Roth) - einem Russen, der in England aufgewachsen und von dort von der Queen ins Team von General Ross abgestellt worden ist - ein Team nach Südamerika um Bruce Banner wieder zurück in die Staaten zu holen. Doch bei der Aktion läuft einiges schief…
Offensichtlich waren viele mit Ang Lee´s “Hulk”-Film aus dem Jahre 2003 nicht zufrieden. Denn anders kann ich mir persönlich nicht erklären, warum es all die Jahre keine offizielle Fortsetzung gab, bzw. warum “Der unglaubliche Hulk” das Geschehen von damals völlig ignoriert und seinen eigenen Weg geht. Ein weiterer Anhaltspunkt für die Unzufriedenheit dürfte auch der komplette Austausch von Cast & Crew sein. Der sich, angefangen vom Regisseur, über die Drehbuchautoren bis hin zu den Hauptdarstellern zieht.
Während 2003 noch Ang Lee als Regisseur tätig war und dort mit seinem langjährigen Gefährten James Schamus - der die Story lieferte, als Co-Autor am Drehbuch schrieb und einer der Produzenten war - zusammenarbeitete, sitzt fünf Jahre später nun der Franzose Louis Leterrier auf dem Regiestuhl und Zak Penn - der zuvor unter anderem schon die Drehbücher zu den Marvel-Verfilmungen “X-Men 2″ (2003), “Elektra” (2005) und “X-Men - Der letzte Widerstand” (2005) schrieb - war für Story und das Drehbuch verantwortlich.
Auch wenn ich vielleicht kein wirklicher Hulk-Fan bin - also weder die Comics gelesen, noch die TV-Filme und die Serien gesehen habe - gefiel mir Ang Lee´s Film eigentlich recht gut. Der Film braucht zwar eine ganze Weile, bis er in Fahrt kommt und vor allem bis man den Hulk das erste Mal zu Gesicht kriegt, aber die Comic-hafte Inszenierung mit den Splitscreens kommt ziemlich genial. Bei den Darstellern fiel mir vor allem Sam Elliot als General Thaddeus ‘Thunderbolt’ Ross positiv auf - wobei ich den alten Kauz eh immer sehr gerne sehe, egal in welchem Film er mitspielt.
Als ich dann die erste Ankündigung für “Der unglaubliche Hulk” gesehen hatte, habe ich mich ehrlich gesagt schon sehr auf diesen Film gefreut. Der Wechsel hinter der Kamera, insbesondere die Wahl für Louis Leterrier als Regisseur, konnte dem Film sicher nur gut tun. Aber als bekannt wurde, das alle drei Hauptcharaktere (Bruce Banner, Betty Ross, General Ross) in der Neuverfilmung ausgetauscht werden, machte sich bei mir dann eher Ernüchterung breit.
Ok, ich mag eigentlich die drei Darsteller recht gern in ihren bisherigen Filmen, aber so ein Austausch ist schon eine heikle Sache, auch wenn die Neuverfilmung den 2003er “Hulk” völlig ignoriert - zu tief prägen sich die jeweiligen Darsteller im Kopf ein - vor allem wenn sie ihre Sache wirklich gut gemacht haben.
Das Edward Norton statt Eric Bana - wobei ich nichts gegen ihn habe, der hatte unter anderem in “Chopper” und “Black Hawk Down” eine tolle Leistung abgeliefert - nun den Bruce Banner spielt, tut meiner Meinung nach dem Film sehr gut - zumal er 2003 auch schon für diese Rolle im Gespräch war. Auch der Wechsel bei Betty Ross (Liv Tyler für Jennifer Connelly) kann man noch verschmerzen. Aber den größten Bockmist hat man mit der Umbesetzung des General Ross gemacht. William Hurt versucht mit seinem weißen Haar und dem buschigen Schnauzer permanent, auf dümmliche Art und Weise, Sam Elliot in seiner Darstellung zu imitieren - sorry, aber das geht wirklich NICHT! Ich könnte es vielleicht noch einigermaßen tolerieren, wenn die Rolle nicht so gewichtig wäre, aber sie ist leider recht groß und William Hurt stapft ständig mit mürrischem-Sam-Elliot-Imitationsgesicht vor der Kamera herum.
Leider konnte ich auf die Schnelle nicht herausfinden, warum es diesen Wechsel bei den drei Hauptrollen überhaupt gab - im offiziellen Presseheft sucht man bei sowas leider vergebens und auch auf der imdb.com konnte ich keinerlei Hinweise dazu entdecken.
Doch erstmal genug gemeckert, den wenn man mal von diesen - nicht unwichtigen - Kritikpunkten absieht, ist “Der unglaubliche Hulk” gar nicht so übel geworden. Action gibt’s im Grunde am laufenden Band - was man sicherlich dem Regisseur Louis Leterrier zu verdanken hat. Der hatte in seinem Heimatland Frankreich zuvor schon bei den Filmen “Unleashed - Entfesselt” (2005) und “Transporter - The Mission” (2005) fabriziert. Für 2010 ist er aktuell als Regisseur beim “Kampf der Titanen”-Remake im Gespräch - auf den ich echt gespannt bin, denn das Original aus dem Jahre 1981 von Desmond Davis habe ich als Kind sehr geliebt.
Leider verzichtet Louis Leterrier aber auf jedwede Comicartigen Effekte in seinem Film - wie Ang Lee sie z.B. bei seinem “Hulk” noch eingesetzt hatte. Einige wird dies vielleicht freuen, andere eher ärgern - denn eine Comic-Verfilmung sollte dementsprechend auch aussehen wie eine.
Ein weiterer Pluspunkt der Neuverfilmung ist auf jeden Fall die Figur des ´Bösewichts´ Emil Blonsky, der sich am Ende in das Monster Abomination verwandelt und gemeinsam mit Hulk einen gigantischen Showdown in New York liefert. Das Fehlen eines ebenbürtigen Gegners hatte man damals Ang Lee´s Film unter anderem vorgeworfen - denn dort gab es nur die dümmlich-animierten Kampfhunde zu sehen, gegen die Hulk kämpfen musste.
Wie auch schon 2003 haben hier im Film wieder die beiden alten “Hulk”-Veteranen Stan Lee und Lou Ferrigno einen netten Cameo-Auftritt. Stan Lee - der neben Jack Kirby der ´geistige Vater´ von Hulk ist - darf in seinem kurzen Auftritt von der leckeren brasilianischen Limonade kosten, in der sich der Bluttropfen von Bruce Banner befindet.
Eine etwas größere Rolle hat dahingehend Lou Ferrigno - der in den TV-Filmen und der TV-Serie aus den 70ern und 80ern den Part des Hulk spielte - er darf zum einen im Original den Hulk sprechen und tritt im Film wieder als Wachmann auf, der von Bruce Banner (Edward Norton) zum Dank eine Pizza geschenkt bekommt.
Ach, wenn wir schon bei Cameo-Auftritten sind: Den wohl besten hat Tony Stark (Robert Downey Jr.) a.k.a. Iron Man - der taucht kurz vor dem Abspann beim betrunkenen General Ross in der Bar auf und bekundet Interesse an einer Zusammenarbeit - man darf also gespannt sein…
Der Concorde Filmverleih bringt “Der unglaubliche Hulk” am 10. Juli 2008 in die deutschen Kinos - ziemlich genau einen Monat nach dem Kinostart in den USA und in Großbritannien - dort darf der Hulk seit Freitag, dem 13. Juni in den Kinos wüten - oder inzwischen auch nicht mehr, keine Ahnung.
Aber Achtung: Nachdem “Iron Man” zuvor schon für eine kassenträchtigere FSK 12-Version um gut vier Minuten geschnitten war folgt nun der nächste Coup vom Concorde Filmverleih: Auch “Der unglaubliche Hulk” wird um ca. zwei Minuten geschnitten sein, um den Film ebenfalls mit einer FSK 12-Freigabe in die Kinos zu bringen. Allerdings, im Gegensatz zu “Iron Man”, zeigen einige Kinos parallel auch die FSK 16-Version - also am besten genau drauf achten, bzw. vor Kartenkauf beim Betreiber nachfragen welche Version in Euren Kinos läuft.
Hier in den Stuttgarter Innenstadtkinos wird z.B. die ungeschnittene FSK 16-er Version in Digital und parallel dazu in den anderen Sälen die geschnittene FSK 12-Version gezeigt.
Also zum Abschluss: Auch wenn ich mich insbesondere über die Besetzung von William Hurt als General Ross außerordentlich geärgert habe und es auch nach wie vor noch tue, hat mir der Film doch recht gut gefallen. Er hat zwar ein paar Durststrecken, trumpft aber dann wieder mit ordentlicher und brachialer Action auf - insbesondere der große Showdown zwischen Hulk und Abomination in New York ist schon ziemlich Klasse.
Apropos New York - die Stadt scheint für so ein Spektakel offensichtlich sehr anziehend zu sein - nein, keine Angst, jetzt kommt kein Spruch zwecks dem 11. September und so - aber 1998 stapfte schon Roland Emmerich´s “Godzilla” durch Manhattan, 2008 spielte das “Cloverfield”-Monster mit dem Kopf der Freiheitsstatue Bowling im Big Appel und nun gibt’s ein Zusammentreffen zwischen Hulk und Abomination - nur um mal drei filmische Spektakel zu nennen.
Wie ich oben schrieb, hat die Besetzung von Louis Leterrier als Regisseur dem Film - meiner Meinung nach - wirklich gut getan. Scheinbar bekommen die in Hollywood selbst nichts mehr auf die Reihe, so dass sie ständig Filmemacher aus Europa - insbesondere Frankreich - ´importieren´ müssen. Aber im Grunde tut das den Hollywood-Filmen ja wirklich gut *fiesgrins*.
Eine kleine Bitte an Universal Pictures zum Abschluss noch: Insofern hier eine Fortsetzung, oder aber eine dritte Neuverfilmung *schnarch* geplant ist, versucht doch bitte mal die Darsteller - bis auf William Hurt - beizubehalten, so ein Austausch nervt wirklich außerordentlich und schadet dem Film nur!!!
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