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Vorgeschichte: ”Batman Begins”
Wir erinnern uns: Als kleiner Junge muss Bruce Wayne (Christian Bale) mit ansehen, wie seine Eltern in einer dunklen Gasse bei einem Raub erschossen werden, nachdem sie mit ihm wegen seiner Angst vor Fledermäusen vorzeitig die Theateraufführung verlassen haben. Schuldgefühle und ohnmächtige Wut quälen ihn über Jahre hinweg, nähren seine Rachegefühle, aber auch den Wunsch, dass riesige gemeinnützige Engagement seiner Eltern in Gotham City fortzuführen.
Bruce Wayne, der Erbe eines großen Industriekonzerns ist, hat inzwischen jegliche Illusion verloren und verschwindet unerkannt, nachdem er eigentlich den Mörder seiner Eltern nach dessen Gerichtsverhandlung erschießen wollte. Seither auf einem Selbstfindungstrip durch die Weltgeschichte reisend, um herauszufinden, wie er Unrecht bekämpfen und jene, die von der Angst anderer leben, selbst das Fürchten lehren kann.
Während seines Aufenthalts in Asien gerät er in Gefangenschaft und macht dort die Bekanntschaft des mysteriösen Henri Ducard (Liam Neeson), der angibt, im Namen von Ra´s al Ghul (Ken Watanabe) zu sprechen. Nach seiner Entlassung macht sich Bruce Wayne auf den Weg zu Ra´s al Ghul, der hoch in den Bergen in einer Art Kloster Zuflucht gefunden hat.
Von Henri Ducard lernt Bruce Körper und Geist zu beherrschen, um so seinen Schwur zu erfüllen und den Kampf gegen das Böse aufzunehmen. Als Ra´s al Ghul und die mächtige Schattenliga Bruce Wayne für ihre Sache gewinnen will - resigniert er und flüchtet wieder zurück nach Gotham City.
Die Stadt leidet inzwischen mehr den je unter hemmungsloser Korruption und Kriminalität, insbesondere durch Unterweltboss Carmine Falcone (Tom Wilkinson), der sich mit dem prominenten Psychiater Dr. Jonathan Crane (Cillian Murphy) zusammengeschlossen hat.
War Wayne Enterprises, einst eine Firma mit menschenfreundlichen Geschäftsidealen und sozialem Engagement, dominiert heute nur noch der Börsengang, den Chefmananger Richard Earle (Rutger Hauer) mit aller Macht anstrebt.
Doch mit der Zeit findet Bruce Wayne neben seinem treuen Butler Alfred Pennyworth (Michael Caine) auch in Detective Jim Gordon (Gary Oldman) - einer der ganz wenigen ehrlichen Cops in Gotham City - und Lucius Fox (Morgan Freeman) - der in der Abteilung für angewandte Wissenschaften bei Wayne Enterprises schafft - Freunde, auf die er sich verlassen kann und die ihm - mehr oder weniger - bei seiner Verwandlung in Batman - dem maskierten Ritter - unterstützen.
Mit viel Geschick, einer ganzen Menge Intellekt und einem umfangreichen Arsenal an High-Tech-Waffen und -Zubehör, tritt Bruce Wayne als Batman an, um Gotham City aus der tödlichen Umklammerung der Unterwelt zu befreien…
Story - ”The Dark Knight”
Nachdem Batman gemeinsam mit Detective Gordon den Unterweltboss Carmine Falcone ausschalten konnte und das Attentat von Ra´s al Ghul, seiner Schattenliga und Dr. Jonathan Crane - der sich zwischenzeitlich in Scarecrow ´verwandelt´ hatte - verhindern konnte, wartet nun eine weitere große Herausforderung auf den schwarzen Ritter: der Joker (Heath Ledger).
Batmans beispielhafter Krieg gegen das Verbrechen in den Straßen von Gotham City gibt der Stadt die Hoffnung zurück, die sie bitter nötig hat. Inspiriert von Batmans Taten, ist der frisch gewählte Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) gewillt, Batmans Kampf für Recht und Ordnung auf seine Weise weiterzuführen.
Doch die drei haben ihren Plan ohne einen immer mächtig werdenden Kriminellen - der als Joker bekannt ist - gemacht. Den diesem sind alle Mittel recht, um Gotham City in ein anarchisches Chaos zu stürzen und er zwingt dabei den Dunklen Ritter immer näher an dessen Grenzen zwischen Gerechtigkeit und Rache zu kommen…
Harvey Dent: “Entweder man stirbt als Held… oder man lebt lange genug, um Bösewicht zu werden.”
Background: Batman Comics + Batman Verfilmungen
Ohne jetzt zu sehr in die Materie “Batman” eintauchen zu wollen, hier ein paar kurze Infos zu den Ursprüngen und Anfängen des Comic-Helden: Batman wurde von Bob Kane geschaffen und vor dem ersten Erscheinen von Bill Finger weiterentwickelt. Seinen ersten Auftritt hatte der Fledermaus-Mann 1939 in der Ausgabe #27 des Comic-Magazins “Detective Comics” - nach diesem Magazin nannte sich später dessen Verlag in DC Comics um. DC zählt neben Marvel zu den größten US-amerikanischen Comicverlagen.
Bei der Figur des Batman ließ sich Bob Kane - der eigentlich Robert Kahn hieß - laut eigenen Aussagen von einer frühen Filmversion des maskierten Zorro - damals gespielt von Douglas Fairbanks - und dem mysteriösen Superschurken “The Bat” der Schriftstellerin Mary Roberts Rinehart inspirieren.
Batman machte in all den Jahren in seinen Comics vielerlei Entwicklungen durch, Anfang der 60er Jahre war er z.B. Mitglied der Gerechtigkeitsliga und agierte dort neben weiteren Superhelden, später auch neben seinem Freund Superman.
Erst in den 80er Jahren wurde der Held Batman durch den aufstrebenden Comic-Autor Frank Miller etwas düsterer. Er zeichnete sich durch die Bearbeitung und Neudefinition von wohlbekannten Comic-Ikonen wie Batman und auch Daredevil verantwortlich. Zu seinen bekanntesten Werken zählt dabei “Batman - Die Rückkehr des Dunklen Ritters” - dieser Comic handelt vom Wiederauftreten und schließlich vom finalen Kampf eines alternden Batmans.

Batman ist kein Superheld, wie z. B. Superman, Spiderman oder die Fantastic Four, da er über keinerlei Superkräfte verfügt. Seine Überlegenheit basiert einzig auf Intelligenz, Willenskraft, hartem Training und seinen vielen technischen Hilfsmitteln.
Die Filmindustrie begann sich schon frühzeitig für den Comic-Helden zu interessieren. Die 15-teilige s/w-Serie “Batman und Robin” von Regisseur Lambert Hillyer machte 1943 den Anfang. Weiter ging es 1966 zum einen mit der 120-teiligen Serie “Batman” und mit dem Spielfilm “Batman hält die Welt in Atem” in denen jeweils Adam West in die Rolle des Batman bzw. Bruce Wayne schlüpfte und an dessen Seite Burt Ward als Robin bzw. Dick Grayson agierte.
In der Serie und auch in dem Spielfilm hatten damals zwar schon Catwoman, The Joker, The Riddler und der Pinguin einen Auftritt, aber durch das Quietschbunte und Komödienhafte wirkten diese beiden Leinwand- bzw. TV-Ausflüge eher wie eine Parodie auf den Comic-Helden.
Obwohl schon 1985 die erste Kinofassung des Bob-Kane-Comics mit Bill Murray in der Hauptrolle geplant war, diese aber an ständigen personellen Veränderungen scheiterte ging es erst 1989 mit Tim Burton´s “Batman” weiter.
In dem 1989er Film spielte Michael Keaton - mit dem Burton schon ein Jahr zuvor in seinem Film “Lottergeist Beetlejuice” zusammengearbeitet hatte - den Part des Bruce Wayne bzw. Batman. An seiner Seite agierten Kim Basinger als verführerische Vicki Vale und Jack Nicholson als der Joker. Obwohl letzterer bis zum Schluss zögerte, diese Rolle anzunehmen, stellte sich “Batman” für den charismatischen Schauspieler und inzwischen dreifachen Oscar-Gewinner als der große Wurf in finanzieller Hinsicht heraus. Nicholson ließ sich nämlich am Einspielgewinn beteiligen und da “Batman” unter anderem auch durch seine beispiellose multimediale Werbekampagne so extrem erfolgreich war (Einspielergebnis durch Kino und Video belief sich auf 1,4 Mrd. $!!!) kassierte der Mime eine geschätzte Gage von 60 Mio $ - was sicher bis Dato einzigartig ist.
Nach dem großen Erfolg von “Batman” durfte Tim Burton drei Jahre später mit “Batmans Rückkehr” einen Nachfolger drehen. Hier schlüpfte Michael Keaton abermals in die Rolle der Fledermaus und muss sich in der Fortsetzung gegen den fiesen Pinguin - gespielt von Danny DeVito - behaupten. Außerdem hatte auch Michelle Pfeiffer als Catwoman ihren ersten Auftritt - ein Spin-off dazu drehte der französische Regisseur Pitof 2004 mit Halle Berry in der Hauptrolle.
Obwohl hier das Budget (ca. 80 Mio $) im Vergleich zum Vorgänger nahezu verdoppelt wurde, war “Batmans Rückkehr” mit einem Gesamteinspielergebniss von ca. 700 Mio $ nur halb so erfolgreich. Außerdem machte der Film auch negative Schlagzeilen, denn die Tierrechtsorganisation PETA warf dem Film eine nicht artgerechte Haltung der Pinguine vor - die im Film einen Auftritt hatten.
Während Tim Burton in seinen beiden Batman-Verfilmungen viel Wert auf eine düstere Optik legte, änderte sich das 1995 in Joel Schumachers dritten Teil “Batman Forever” leider wieder. Hier wurde es bunt und grell und auch Batmans Sidekick Robin (gespielt von Chris O’Donnell) war wieder ein Bestandteil. Aber es gab nicht nur auf dem Regiestuhl eine Änderung, sondern auch beim Hauptdarsteller, denn Michael Keaton stand für die Hauptrolle nicht nochmal zur Verfügung, daher bekam Val Kilmer den Zuschlag und durfte sich ins unbequeme Batman-Kostüm quetschen. An dessen Seite agierten - neben dem schon erwähnten Chris O’Donnell - auch Nicole Kidman, Jim Carrey als Riddler und Tommy Lee Jones als Harvey ´Two Face´ Dent. Trotz vieler Veränderungen war “Batman Forever” - zumindest an der Kinokasse - recht erfolgreich, fiel aber bei den Kritikern durch.
Das hinderte allerdings Warner Bros. nicht daran, zwei Jahre später mit “Batman & Robin” - abermals unter der Regie von Joel Schumacher - einen vierten Teil nachzuschieben. Doch auch hier gab es Änderungen, der unter Regisseuren als sehr schwierig geltende Val Kilmer wurde durch George Clooney ersetzt - der damals immer populärer wurde. An dessen Seite durfte Chris O’Donnell wieder als Robin nerven und mit Alicia Silverstone hatte auch das Batgirl ihren Auftritt. Als Gegner mussten Anno dazumal Arnold Schwarzenegger als Mr. Freeze und Uma Thurman als Poison Ivy herhalten.
Der Film blieb weit hinter seinen Erwartungen zurück und fiel bei der Presse und den Kritikern vollends durch. Mit seinem geschätzten Budget von 125 Mio $ und dem Einspiel von nur 238 Mio $ war “Batman & Robin” nicht sonderlich ertragreich. Während sein Vorgänger 1996 wenigstens noch für drei Academy Awards (”Beste Kamera”, “Beste Tonbearbeitung” und “Bester Ton”) nominiert wurde, fiel Batmans vierter Kinoausflug mit 11 Nominierungen bei den Razzie Awards besonders negativ auf. Abgestraft wurde der Film dann nur mit einem ´Preis´ - Alicia Silverstone bekam die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin. Nach “Batman & Robin” mussten die Fans acht lange Jahre auf das nächste Leinwandabenteuer warten: “Batman Begins” (Infos dazu folgen weiter unten)…
Um die Lücke zwischen “Batman Begins” (2005) und “The Dark Knight” (2008) zu schließen, haben sich die Filmemacher was Besonderes ausgedacht. Wie schon zur “Matrix”-Trilogie gibt es auch zu den neueren Batman-Filmen mit “Batman: Gotham Knight” eine großartige Anime-Kurzfilmsammlung, die anhand von sechs Clips die Lücke zwischen beiden Filmen schließt.
Für “Batman: Gotham Knight” haben sich berühmte Drehbuchautoren, darunter David S. Goyer ( “Batman Begins”), Josh Olson ( “A History of Violence”) und Alan Burnett (Serie “Batman && Robin”), zusammengeschlossen und sechs hinreißende Kapitel über Batmans Entwicklung vom Nachwuchshelden zum Dunklen Ritter zu erzählen. In diesen sechs Kurzfilmen kämpft Batman gegen den gruseligen Scarecrow, den Killer-Freak Croc und den unfehlbaren Scharfschützen Deadshot. Etliche der visionärsten Animatoren der Welt prägen diese Darstellung Batmans als Mensch, Mythos und Legende. Als Regisseure traten dabei unter anderem Yasuhiro Aoki, Futoshi Higashide und Nam Jong-Sik in Erscheinung.
Warner Home Video hatte “Batman: Gotham Knight” am 18. Juli 2008 als Single-Disc-Edition, als 2-Disc Special Edition im schicken Steelbook und als Blu-ray-Disc hierzulande veröffentlicht.
Background: ”Batman Begins”
Mit der Comic-Verfilmung “Batman Begins” versuchte der britische Regisseur Christopher Nolan im Jahre 2005 den Batman-Mythos auf realistische Art und Weise neu anzugehen und orientierte sich dabei an keiner der anderen Batman-Kino-Verfilmungen.
Nachdem Tim Burton´s erfolgreiche Adaptionen aus den Jahren 1989 ( “Batman”) und 1992 ( “Batmans Rückkehr”) und die beiden Nachfolger unter der Regie von Joel Schumacher (1995 + 1997) weit hinter den Erwartungen zurückblieben, reagierte Warner Bros. - die im Besitz der Rechte sind - in dem sie weitere Ausflüge auf die große Leinwand erstmal zurückhielten. Erst der große Boom und der enorme Erfolg der Comic-Verfilmungen zu “X-Men” (2000) und “Spider-Man” (2002) änderte etwas an der Meinung von Warner Bros., die nun unbedingt ihren dunklen Ritter wieder ins Rennen schicken wollten.
Doch die Suche nach dem geeigneten Regisseur, der dem Flattermann neue Impulse geben und die Geschichte von vorn beginnen konnte, gestaltete sich schwierig. Lange Zeit wurde Darren Aronofsky als neuer Regisseur gehandelt, der zuvor sowohl mit “Pi” (1998) als auch “Requiem for a Dream” (2000) zwei Achtungserfolge abgeliefert hatte. Er sollte den neuen Batman-Film drehen, basierend auf dem einflussreichen Comic “Batman: Year One” von Frank Miller und David Mazzucchelli - welch als eine der besten Batman-Geschichten aller Zeiten gilt. Doch letztendlich wurde daraus nichts und mit dem britischen Regisseur Christopher Nolan kam ein weiterer aussichtsreicher Kandidat ins Spiel.
Der Regisseur: Christopher Nolan
Christopher Nolan, 1970 in London geboren, gab 1998 mit dem Low-Budget-Film “Following” sein Debüt. Der mit minimalen Budget (laut IMDb.com geschätzte 6.000 $) gedrehte Film Noir lief mit großem Erfolg auf zahlreichen Filmfestivals und heimste viele Nominierungen und auch Auszeichnungen ein - darunter z.B. den Tiger Award auf dem Rotterdam International Film Festival und den Silver Hitchcock auf dem französischen Festival du Film Britannique de Dinard.
Dieser Erfolg ermöglichte Nolan 2000 den Mystery-Thriller “Memento” zu drehen. Der Film, in dem es um einen Mann (Guy Pearce) ohne Kurzzeitgedächtnis geht, der versucht den Mord an seiner Frau aufzuklären, basiert auf der Kurzgeschichte “Memento Mori”, die Jonathan Nolan - Christophers sechs Jahre jüngerer Bruder - geschrieben hatte. Auch dieser Film war sehr erfolgreich und wurde unter anderem für zwei Oscars (”Bester Schnitt”, “Bestes Original-Drehbuch”) und einen Golden Globe (”Bestes Drehbuch”) nominiert.
Zwei Jahre später folgte mit dem Psycho-Thriller “Insomnia” das Remake des gleichnamigen norwegischen Filmes aus dem Jahre 1997, bei dem Erik Skjoldbjærg Regie führte und gemeinsam mit Nikolaj Frobenius das Drehbuch schrieb.
Christopher Nolan verlegte die Handlung von Norwegen nach Alaska und besetzte ihn mit den drei Oscar-Gewinnern: Al Pacino, Robin Williams und Hilary Swank. Bemerkenswerter Weise wurde Robin Williams - der eigentlich bis Dato immer als Komiker gehandelt wurde - nicht nur in der Rolle des Bösewichts besetzt, sondern er konnte in dieser für ihn recht ungewohnten Rolle auch noch Zuschauer und Kritiker gleichermaßen überzeugen.
2005 war es dann endlich soweit und Christopher Nolan konnte auf eindrucksvolle Art und Weise in “Batman Begins” - den neuen, düsteren und auch nicht immer ganz so perfekten Batman präsentieren. Obwohl “Batman Begins” von der Handlung und auch der atmosphärischen Situation her im Kern noch auf Frank Miller´s “Batman: Year One” basiert, war dieser weder an der Story noch am Drehbuch beteiligt. Die Story des Films stammt von David S. Goyer, der zuvor unter anderem auch schon die Drehbücher zu “Dark City” (1998) “Blade 1 - 3″ (1998 / 2002 / 2004) schrieb und 2004 bei “Blade: Trinity” auch Regie führte.
Nach zweimal Michael Keaton, einmal Val Kilmer und George Clooney besetzte man den britischen Charakterdarsteller Christian Bale für die Rolle des Bruce Wayne bzw. Batman. An seiner Seite agieren so großartige Charakterdarsteller wie Michael Caine, Liam Neeson, Morgan Freeman, Gary Oldman und auch Tom Wilkinson. Der Part von Bruce´s Jugendfreundin Rachel Dawes wurde - meiner Meinung nach - zwar mit Katie Holmes fehlbesetzt, aber dieser Fauxpas in “The Dark Knight” zum Glück korrigiert.
Als Bösewicht Scarecrow gibt der Brite Cillian Murphy - der im gleichen Jahr schon in Wes Craven´s “Red Eye” einen Schurken mimen durfte - eine glanzvolle und sehr überzeugende Darstellung. Eigentlich sprach Cillian Murphy für den Part des Batman vor - aber die Rolle ging letzten Endes an Christian Bale - dennoch war Christopher Nolan von Murphy´s schauspielerischer Leistung so angetan, dass er ihm die Rolle des Bösewichts Dr. Jonathan Crane alias Scarecrow anbot.
Die Erwartungen an “Batman Begins” - der ein geschätztes Budget von 150 Mio $ hatte - waren hoch. Der Film startete in den USA am 15. Juni 2005 und spielte schon am Eröffnungswochenende mit 3.858 Kopien rund 48,75 Mio $ ein.
Doch anstatt einen weiteren großen Blockbuster nachzuschieben, entschied sich Regisseur Christopher Nolan 2006 für den kleinen aber feinen “Prestige - Meister der Magie” - einem historischen und mit Fantasyelementen ausgestatteten Thriller, der auf dem Roman “Das Kabinett des Magiers” des britischen Autors Christopher Priest basiert. Zu dieser 40 Mio $ Produktion - in der sich zwei Magier (Hugh Jackman + Christian Bale) ein spektakuläres Duell nach dem anderen liefern - schrieben wieder die beiden Nolan Brüder das Drehbuch.
Christopher Nolan ist seit 1997 mit Emma Thomas verheiratet, die angefangen von seinem ersten Kurzfilm “Doodlebug” (1997) bis hin zu “The Dark Knight” (2008) bei all seinen Filmen als Produzentin tätig war. Beide leben gemeinsam mit ihren Kindern inzwischen in Los Angeles.
Background: ”The Dark Knight”
Bis zum 18. Juli 2008 mussten sich die Fans von Batman auf den potenziellen und sehnsüchtig erwarteten Nachfolger von “Batman Begins” gedulden, denn an diesem Tag startete die 185 Mio $ Produktion “The Dark Knight” mit 4.366 Kopien in den amerikanischen Kinos. Schon am Starttag konnte Nolan´s neueste Batman-Verfilmung mit Einnahmen von 66,4 Mio $ den Rekord von “Spider Man 3″ (59,8 Mio $) übertreffen. Auch in den Mitternachtsvorstellungen zum Freitag hatte “The Dark Knight” den ´ewigen Rekordhalter´ “Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith” (17 Mio $) mit 18,5 Mio $ Box Office im Laufschritt von der Spitzenposition verdrängt.
Und damit war die Rekordjagd noch lange nicht beendet. Am Startwochenende summierten sich die Einnahmen auf spektakuläre 155,4 Mio $ - damit konnte “The Dark Knight” abermals “Spider Man 3″ um einige Millionen Dollar übertrumpfen. Nach 10 Tagen waren schon satte 300 Mio $ erreicht und bis kurz vor dem deutschen Kinostart am 21. August war auch die Rede von 470 Mio $ Box Office - und die Dollar-Jagd ist damit ganz sicher noch lange nicht am Ende.
Kurz nach dem US-Kinostart kletterte “The Dark Knight” auf Platz 1 der IMDb.com Top 250 Liste und verdrängte dabei die beiden Klassiker “Die Verurteilten” (1994) und “Der Pate” (1972) auf die nachfolgenden Plätze - inzwischen haben die beiden zwar wieder Platz 1 und 2 eingenommen, aber Christopher Nolan´s Meisterwerk - diesem Film kann man völlig zurecht diesen Titel geben - hat sich mit 242.630 Abstimmungen (Stand 20. August) auf Platz 3 regelrecht festgefressen.
Michael Caine: “… Superman sei Ausdruck dafür, wie sich die Amerikaner selbst sehen, Batman hingegen, wie die Welt Amerika sieht…”
Bei “The Dark Knight” blieb zum Glück alles beim Alten. An der Story zum Film war abermals David S. Goyer involviert und dieses mal auch Jonathan Nolan, der anschließend gemeinsam mit seinem größeren Bruder Christopher das Drehbuch schrieb. Für den passenden Soundtrack sorgten abermals die beiden Komponisten-Urgesteine James Newton Howard und Hans Zimmer. Hinter der Kamera steht immer noch Wally Pfister - der bei einer Christopher Nolan-Produktion eh nicht mehr wegzudenken ist und mit dem britischen Regisseur seit “Memento” (2000) unentwegt zusammenarbeitet.
Auch an der Besetzung hat sich - bis auf eine Kleinigkeit - zum Glück nichts geändert. Christian Bale schlüpft zum zweiten Mal ins weiterentwickelte Batman-Kostüm und wird immer noch von Alfred (Michael Caine), Jim Gordon (Gary Oldman) und Lucius Fox (Morgen Freeman) tatkräftig unterstützt. Zusätzliche Hilfe bekommt er im zweiten Teil auch von Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent, der von Aaron Eckhart gespielt wird.
Eine kleine Änderung in der Besetzung gibt es: Maggie Gyllenhaal ersetzt in “The Dark Knight” Katie Holmes, die für die Rolle der Rachel Dawes nicht mehr zur Verfügung stand. In meinen Augen eine sehr sinnvolle Umbesetzung, da jemand wie Katie Holmes - permanent grinsend wie ein Honigkuchenpferd - nicht in die Rolle einer toughen Anwältin passt. Um diesen Part überzeugend rüberzubringen braucht es eine Darstellerin mit Ecken und Kanten und diese hatte man für “The Dark Knight” gefunden: Maggie Gyllenhaal - die drei Jahre ältere Schwester von Jake Gyllenhaal (u.a. “Donnie Darko” und “Jarhead - Willkommen im Dreck”). Sie spielt diese Rolle sehr überzeugend und lässt Katie Holmes “Batman Begins”-Performance sehr schnell vergessen.
“The Dark Knight” ist der erste große Spielfilm, der in sechs Sequenzen - darunter auch die ersten sechs Minuten - mit IMAX-Kameras aufgenommen wurde, was eine revolutionäre Kombination beider Filmformate bedeutet. IMAX ist ein Kino-System, dass von der gleichnamigen kanadischen Firma entwickelt wurde. Bei IMAX wird das größte Filmformat weltweit verwendet, was durch die extrem hohe Auflösung Leinwandflächen von 500 Quadratmeter und mehr in ausgezeichneter Bildqualität ermöglicht - wer also ein IMAX-Kino in seiner Nähe hat, sollte sich “The Dark Knight” unbedingt dort anschauen!!!
Die Darsteller
Doch kommen wir nun zum wichtigsten Part in “The Dark Knight” - auch wenn Christian Bale als Bruce Wayne bzw. Batman die Hauptrolle spielt - ist Heath Ledger in der Rolle des fiesen Joker doch der tragende Darsteller und das hat rein gar nichts mit dem frühzeitigen Tod des australischen Actors zu tun.
Heath Andrew Ledger wurde am 4. April 1979 im australischen Perth geboren und spielte zwischen 1992 und 1999 in einigen Filmen und Serien kleinere Rollen. Erst mit der Komödie “10 Dinge, die ich an Dir hasse” - die auf Williams Shakespeares Theaterstück “Der Widerspenstigen Zähmung” basiert - gelang ihm an der Seite von Julia Stiles und Joseph Gordon-Levitt der Durchbruch.
Danach folgten Auftritte neben Mel Gibson in Roland Emmerich´s “Der Patriot” (2000), in Brian Helgeland´s “Ritter aus Leidenschaft”, in Marc Forster´s “Monster´s Ball” (beide 2001) und in Terry Gilliam´s “The Brothers Grimm” (2005).
2005 gelang dem smarten Australier mit der Darstellung des Ennis Del Mar in Ang Lee´s gefühlvollen Drama “Brokeback Mountain” der endgültige Durchbruch. Der Film basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte der Schriftstellerin Annie Proulx, von der unter anderem auch die Romanvorlage zum Drama “Schiffsmeldungen” stammt. Der schwedische Regisseur Lasse Hallström hatte den Roman 2001 mit Kevin Spacey, Judi Dench, Julianne Moore und Cate Blanchett in den Hauptrollen verfilmt. “Brokeback Mountain” handelt von einer Liebesbeziehung zwischen zwei Cowboys, die zum einen von Heath Ledger und zum anderen von Jake Gyllenhaal gespielt werden.
Ang Lees Tragik-Romanze wurde 2006 für insgesamt acht Academy Awards nominiert und gewann letztendlich drei der begehrten Oscars in den Kategorien “Beste Regie” (Ang Lee), “Bester Soundtrack” (Gustavo Santaolalla) und “Bestes Drehbuch nach einer Vorlage” (Larry McMurtry + Diana Ossana). Heath Ledger, der in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” nominiert war, ging leider leer aus und musste sich Philip Seymour Hoffman geschlagen geben, der den Oscar für seine Performance im Film “Capote” gewann.
Nach “Brokeback Mountain” folgte unter anderem noch die Historien-Verfilmung “Casanova” (2005) von Regisseur Lasse Hallström, das Suchtdrama “Candy” (2006) von Regisseur Neil Armfield und das Bio-Pic “I’m Not There.” über die Musiker-Legende Bob Dylan.
In seiner Rolle als Joker agierte Heath Ledger in seinem letzten - vollständigen - Film. Am 22. Januar 2008 starb er an einer Überdosis verschreibungspflichtiger Tabletten. Er war bis August 2007 mit der Schauspielerin Michelle Williams - die er bei den Dreharbeiten zu “Brokeback Mountain” kennen und lieben lernte - liiert und hat mir ihr gemeinsam eine kleine Tochter (geboren am 28. Oktober 2005).
Obwohl “The Dark Knight” immer wieder als Heath Ledgers ´letzter Film´ gehandelt wird, stimmt das nicht ganz. Richtig ist die Tatsache, dass “The Dark Knight” sein letzter vollständiger Film ist, aber der letzte Film in dem er mitspielt wird definitiv Terry Gilliam´s Fantasy-Abenteuer “The Imaginarium of Doctor Parnassus” sein, der sich im Januar 2008 noch mitten in den Dreharbeiten befand.
Seine Rolle wurde nach Ledgers Tod von Regisseur Terry Gilliam - mit dem er schon 2005 bei “The Brothers Grimm” zusammengearbeitet hatte - mit drei weiteren Schauspielern besetzt, um zum einen die Wandlungen des Charakters Tony zu versinnbildlichen und zum anderen um zu demonstrieren, “dass man jemanden wie Heath Ledger nicht wirklich ersetzen kann” - wie es Georg Seeßlen kürzlich in einem Artikel zu “The Dark Knight” sehr passend geschrieben hatte.
Die Rolle des Tony wird in diesem Film von Johnny Depp, Colin Farell und Jude Law weitergespielt - alle drei haben sich bereit erklärt auf ihre Gage zu verzichten und diese stattdessen Heath Ledgers kleiner Tochter zu spenden.
Laut der Panini Vorschau #21 bereitete sich Heath Ledger auf ungewöhnliche Art und Weise auf seine Rolle als fieser Joker vor. Er soll sich einen Monat lang in einem Hotelzimmer eingeschlossen und ein Tagebuch geführt haben, indem er Gedanken und Gefühle festhielt, die den mörderischen Clown seiner Meinung nach antreiben. Als einstimmende Lektüre dienten ihm dabei auch die Comic-Klassiker “The Killing Joke” von Alan Moore und “Arkham Asylum” von Grant Morrison. Weitere Inspirationen bezog er aus Malcom McDowell’s Darstellung des Alex in Stanley Kubrick´s Klassiker “Uhrwerk Orange” und der Punk-Legende und “Sex Pistols” Bassisten Sid Vicius, den “Detective Gordon”-Darsteller Gary Oldman 1986 im Film “Sid & Nancy” darstellte.
Alfred Pennyworth: “Manchen Menschen sind logische Motive wie etwas Geld absolut fremd. Man kann sie weder kaufen, einschüchtern, durch Argumente überzeugen noch mit ihnen verhandeln. Manche Menschen wollen einfach zusehen, wie die Welt in Flammen aufgeht.”
Der Brite Christian Bale arbeitete nach “Batman Begins” (2005) und “Prestige - Die Meister der Magie” (2006) in “The Dark Knight” zum dritten Mal mit seinem Landsmann Christopher Nolan zusammen. Bale, der am 30. Januar 1974 im Walisischen Städtchen Haverfordwest geboren wurde, startete 1986 im TV-Film “Anastasia” seine Filmkarriere. Ein Jahr später hatte er in der Astrid Lindgren Verfilmung “Mio, mein Mio” und in Steven Spielberg´s “Das Reich der Sonne” - einer Romanverfilmung des englischen Autors J. G. Ballard - schon zwei sehr große Rollen inne.
In den 90ern folgten dann unter anderem Filme wie “Die Schatzinsel” (1990), “Newsies - Die Zeitungsjungen” (1992), “The Portrait of a Lady” (1996) und “Velvet Goldmine” (1998).
Im Jahr 2000 gelang ihm mit der Darstellung des Patrick Bateman in Mary Harron´s Romanverfilmung “American Psycho” der Durchbruch. Nachkommend folgten z.B. “Shaft” (2000), “Laurel Canyon” (2002), “Die Herrschaft des Feuers” (2002), “Equilibrium - Killer of Emotions” (2002) und auch “The Machinist” (2004) von Regisseur Brad Anderson. Letzterer Film bestach nicht nur durch die exzellente darstellerische Leistung von Christian Bale, sondern auch deswegen, weil der Schauspieler für die Rolle des Trevor Reznik satte 30 Kilogramm - also nahezu ein Drittel seines Gesamtgewichts - abnahm und sie nach dem Film mit einer strengen Kur- und Gewichtstraining wieder zunahm um in “Batman Begins” eine imposante Figur zu machen.
Trotz seines enormen Erfolges konzentriert sich Christian Bale glücklicherweise nicht nur auf Blockbuster-Produktionen, sondern ist zwischendrin immer mal wieder in dem ein oder anderen kleinen aber feinen Film zu sehen. So z.B. 2005 in der 2 Mio $ Produktion “Harsh Times - Leben am Limit” oder 2006 in Werner Herzogs Kriegs-Drama “Rescue Dawn”. Wer es bei letzterem Leid ist, auf eine deutsche Kino- bzw. DVD-Auswertung zu warten - obwohl Central Film sich vor einiger Zeit die Rechte daran gesichert hatte - dem kann ich die US-DVD von MGM empfehlen, die gibt es inzwischen schon für knapp 9,- € z.B. beim Onlinehändler DVD Pacific.
Zu Bales nächsten Projekten zählt unter anderem Michael Mann´s Krimi “Public Enemies”, McG´s “Terminator Salvation” - bei dem unter anderem auch Jonathan Nolan am Drehbuch beteiligt ist - und Joe Carnahan´s “Killing Pablo” - einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Mark Bowden, der unter anderem auch die Buchvorlage für Ridley Scott´s Kriegsdama “Black Hawk Down” (2001) lieferte.
Bruce Wayne: “Ich habe nun gesehen was ich werden muss, um jemanden wie ihn aufzuhalten.”
The Dark Knight - Der Roman zum Film
Der Panini Comics Verlag veröffentlichte am 16. Juli 2008 mit “The Dark Knight” den offiziellen Roman zum Film. In dem 288-seitigen Taschenbuch, dass auf Jonathan und Christopher Nolan´s Drehbuch basiert, handelt Autor Dennis O´Neill den aktuellen Kinofilm “The Dark Knight” sehr schön ausführlich ab und geht auch in den ersten drei Kapiteln auf “Batman Begins” ein und gibt damit dem Leser noch eine kurze Zusammenfassung des bisherigen Geschehens.
Im Gegensatz zu ;“Batman Begins” - dem offiziellen Roman zum Kinofilm der 2005 im Heyne Verlag erschien - gibt es bei dieser Veröffentlichung leider keinen Bildteil mehr, der in vielen Film-Romanen eigentlich immer Bestandteil ist.
Da der Roman “The Dark Knight” den aktuellen Kinofilm 1:1 abhandelt, empfehle ich persönlich, sich zuerst den Film im Kino anzusehen und dann erst das Buch zu lesen, um das ganze nochmal schön in Ruhe Revue passieren zu lassen.
Mein Fazit
Während ich dieses Review schreibe, läuft im Hintergrund - wie sollte es auch anders sein - der Soundtrack zu “The Dark Knight” ab. Ich kaufe nicht wirklich viele CDs und wenn überhaupt, dann weitestgehend nur Soundtracks und dieser musste definitiv gekauft werden, nachdem ich “The Dark Knight” vor knapp drei Wochen auf der Pressevorführung gesehen hatte.
Die beiden Komponisten James Newton Howard und Hans Zimmer zauberten zu diesem Meisterwerk wieder einen exzellenten und sehr kraftvollen Soundtrack und können damit sogar noch den fabelhaften Score zu “Batman Begins” um Längen übertreffen. Absolutes Highlight für mich ist das Opening “Why So Serious?”.
Harvey Dent: “Am dunkelsten ist die Nacht vor der Dämmerung. Ich verspreche ihnen, die Dämmerung bricht an.”
Es ist nicht leicht für mich zu “The Dark Knight” ein Fazit zu schreiben. Gesehen haben wir (Andrea und ich) diesen Film am 31. Juli 2008 bei einer Pressevorführung in Stuttgart - also drei Wochen vor dem deutschen Kinostart. Eigentlich wollte ich mein Review sofort danach schreiben und Online stellen - nun hat es doch drei Wochen gedauert und seit heute (21. August) läuft der Film auch schon in den Kinos - aber egal, manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit.
Ich muss zugeben, dass ich kein großer Batman-Fan war, ich habe weder die Comics gelesen, noch kenne ich die TV-Serie mit Adam West bzw. eine der Zeichentrickserien. Die vier Batman-Filme von 1989 - 1997 kenne und habe ich in meiner DVD-Sammlung, aber diese konnten mich nicht unbedingt groß berühren - obwohl ich ein recht großer Fan von Tim Burton und auch Joel Schumacher bin.
Meine Einstellung zu Batman änderte sich aber schlagartig und grundlegend im Oktober 2005, nachdem ich mir die DVD zu “Batman Begins” gekauft und natürlich auch gleich angesehen hatte. Leider, leider habe ich diesen überaus großartigen Film im Kino vollends ignoriert - zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich 2005 aber eh nur zweimal (!!!) im Kino war ( “A History of Violence” + “The Brothers Grimm”).
Christopher Nolan hatte mit seiner Batman-Verfilmung 2005 einen wundervollen, ernsthaften und düsteren Film abgeliefert, der im Gegensatz zu den bisherigen Verfilmungen auch nicht mehr lächerlich wirkt. Obendrein hatte er mit Christian Bale einen exzellenten Darsteller gefunden, der den Part von Bruce Wayne bzw. Batman sehr überzeugend gespielt hat.
Ich persönlich schätze den Briten sehr - auch wenn ich ihn erstmals 2000 im Film “American Psycho” so richtig wahrgenommen hatte. Obgleich sich die Verfilmung nicht unbedingt so genau an Bret Easton Ellis´ Romanvorlage - zweifelsohne das grausamste und heftigste Buch was ich bislang gelesen habe - hält, gefällt mir der Film sehr gut, was vor allem an Christian Bale liegt, der den Patrick Bateman sehr authentisch spielt.
Ich weiß nicht wie oft ich “Batman Begins” bislang gesehen habe, aber dies ist definitiv ein Film, denn ich mir immer wieder ansehen kann, ohne das er irgendwie langweilig wird.
Christopher Nolan hatte mit “Batman Begins” einen Batman geschaffen, der nicht der smarte Sonnyboy und Millionär ist, wie in den Verfilmungen zuvor. Nolan´s Batman ist verletzlich, kein Frauenheld - er hält immer noch an seiner großen Liebe Rachel Dawes fest und hofft sie eines Tages wieder für sich gewinnen zu können - und er füllt sich als Bruce Wayne unwohl.
Wie steht im Presseheft so schön: “Während also Bruce Wayne im Grunde eine Maske trägt, um seine Identität als Batman zu verbergen, ist es eigentlich Batman, durch den Bruces Identität am besten definiert wird - seine öffentlichen Auftritte als Bruce Wayne dienen ihm als ´Maske´, die er trägt, um in der Welt existieren zu können.” - Dem kann man im Grunde nichts mehr hinzufügen.
Für mich ist Nolan´s Batman um ein vielfaches sympathischer als der Batman bzw. Bruce Wayne in den vier Verfilmungen von 1989 - 1997 - daher kann ich mit den beiden neueren Filmen auch viel mehr anfangen als mit dem alten Kram.
Aus diesem Grund habe ich mich natürlich extrem auf “The Dark Knight” gefreut - jeden Bildschnipsel im Internet verfolgt und jeden Trailer geschaut. Schon allein beim Gedanken an den Trailer - und inzwischen auch an den Film - gerade ich ins Schwärmen, werde zittrig und es treibt mir ordentlich Tränen in die Augen. Im Übrigen stehe ich dazu, dass es bei mir bei einigen Filmen hin und wieder sehr emotional zugeht. Und warum? Ganz einfach: Mir tun die Leute einfach nur Leid, die Filme nur so nebenher sehen können, währenddessen Popcorn und Nachos in sich hinein stopfen und das Geschehen auf der Leinwand bzw. dem Fernseher emotionslos verfolgen. Ich liebe Filme über alles und sie sind seit zig Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens.
Wie habe ich es in meinem Kommentar kurz nach der PV geschrieben: “Ich habe mich auf kaum einen anderen Film so extrem gefreut wie auf “The Dark Knight” - bei kaum einen anderen Film war ich je aufgeregter und zappeliger wie vor “The Dark Knight” - an kaum einen anderen Film hatte ich so extrem hohe Erwartungen gestellt, wie an “The Dark Knight” und bei kaum einen anderen Film wurden meine Erwartungen letztendlich so extrem hoch bestätigt wie bei “The Dark Knight” - der Film ist durch und durch ein Meisterwerk allererster Güte!!!”
Auch dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, denn bei diesem Film passt einfach alles - von vorn bis hinten, von links nach rechts!
Für diesen Film einen Superlativ zu finden, um “The Dark Knight” mit einem Wort zu beschreiben, wird fast unmöglich sein. Aber wie heißt es in der Werbung immer so schön: “Kino - dafür werden Filme gemacht.” - im Falle von “The Dark Knight” müsste es nun anders lauten: “ “The Dark Knight” - dafür wurden Kinos gemacht!”
Harvey Dent: “Wenn der Feind vor den Toren stand, gaben die Römer die Demokratie auf und ernannten einen Mann zum Beschützer der Stadt. Das galt nicht als Ehre. Es galt als Dienst an der Allgemeinheit.”
Nun kann man sich natürlich streiten, ob Heath Ledgers tragischer Tod der Grund an dem exorbitanten Erfolg von “The Dark Knight” ist. Fakt ist, auch wenn Heath Ledger am 22. Januar 2008 nicht gestorben wäre, würde der Film genauso erfolgreich in den Kinos laufen und genauso die Massen begeistern. Doch durch den Tod des Australiers wurden - meiner Meinung nach - nur viele weitere Leute auf dieses Werk aufmerksam, die sich vielleicht nicht so für Comic-Verfilmungen bzw. Batman interessieren und sich die diesen Film nicht unbedingt im Kino angesehen hätten.
Ich mag - neben Christian Bale - natürlich auch Heath Ledger sehr und habe seine Filmkarriere mit Begeisterung verfolgt und finde es auch persönlich furchtbar tragisch, dass er an dem gigantischen Erfolg des Filmes nicht mehr teilhaben kann - ebenso tragisch finde ich es, dass sein letzter vollständiger Film letztendlich auch sein erfolgreichster in seiner Filmografie werden wird.
Auch wenn er in jedem seiner Filme sein Bestes gegeben hat, ist seine Darstellung des Jokers ohne jeden Zweifel seine beste Leistung und stellt damit auch die Jack Nicholsons in den Schatten und das soll was heißen!!! Viele, die den smarten Australier immer als Strahlemann bewundert haben, werden sicher von seiner Verwandlung zum Joker zutiefst erschrocken sein. Ledgers Performance ist phänomenal, man ist hin und hergerissen vor Bewunderung, Erstaunen und Traurigkeit. Auch wenn einige wenige Szenen - in denen er z.B. als Krankenschwester (!!!) verkleidet seltsam durch die Gegend schlurft zum Lachen animieren, bleibt einen letztendlich das Lachen im Halse stecken.
Heath Ledger SPIELT den Joker nicht nur - Heath Ledger IST der Joker!!!
Man darf nun auf jeden Fall gespannt sein, wie es im Batman-Universum weitergeht. Obwohl Christian Bale in einem Cinema-Interview mal erwähnt hatte, dass er einen Vertrag für drei Batman-Teile unterschrieben hat, ist aktuell kein weiterer vorgesehen. Selbst in einem Interview - dass am 18. August in unserer örtlichen Tageszeitung abgedruckt war - hatte Regisseur Christopher Nolan gesagt, dass trotz des offenen Endes in “The Dark Knight”, derzeit kein dritter Teil geplant ist. Man solle zwar niemals nie sagen, aber er glaubt, dass es jetzt ein bisschen dauern wird, bis er sich für einen weiteren Batman-Film entscheiden kann.
Laut IMDb.com ist bei ihm aktuell auch kein neuer Film gelistet - ich, und ganz sicher alle anderen Fans, hoffe aber das es definitiv weiter geht, dass er und die gesetzten Batman-Darsteller weitermachen. Auch wenn der Joker sicher - und hoffentlich - fortan Tabu sein wird, aber im Batman-Universum gibt es noch viele weitere Schurken, die es Wert sind einen Auftritt in einer weiteren Batman-Verfilmung haben zu dürfen.
James Gordon: “Er ist der Held, den Gotham verdient, aber nicht der, den die Stadt jetzt braucht. Wir werden ihn jagen, weil er es ertragen kann. Weil er nicht unser Held ist, sondern ein stummer Wächter, ein aufmerksamer Beschützer … ein dunkler Ritter.”
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Am 23. August 2008 um 01:23 Uhr
Mein Kinofilm # 17 in diesem Jahr:
Gestern (Freitag, 22. August) waren wir nach drei Wochen nochmals in “The Dark Knight” - wobei wir eigentlich schon am Donnerstag in die 14:00 Uhr Vorstellung gehen wollten - zum Glück waren wir einen Tag später
. Warum? Ganz einfach, im Schorndorfer Traumpalast lief “The Dark Knight” im größten Saal - zwar nur 199 Sitzplätze, dafür aber THX.
Wir waren ca. 10 Minuten eher da und wunderten uns, warum nix los war. Nachdem die Trailer aller vorbei waren - war immer noch nix los - kein nerviges Popcorn-Volk, keine quatschende Leute - wir hatten mal wieder den ganzen Saal nur für uns alleine und konnten dieses Meisterwerk nochmals in aller Ruhe genießen *schwärm*.
Auch wenn ich in meinem Review locker zehn A4 Seiten voll geschrieben hatte, habe ich längst noch nicht alles angesprochen - sonst wäre das ganze noch viel umfangreicher geworden.
Ich finde den Film nach wie vor einfach nur exzellent, großartig und gigantisch.
Vor ein paar Tagen hatten wir uns nochmals “Batman Begins” angesehen und ich bin der Meinung, dass es in diesem ´ersten´ Teil mehr Action und mehr Effekte gab - in “The Dark Knight” setzen die Autoren ganz klar auf Dialoge, sinnige und einfach wundervolle Dialoge. Action und tolle Effekte gibts natürlich auch, aber diese stehen definitiv nicht im Vordergrund.
Ich werde mir diesen Film ganz sicher noch ein drittes Mal und vielleicht sogar ein viertes Mal anschauen, denn an eine DVD-Veröffentlichung ist dieses Jahr sowieso nicht mehr zu denken. Ich rechne damit, dass “The Dark Knight” im Februar / März auf DVD veröffentlicht wird - ganz sicher in mehreren schönen Editionen *freu*.
Meine Wertung: Nach wie vor 10 / 10 ganz ganz dicken Punkten!!!