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Wir schreiben das Jahr 1946 - der Zweite Weltkrieg ist gerade zu Ende gegangen: Das Archäologen-Ehepaar Rick (Brendan Fraser) und Evelyn O´Connell (Maria Bello) haben im Krieg ein paar Aufträge für die britische Regierung erledigt und sind nun dabei ihren ´Ruhestand´ zu genießen.
Rick übt - Betonung auf “übt” - sich im Fliegenfischen und Evelyn ist eine gefragte Schriftstellerin geworden, die ihre beiden Mumien-Abenteuer niedergeschrieben und erfolgreich vermarktet hat. Auch wenn sich die beiden Abenteurer vorgenommen haben, es in Zukunft ruhiger angehen zu lassen, langweilen sie sich zu Tode und jammern den alten Zeiten voller Action und Abenteuer hinterher.
Da kommt dem Ehepaar das Angebot der britischen Regierung gerade recht: Sie sollen - als Zeichen der Wiedergutmachung - ein altes Relikt von London nach Shanghai ins Museum überführen.
Parallel dazu ist ihr 21-jähriger Sohn Alex (Luke Ford) in China gerade damit beschäftigt das Grab des Drachenkaisers (Jet Li) auszugraben. Einer Legende nach, wurden der furchterregende Herrscher und seine Armee vor über 2000 Jahren von einer Zauberin (Michelle Yeoh) mit einem Fluch belegt und in Terrakotta verwandelt. Der machtgierige und brutale chinesische Drachenkaiser war von ihr dazu verdammt worden, in Ewigkeit eingemauert zu verharren. Gemeinsam mit seiner 10.000 Mann starken Armee wurde er anschließend an einem geheimen und düsteren Ort verbannt.
Doch Alex hat das Grab gefunden und der junge Heißsporn lässt sich dazu verleiten, diesen gnadenlosen Tyrann aus seinem ewigen Schlaf zu wecken - aber zum Glück sind ja inzwischen seine Eltern ebenfalls in China angekommen…
Mit dem Film “Die Mumie” gelang Regisseur Stephen Sommers im Jahre 1999 ein regelrechter Überraschungshit, der weltweit knapp über 400 Mio Dollar eingespielt hatte. Bei diesem Film handelt es sich um ein Remake des gleichnamigen Universal-Horror-Klassikers aus dem Jahre 1932, bei dem damals der aus Böhmen stammende Karl Freund Regie führte und der große Boris Karloff den Part des Im-Ho-Tep bzw. Ardath Bey spielte.
Obwohl damals Regisseure wie Clive Barker, Joe Dante und George A. Romero für das Remake im Gespräch waren, entschied man sich für Stephen Sommers, der zuvor unter anderem die Realverfilmung zu “Das Dschungelbuch” (1994) und den Sci-fi-Horror “Octalus - Deep Rising” (1998) drehte.
Da “Die Mumie” so ein großer Erfolg war, schob man zwei Jahre später die Fortsetzung “Die Mumie kehrt zurück” nach, in dem zum einen die Story um Imhotep und zum anderen die Geschichte von Mathayus, dem Skorpionkönig erzählt wurde. Zu letzterer Geschichte gab es 2002 mit “The Scorpion King” noch einen eigenständigen Film, der den Aufstieg des Skorpionkönigs - gespielt von Dwayne ´The Rock´ Johnson - um 3000 v. Chr. abhandelt.
Obwohl “Die Mumie kehrt zurück” bei den Fans nicht unbedingt so gut ankam wie der Vorgänger, spielte der zweite Teil mit rund 430 Mio Dollar sogar mehr als der erste Teil ein.
Ganze sechs Jahre mussten die Fans nun auf den dritten Teil warten, der am 1. August 2008 unter dem Titel “The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor” in den amerikanischen Kinos startete. Schon am Startwochenende spielte der Film - dessen Budget bei geschätzten 145 Mio Dollar lag - knapp 50 Mio Dollar ein - verfehlte damit aber knapp die Nr. 1 Position, die Christopher Nolan´s geniales Meisterwerk “The Dark Knight” weiterhin tapfer verteidigt.
In Deutschland startet “Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers” - so der deutsche Titel - am 7. August 2008 im Verleih von Universal Pictures. Ob dieser dritte Teil an den großen Erfolg der beiden Vorgänger anknüpfen kann, wird man in den nächsten Wochen und Monaten sehen.
In “Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers” gibt es ein paar wichtige Änderungen, da der Film im Jahr 1946 spielt (Teil 1 spielte 1923 / 1926 - Teil 2 spielte im Jahr 1933). Eines der wichtigsten Änderungen des Filmes ist die Tatsache, dass “Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers” nicht wie die beiden Vorgänger in Ägypten, sondern im China der Nachkriegszeit spielt. Somit fällt auch die Rolle des Ardeth Bay - gespielt von dem aus Israel stammenden Schauspielers Oded Fehr - weg - diesen Part des / der “Wächter(s)” wird nun von Zi Juan (Michelle Yeoh) und ihrer Filmtochter Lin (Isabella Leong) übernommen.
Auch in der O´Connell Familie gab es zwei Änderungen: Rachel Weisz stand beim dritten Teil nicht mehr für die Rolle der Evelyn O´Connell zur Verfügung, da sie am 31. Mai 2006 Mutter geworden ist und bei den Dreharbeiten, die im Sommer 2007 begannen, die Strapazen der großen Reise nach China nicht auf sich nehmen wollte. Sie wurde durch Maria Bello ersetzt, die unter anderem beim Remake “Das Ende - Assault on Precinct 13″ und in David Cronenberg´s “A History of Violence” (beide 2005) mitgespielt hatte.
Weiterhin spielt nun Luke Ford den Part des Alex O´Connell, den im zweiten Teil noch Freddie Boath inne hatte. Aber da Alex im dritten Teil schon erwachsen ist, musste diese Rolle von einem anderen Darsteller besetzt werden.
Einzig Brendan Fraser (Rick O´Connell) und John Hannah (Jonathan Carnahan) sind von den altbekannten Darstellern im dritten Teil verblieben.
Aber auch hinter der Kamera gab es einige Änderungen - die sicher nicht zum Nachteil des Filmes geführt haben. Wichtigste Änderung ist hierbei der Regisseur Rob Cohen - der somit die Nachfolge von Stephen Sommers übernahm. Da dieser bei den beiden Vorgängern für die Drehbücher zuständig war, gab es auch hier einen Wechsel. Somit stammt das Script zu “Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers” vom Duo Alfred Gough und Miles Millar (u.a. Story zu “Lethal Weapon 4 - Zwei Profis räumen auf” + Drehbuch zu “Shanghai Noon”).
Auch beim Kameramann (Simon Duggan für Adrian Biddle), dem Cutter (Kelly Matsumoto + Joel Negron statt Bob Ducsay) und dem Komponisten (Randy Edelman anstatt Jerry Goldsmith bzw. Alan Silvestri) gab es Änderungen.
Stephen Sommers, der aktuell mit der Post-Production zu “G.I. Joe: Rise of Cobra” (kommt am 20. August 2009 in die deutschen Kinos) und mit der Pre-Production zu “Airborne” (2008) und “When Worlds Collide” (2010) beschäftigt ist, fungierte beim dritten Teil als Produzent.
Sein kommender Sci-fi-Film “When Worlds Collide” - der auf den Roman von Edwin Balmer basiert - wird eine Neuverfilmung des Sci-fi-Klassikers “Der jüngste Tag” werden, bei dem 1951, der aus dem polnischen Krakau stammende, Rudolph Maté Regie führte.
Wie weiter oben schon erwähnt, starteten die Dreharbeiten zu “Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers” Ende Juli 2007. Gedreht wurde sowohl im kanadischen Montreal als auch in China - unter anderem in den Shanghai Film Studios und in Peking.
Obwohl bislang offiziell noch keine weitere Fortsetzung geplant ist, hat Maria Bello - laut einem Interview - schon einen Vertrag dafür unterschrieben und auch Alex O´Connell Darsteller Luke Ford würde für weitere Filme zum “Mumien”-Franchise zur Verfügung stehen.
Auch wenn man Regisseur Rob Cohen sicher eher mit Actionfilmen im Stile eines “The Fast and the Furious” (2001) und “xXx - Triple X” (2002) in Verbindung bringen würde, hat der Buddhist und China-Fan Rob Cohen auch schon Filme wie “Dragon - Die Bruce Lee Story” (1993), “Daylight” (1996) und den Fantasy-Film “Dragonheart” (1996) gedreht.
Aktuell ist für 2009 sein “King of the Nudies” angekündigt, für den er als Regisseur und Produzent tätig sein wird. Dieses Bio-Pic soll die Verfilmung der Russ Meyer Biografie “Big Bosoms and Square Jaws: The Biography of Russ Meyer” von Autor Jimmy McDonough werden.
Mich persönlich verbindet mit dem Film “Die Mumie” eine besonders schöne Erinnerung: Ich hatte den Film im Sommer 1999 zwar nicht im Kino gesehen, aber die Collector´s Edition - die ich mir im März 2000 im Nürnberger Saturn gekauft hatte - war meine allererste DVD überhaupt. Inzwischen sind fast 8,5 Jahre vergangen und meine Sammlung umfasst inzwischen annähernd 2.500 DVDs - dennoch erinnere ich mich an diesen Film und diese DVD immer noch recht gerne zurück - auch wenn ich diese Scheibe 2-3 Jahre später durch die schickere Deluxe-Edition mit Teil 1 + 2 ´ausgetauscht´ habe.
Kurz nach dem Kauf und der Sichtung der DVD hatte ich mir auch den Roman zum Film gekauft und den innerhalb von wenigen Tagen durchgelesen. Ich mag den Film “Die Mumie” sehr gerne - auch wenn man diese Abenteuer-Komödie nicht unbedingt mit dem Universal-Horror-Klassiker aus dem Jahre 1932 vergleichen kann.
Von der Fortsetzung “Die Mumie kehrt zurück” war ich zwar ein wenig enttäuscht, aber nach zweimaligem Schauen konnte ich dem Ganzen dann doch wenigstens etwas abgewinnen - was vor allem aber an den amüsanten Sprüchen von Brendan Fraser und auch John Hannah lag.
Eine lange Zeit mussten wir nun auf die Fortsetzung warten. Am Dienstag - dem 5. August 2008 - wurde dieser Film auch der Presse vorgeführt und man konnte sich dann - zwei Tage vor dem offiziellen deutschen Kinostart - einen ersten Eindruck des Filmes machen.
Meiner Meinung nach hat die Verlegung des Settings von Ägypten nach China, der Wechsel des Regisseurs und der Autoren dem Film wirklich gut getan - was nicht heißt, dass ich Stephen Sommers Arbeit nicht schätze, aber mit “Van Helsing” (2004) hatte er eine ganze Menge Potential und auch Sympathiepunkte verschenkt. Vielleicht kann er ja mit “G.I. Joe: Rise of Cobra” im kommenden Jahr wieder eher punkten - dort wird im übrigen Brendan Fraser die Rolle des Gung Ho spielen - man darf also gespannt sein!
Normalerweise sind Umbesetzungen immer sehr ärgerlich - siehe z.B. “Der unglaubliche Hulk” - aber im Falle von Maria Bello kann man es sehr wohl verschmerzen, dass Rachel Weisz nicht mehr dabei ist. Maria Bello´s Auftritt lässt die eigentliche Evelyn O´Connell Darstellerin schon nach wenigen Minuten vergessen. Zum Glück sind ja Brendan Fraser und sein Film-Schwager John Hannah wieder mit von der Partie und beglücken uns abermals mit vielen amüsanten und trockenen Sprüchen. Mir persönlich hat “Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers” recht gut gefallen und tröstet mich über den eher etwas öderen zweiten Teil einigermaßen hinweg.
Eine kleine Anmerkung hätte ich noch. Sicher geht es dem ein oder anderen auch öfters so: Man sitzt im Kino und sieht plötzlich einen Darsteller /in und fängt an zu überlegen, woher man diese(n) kennt. Im Gegensatz zur DVD - wo man kurz auf Pause drücken und auf der Hülle, bzw. schnell im Internet recherchieren kann - geht sowas im Kino natürlich nicht.
Im Falle des General Yang erging es mir gestern wieder mal so. Irgendwo her kannte ich den asiatischen Schauspieler - bis es mir endlich dämmerte: General Yang wird natürlich von Anthony Wong gespielt, der - meiner Meinung nach - 1993 im Cat-III-Schocker “The Untold Story” seine beste und intensivste Leistung unter Beweis stellen konnte. Für diese Rolle erhielt er 1994 auch den Hong Kong Film Award in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” - und das völlig zu Recht!
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Am 27. August 2008 um 11:42 Uhr
Sehr schön besprochen!
Einige Infos, gerade die zu den Änderungen, sind sehr interessant.
Meine Wenigkeit muss in dem Fall - DIE MUMIE Teil 3 - etwas kritischer vorgehen.

Dies Action-Gewitter hat dem liebenswerten Charme der beiden Vorgängerfilme nicht viel entgegenzusetzen. Leider verliert sich der Neue in den unendlichen Weiten seelenloser Hochglanz-Fantasy; spult ein Dauerfeuerwerk an platten Dialogen und CGI-Action herunter. Der wunderbaren Rachel Weisz in ihrer naiv tolpatschigen Art Evelyn O’Connell zu verkörpern und mit diesem umwerfendem Charisma gesegnet, kann Aushilfskraft Maria Bello nicht das Wasser reichen. Bello gibt sich zwar sichtlich Mühe der Rolle der Abenteurerin Leben einzuhauchen, scheitert aber darin. Zu gekünstelt wirkt ihre Performance und zudem passen die Kostüme überhaupt nicht zu ihrem Typ. Mit Sicherheit hätte Brendan Fraser lieber mit Weisz gedreht, was immer er in Interviews zum Besten gab von wegen Maria Bello hätte einen guten Job gemacht uns so, scheint die Chemie mit Weisz bedeutend stimmiger gewesen zu sein …
Der gute Mann ist meiner Meinung nach das Highlight des Mumien-Sequels. Topfit und mit dem frischen Bubi-Charme eines gestandenen Mannes füllt er seine Paraderolle Rick O’Connell aus wie gehabt. An Herrn Fraser sind die letzten Jahre anscheinend spurlos vorüber gegangen - ein echter Hinkucker der Kerl!
Die hinreißende Rachel Weisz und der attraktive Brendan Fraser bildeten mit ihren kecken Sprüchen und ironischen Spitzen das Herzstück der ersten beiden Mumien-Abenteuer. Ein herzerfrischender Spaß den beiden bei ihren Exkursionen zuzusehen!
Nun im dritten Spektakel sind die O’Connells mit ihrem erwachsen gewordenen Sohn Alex geschlagen, der sich lieblos, weil ignorant, über alles hinweg setzt was ihm seine Eltern vorgegeben haben. Luke Ford agiert hölzern und trägt die Bürde einen ungemein nervigen Charakter darzustellen.
Michelle Yeoh und Jet Li, längst Martial Arts - Legenden, werten den Film mit ausdruckstarker Präsenz ungemein auf und lassen erahnen was aus DIE MUMIE : DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS hätte werden können …
Daraus geworden ist:
Ein rasantes Action-Adventure, das sich am vorgegebenen Tempo fast zu Fall bringt. CGI-Effekte dominieren derart, dass den Protagonisten der nötige Spielraum zu fehlen scheint. Zudem ist der erfrischende Humor vergangener Tage gewichen, was einen schaalen Nachgeschmack hinterlässt.
Wegen des unstrittigen Unterhaltungswertes, bzw. den Schauwerten gibt es von mir 5,5/10 Punkten.