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Im verschlafenen Städtchen Passaic - zehn Meilen westlich von New York gelegen - betreibt Elroy Fletcher (Danny Glover) seine kleine Videothek “Be Kind Rewind”. Unbeeindruckt vom technischen Fortschritt der heutigen Zeit finden die Kunden in Fletchers Videothek nur VHS-Kassetten, obendrein auch nur zu Filmen, die vor vielen Jahren einmal Blockbuster waren.
Obwohl das Geschäft nicht sonderlich gut geht, kann er sich es immer noch leisten mit Mike (Mos Def) einen Mitarbeiter zu beschäftigen. Neben dem ruhigen und stets besonnenen Mike treibt sich hin und wieder auch noch sein schräger Kumpel Jerry (Jack Black) im Laden rum, obwohl dies Mr. Fletcher eigentlich nicht gerne sieht.
Da mit dieser Videothek nicht viel zu verdienen ist, hat Mr. Fletcher auch kein Geld übrig um das stark heruntergekommene Haus renovieren zu lassen. Da die Stadt an Stelle des grünen schäbigen Hauses einen modernen Komplex errichten will, gibt ihm das Bauamt der Stadt 60 Tage Zeit um Geld für die Renovierung aufzutreiben, ansonsten drohen sie mit dem Abriss des Gebäudes.
Mr. Fletcher hat auch schon eine Idee, wie er seinen Laden schnell wieder zum Laufen bringen kann und bricht daher zu einer mehrtägigen ´Geschäftsreise´ auf. Unter dem Vorwand, er nehme an einer Veranstaltung zum 60. Todestag des berühmten Jazzpianisten Fats Waller teil - der vor gut 100 Jahren angeblich im Haus von Fletcher geboren wurde - vertraut er seine Videothek für diese Zeit seinem einzigen Angestellten Mike an. Doch Mr. Fletchers mahnende Worte zum Abschied hätte sich Mike dann doch zu Herzen nehmen sollen: “Lass Jerry nicht in den Laden!”
Jerry, der schräg gegenüber der Videothek neben einem großen Elektrizitätswerk wohnt und dort eine heruntergekommene Autowerkstatt betreibt, ist überzeugt davon, dass die vom E-Werk abgestrahlten “Mikrowellen” ihn manipulieren, kontrollieren und schließlich auch töten werden. Daher plant er eine Sabotage-Aktion und sucht in Mike einen Komplizen, doch der hat auf sowas keine Lust und lässt Jerry bei seiner nächtlichen Antistrahlenaktion im E-Werk alleine zurück.
Es kommt wie es kommen muss, Jerry gerät mit Starkstrom in Kontakt und zappelt wie wild im elektrischen Feld.
Am nächsten Morgen geht es ihm verdammt schlecht und er ist noch mehr neben der Spur, als er es eigentlich eh schon ist. In der Videothek geht er anschließend nicht nur Mike auf die Nerven, sondern auch einer Kundin, die eigentlich in Ruhe einen Film auswählen möchte.
Schon bald zeigen sich die gravierenden Nebenwirkungen von Jerrys nächtlicher Aktion im E-Werk: Zwei Kunden aus der Videothek beschweren sich bei Mike darüber, dass auf den ausgeliehenen VHS-Kassetten nichts weiter drauf ist als Bildrauschen. Voller Panik prüft Mike sämtliche Filme der Videothek, das Ergebnis ist niederschmetternd - alle Filme wurden unwiderruflich gelöscht. Mike kann sich diese Katastrophe absolut nicht erklären - bis Jerry den Laden betritt und der Fernseher verrückt spielt, sobald sich dieser durchgeknallte Typ nähert.
Jetzt kann sich Mike so einiges erklären: sein Kumpel wurde bei seinem Sabotageakt magnetisch aufgeladen und hat dadurch sämtliche Bänder im Laden gelöscht - eigentlich eine Bankrotterklärung für Mr. Fletchers Videothek.
Doch viel Zeit bleibt den beiden nicht eine Lösung für das Problem zu finden, denn mit Miss Falewicz (Mia Farrow) betritt eine gute Kundin und Bekannte von Mr. Fletcher das Geschäft. Sie telefoniert jeden Abend mit ihm und soll hin und wieder nach dem Rechten sehen. Außerdem möchte sie sich unbedingt das Video zu “Ghostbusters” ausleihen, den sie bislang noch nicht gesehen hat. Obwohl Mike alles Mögliche versucht, die Dame auf den nächsten Tag zu vertrösten, lässt sie sich nicht abwimmeln und bleibt stur. Bis 19:00 Uhr gibt sie Mike Zeit, ihr dieses Video zu besorgen.
Da die andere Videothek im Ort längst auf DVDs umgestellt hat und auch Mike bei seinen Kumpels “Ghostbusters” nicht auf Video auftreiben kann, fasst er einen gewagten Plan und eröffnet Jerry sein Rettungskonzept: Sie müssen unbedingt bis 19:00 Uhr eine eigene Version von “Ghostbusters” drehen, damit der Fauxpas nicht so schnell auffliegt. Bewaffnet mit einer uralten Videokamera, einiges an Kreativität und Utensilien, die gerade zu greifen sind, drehten das Duo eine 20-Minuten-Version von “Ghostbusters” - doch bei diesem Film soll es nicht bleiben…
Michel Gondry´s amüsante Komödie wurde zwischen September und November 2006 mit einem Budget von 20 Mio $ in New York City und Passaic, New Jersey gedreht.
Seine Premiere feierte der Film am 20. Januar 2008 auf dem Sundance Film Festival und bei der 58. Berlinale im Februar lief der Film im Wettbewerb außer Konkurrenz. Parallel dazu startete “Be Kind Rewind” am 22. Februar 2008 offiziell in den US-Kinos und ab dem 3. April auch in den deutschen Lichtspielhäusern im Verleih von Senator Film.
Der französische Regisseur Michel Gondry, der am 8. Mai 1963 in Versailles geboren wurde, hat sich vor allem als Werbespot- und Musik-Video-Regisseur einen Namen gemacht. Zu seinem Kunden im Musik-Video-Bereich zählen unter anderem die Isländerin Björk (u.a. “Human Behaviour”), Daft Punk (u.a. “Around the World”) und The Rolling Stones (u.a. “Gimme Shelter”) - einen schönen Einblick in seine Arbeit bekommt man z.B. auf der Doppel-DVD “The Work Of Michael Gondry” .
Aber er hat auch schon bei einigen Filmen wie z.B. “Vergiss mein nicht” (OT: “Eternal Sunshine of the Spotless Mind”) und “The Science of Sleep” sowohl Regie geführt als auch das Drehbuch dazu beigesteuert.
Senator Home Entertainment bringt “Abgedreht - Be Kind Rewind” am 3. September 2008 in den Verleih und am 29. September dann endlich in den Verkauf. Beide Versionen werden sowohl bei der Ausstattung als auch den Extras identisch sein. Da mir für mein Review leider nur eine Presse-DVD zur Verfügung stand, kann ich zu den Extras leider keine weiteren Angaben machen. Laut der Pressemitteilung wird die fertige DVD rund 70 Minuten an Bonusmaterial, darunter auch das Making of beinhalten.
Ich hatte den Film damals leider Anfang März bei der Pressevorführung verpasst und war auch ab April nicht im Kino - obwohl ich es mir eigentlich fest vorgenommen hatte. Dank der, von Senator Home Entertainment zur Verfügung gestellten, Presse-DVD konnte ich mir nun endlich einen ersten Eindruck verschaffen und bin positiv überrascht - auch wenn man aus dem Thema einiges mehr herausholen hätte können. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich - bis auf einige Musik-Videos und Werbespots - bislang keinen Spielfilm von Michel Gondry gesehen habe - was aber bei den beiden obengenannten Filmen auf jeden Fall baldigst nachgeholt wird.
Obgleich ich den Nebenplot, um den fiktiven Jazzpianisten Fats Waller, ziemlich unpassend und eher langweilige finde, versprüht der Film trotzdem eine Menge Charme und Nostalgie pur und kann trotz einiger Längen unterhalten. Als Zuschauer fühlt man sich unweigerlich an alte VHS-Zeiten erinnert - die bei dem ein oder anderen sicher schon etwas länger zurückliegen.
Obwohl ich persönlich seit rund 8,5 Jahren DVDs sammle, denke ich immer noch gerne an meine VHS-Zeit zurück. Insbesondere in meiner Lehrzeit (1992-95) verging kaum ein Tag wo ich nicht in der örtlichen Videothek anzutreffen war. Auch wenn diese nicht sonderlich groß und umfangreich war, hab ich eigentlich immer wieder Filme gefunden, die ich noch nicht kannte und die mich interessierten - auch wenn ich mich zu dieser Zeit eher auf Mainstream-Ware und Blockbuster konzentrierte. Parallel dazu habe ich natürlich auch in all den Jahren selbst eine umfangreiche VHS-Sammlung aufgebaut, die sowohl Originale als auch selbst aufgenommene Kassetten umfasste.
Als ich dann im März 2000 anfing die ersten DVDs zu kaufen, habe ich diese VHS-Sammlung samt Videorecorder an meine Family verschenkt - so schnell hat mich das Medium DVD fasziniert und überzeugt *grins*.
Nochmal zurück zum Thema fiktiver Jazzpianist: Hier hätte man stattdessen einen Schauspieler bzw. Filmemacher wählen können, dass hätte doch viel besser zum eigentlichen Thema des Filmes gepasst. Weiterhin wäre es schön gewesen, wenn Michel Gondry mehr Cameo-Auftritte eingebaut hätte - denn Sigourney Weaver hier im Film als Einzige einen kurzen Auftritt als Anwältin, die die Filmstudios bei ihrer Klage gegen “Be Kind Rewind” vertritt.
Die Schauspieler agieren im Film durchweg überzeugend, auch wenn man ihnen leider nicht immer ansieht, dass sie Spaß dabei hatten. Über Jack Black muss man eigentlich nicht viel schreiben, ich mag den Typen seit vielen Jahren und er ist meiner Meinung nach ein Darsteller, der jeden Film aufwertet, egal wie groß seine Rolle letztendlich ist. Meine zwei absoluten Lieblings-Jack-Black-Filme sind “School of Rock” von Regisseur Richard Linklater und “Kings of Rock - Tenacious D” von Regisseur Liam Lynch und auf die kommende Komödie “Tropic Thunder”, wo Jack Black an der Seite von Robert Downey Jr. und Ben Stiller - der auch Regie führt - agiert, freue ich mich eh schon ganz arg!
Alles in allen ist “Abgedreht” - (was für ein blöder deutscher Titel) - ein kleiner netter Film für zwischendurch den man sich - zumindest auf DVD (auf VHS wird er sicher nicht mehr veröffentlicht werden) - unbedingt mal ansehen sollte!
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