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Story
Ben Carson (Kiefer Sutherland) ist ein Ex-Cop, der nach dem Tod seines Partners, den er versehentlich erschossen hatte, vom Dienst suspendiert ist. Dadurch sucht er inzwischen sein Seelenheil im Alkohol und in Tabletten und entfremdet sich so immer mehr von seiner Frau Amy (Paula Patton) und den beiden Kids Michael (Cameron Boyce) und Daisy (Erica Gluck), so dass es immer wieder zum Streit kommt.
Nachdem er nach dem Rausschmiss seiner Frau in der Wohnung seiner Schwester Angela (Amy Stewart) untergekommen ist, sucht sich Ben einen neuen Job als Wachmann. Dabei soll er die Nachtschicht im abgebrannten Mayflower Building in Manhattan übernehmen, einem ehemaligen Luxuskaufhaus, in dem vor einigen Jahren eine Bandkatastrophe 29 Menschen das Leben kostete.
Doch der angeblich so ruhige Job stellt sich für Ben ganz schnell als wahrer Alptraum heraus. Schon in der ersten Nacht entdeckt er in den dunklen, ruß-verkohlten Hallen und Gängen des Gebäudes auf einem der riesigen Spiegel, die seltsamerweise von der Brandkatastrophe verschont geblieben sind, merkwürdige Handabrücke.
Auch in der zweiten Schicht macht er wieder seltsame Entdeckungen, wobei die für ihn unerklärlichen Handabrücke noch das harmloseste sind, was er in dieser Nacht zu sehen bekommt: Als er die Spiegelfläche berührt, beginnt der Spiegel plötzlich an zu zerbrechen und verletzt ihn an der Hand. Kurz darauf sieht er in einem der anderen Spiegel die Reflektion einer brennenden und furchtbar schreienden Frau.
Doch Ben ist nicht der einzige, der in dieser Nacht von der geisterhaften Erscheinung der verbrennenden Frau heimgesucht wird: Auch sein Sohn Michael erwacht daheim plötzlich schweißgebadet aus einem Alptraum, in dem er eine um Hilfe schreiende Frau gesehen hatte. Während Amy ihren kleinen Sohn tröstet, sieht man in Michaels Computermonitor das Spiegelbild der Frau wieder…
Background // Die Dreharbeiten
Der junge französische Regisseur Alexandre Aja hat nach “The Hills have Eyes” (2006) mit “Mirrors” zum zweiten Mal ein Remake gedreht. Doch anstatt einen weiteren US-Film neu zu verfilmen, nahm es sich dieses mal den koreanische Horrorfilm “Geoul sokeuro” von Regisseur Kim Sung-ho aus dem Jahre 2003 vor. Dieser Film wurde im Dezember 2004 vom Label e-m-s unter dem Titel “Into the Mirror” hierzulande auf DVD veröffentlicht - zum einen als Single-Disc-Edition und zum anderen als 2-DVD-Special Edition mit zahlreichen Extras.
Nachdem “Mirrors” auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest lief, bringt Kinowelt diesen spannenden Horror-Thriller am 30. Oktober 2008 auch endlich in die deutschen Kinos. In den USA läuft dieser Film schon seit dem 15. August und in England startet er offiziell am 3. Oktober in den Lichtspielhäusern.
“Mirrors” wurde - wie 2003 zuvor auch schon “High Tension” - fast komplett im rumänischen Bukarest gedreht. Einige wenige Außenaufnahmen wurden in New York und Los Angeles gemacht.
Für die Kulisse des gruseligen und ausgebrannten Mayflower Kaufhauses diente das eindrucksvolle Gebäude der Akademie der Wissenschaften, einem gewaltigen Bau, der Mitte der 80er Jahre unter der Regierung des Kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu errichtet und nach seinem Tod im Jahre 1989 unvollendet als Bauruine zurückgelassen wurde.
Mit Produktionsdesigner Joseph C. Nemec III stand dem Filmteam ein erfahrener Szenenbildner zur Seite, mit dem Alexandra Aja schon 2006 bei “The Hills have Eyes” zusammen arbeitete. Gemeinsam mit seinem Team hatte dieser alle Hände voll zu tun, denn die 1800 Quadratmeter große raue, institutionelle Architektur musste für den Film in ein abgebranntes und völlig verrußtes Luxuskaufhaus umgewandelt werden.
1991 war Joseph C. Nemec III unter anderem auch für das Produktionsdesign in James Cameron´s Action-Meisterwerk “Terminator 2 - Tag der Abrechnung” verantwortlich und wurde für diese Arbeit 1992 für den BAFTA Film Award nominiert.
Der Regisseur // Die Drehbuchautoren
Der am 7. August 1978 in Paris geborene Filmemacher Alexandra Aja hat zu “Mirrors” - wie auch schon zu “The Hills have Eyes” (2006), zu “High Tension” (2003) und zu seinem Spielfilmdebüt “Furia” (1999) das Drehbuch gemeinsam mit seinem Kumpel Grégory Levasseur geschrieben. Die beiden kennen sich annähernd 20 Jahre und haben unter anderem die Story und das Drehbuch zu Franck Khalfoun´s Debütfilm “P2 - Schreie im Parkhaus” beigesteuert - Kinowelt Home Entertainment hatte diesen Horror-Thriller im August 2008 auch hierzulande auf DVD veröffentlicht.
Im Jahre 2004 setzte das US-Branchenmagazin Variety Alexandra Aja - Sohn des französischen Regisseurs Alexandre Arcady (u.a. “Der Boss” (1985) mit Jean-Paul Belmondo) - auf die Liste der zehn besten Regisseure des Jahres. Obwohl er damals mit “Over the Rainbow” (1997) einen Kurzfilm und mit “Furia” (1999) und “High Tension” (2003) erst zwei Spielfilme gedreht hatte.
Sein Debüt “Over the Rainbow” - ein 10-minütiger Kurzfilm - trat 1997 beim Cannes Film Festival an und brachte dem damals erst 18-jährigen Alexandra Aja eine Nominierung für die Golden Palme in der Kategorie “Bester Kurzfilm” ein. Zwei Jahre später gab er mit “Furia” sein Spielfilmdebüt. Dieses Sci-fi-Drama wurde 2001 auf dem Fantasporto-Festival im portugiesischen Porto in der Kategorie “Bester Film” nominiert.
Sein Durchbruch gelang Alexandra Aja 2003 mit dem knallharten Horror-Thriller “High Tension”, in dem Cécile De France, Maïwenn Le Besco und Ur-Gestein Philippe Nahon die Hauptrollen übernahmen. Auch dieser Film wurde wieder für einige Preise nominiert und gewann auch vier Awards beim International Film Festival in Sitges - unter anderem in den Kategorien “Beste Regie” und “Bestes Make-up”, für das sich der italienische Special-Makeup-Effects Artist Giannetto De Rossi verantwortlich zeigte. De Rossi hatte in den 70er und 80er Jahren mit vielen bekannten Regisseuren, darunter Jorge Grau ( “Let Sleeping Corpses Lie” 1974), Lucio Fulci ( “Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies” 1979 + “Das Haus an der Friedhofsmauer” 1981) und Peter MacDonald ( “Rambo III” 1988) zusammengearbeitet.
Im Jahre 2006 gab Alexandra Aja mit “The Hills have Eyes” sein Debüt in Hollywood und verpasste Wes Craven´s gleichnamigen Klassiker aus dem Jahre 1977 ein neues Gewand.
Als nächstes steht für die beiden Franzosen Alexandre Aja und Grégory Levasseur 2009 der Film “Piranha 3-D” an, Joe Dante´s blutigen Tierhorror-Klassiker aus dem Jahre 1978 dreidimensional adaptieren soll. Dieser Film befindet sich aktuell aber noch in der Vorbereitung, so dass noch kein Termin für einen Kinostart vorliegt.
Die Crew
Der Regisseur Alexandra Aja konnte neben dem oben schon erwähnten Szenebildner Joseph C. Nemec III auch bei der restlichen Crew auf sehr erfahrene Leute zurückgreifen. Hinter der Kamera stand sein französischer Kollege Maxime Alexandre, mit dem er 2003 schon bei “High Tension” und 2006 bei “The Hills have Eyes” zusammengearbeitet hatte.
Auch der spanische Komponist Javier Navarrete ist im Filmgeschäft kein Unbekannter. 2000 komponierte er unter anderem die Filmmusik für Agustí Villaronga´s Drama “Das Meer”, ein Jahr später arbeite er bei “The Devil´s Backbone” zum ersten Mal mit dem mexikanischen Filmemacher Guillermo del Toro und 2006 wiederholten die beiden beim oscarprämierten Meisterwerk “Pan´s Labyrinth” ihre Zusammenarbeit - für die Navarrete 2007 auch für den Oscar nominiert wurde.
Auch beim Cutter konnte Alexandra Aja mit Baxter auf einen alten Bekannten aus Frankreich bauen, mit dem er zuvor schon 2003 und 2006 zusammengearbeitet hatte. 2007 sorgte Baxter bei dem knallharten und umstrittenen französischen Horror-Thriller “Inside” - für den Alexandre Bustillo und Julien Maury als Regisseure fungierten - für den perfekten Schnitt.
Die Darsteller
Für die Hauptrolle hatte man mit Kiefer Sutherland einen perfekten und sehr routinierten Schauspieler gefunden, der insbesondere in den letzten Jahren in der Rolle des Jack Bauer in der international sehr erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten TV-Serie “24″ glänzen konnte.
Der Sohn von Donald Sutherland gab 1983 in der Komödie “Max Dugans Moneten” sein Schauspieldebüt. Danach folgten z.B. Rollen in “Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers” (1986), “Lost Boys” (1987), “Flatliners” (1990), “Eine Frage der Ehre” (1992), dem US-Remake “Spurlos” (1993) und “Dark City” (1998).
Für das kommendes Jahr ist ein Kinofilm zur TV-Serie “24″ angekündigt, in dem Kiefer Sutherland natürlich die Rolle des Jack Bauers übernehmen wird. Als Regisseur ist dazu Jon Cassar im Gespräch, der auch bei mehreren Folgen der gleichnamigen Serie den Part des Regisseurs ausgeübt hatte.
Den Part von Ben Carsons Ehefrau Amy übernahm die Schauspielerin Paula Patton, die erst 2005 in der Komödie “Hitch - Der Date Doktor” ihr Spielfilmdebüt gab. 2006 spielte sie neben Denzel Washington die weibliche Hauptrolle in Tony Scott´s spannenden Sci-fi-Thriller “Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit”. Zu ihren kommenden Filmen zählt unter anderem das Drama “Push” von Regisseur Lee Daniels (u.a. “Shadowboxer” 2005), das im kommenden Jahr in die Kinos kommen wird.
Amy Smart, die hier im Film Ben Carsons Schwester spielt, hatte 1997 unter anderem in Paul Verhoeven´s “Starship Troopers” einen kleinen Auftritt und danach in den Filmen “Road Trip” (2000), “The Butterfly Effect” (2004), “Starsky & Hutch” (2004) und natürlich 2006 an der Seite von Jason Statham in “Crank” mitgespielt. Zu letzterem kommt mit “Crank 2: High Voltage” 2009 auch die Fortsetzung in die Kinos - aktuell ist für Deutschland der 16. April 2009 im Verleih von Universum Film im Gespräch.
Mein Fazit
Eigentlich war “Mirrors” für uns schon fest für das Fantasy Filmfest eingeplant, doch die Einladung zur Pressevorführung, die am 19. August in Stuttgarter Atelier am Bollwerk stattfand, kam uns zuvor. Somit konnten Andrea und ich uns diesen Film schon vorab in aller Ruhe anschauen.
Ich persönlich hegte ja sehr hohe Erwartungen was diesen Film betraf - weniger weil ich das koreanische Original kenne und mag, sondern mehr wegen Regisseur Alexandre Aja, dessen beide vorherigen Filme ich sehr mag und schätze.
Das erste Mal in Berührung mit einem Film von Alexandre Aja bin ich in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2004 gekommen. Damals hatte ich mir über Umwege die koreanische Special Edition zu “High Tension” besorgt, die im Gegensatz zur deutschen Leih- und Verkaufsversion von MC One komplett ungeschnitten ist.
Woher ich das Datum noch so genau weiß? Ganz einfach: jogiwan hatte damals im Sense of View Forum einen Thread eröffnet und wir hatten darin fleißig über diesen Film diskutiert - unter anderem veröffentlichte ich kurz nach der Sichtung meine ersten Eindrücke. Auch wenn es jetzt schon wieder fast vier Jahre her ist, kann ich mich an dieses ´Erlebnis´ sehr gut erinnern und weiß wie ich damals ´durch den Wind´ war.
Umso mehr hatte ich mich dann auf sein Remake zu Wes Craven´s 70er Jahre Terrorfilm “The Hills have Eyes” gefreut - das ich leider auf den Fantasy Filmfest Nights 2006 verpasst hatte - Eli Roth´s “Hostel” hatte ich mir Freitags noch angeschaut, es aber am Samstag nicht nach Stuttgart geschafft, schade!
Ich bin mir jetzt gar nicht mehr sicher, ob ich zuerst Aja´s gleichnamiges Remake, oder doch Craven´s Original auf DVD gesehen hatte - aber mir gefallen definitiv beide auf ihre eigene Art und Weise sehr gut.
Um wieder zurück zum eigentlichen Thema zu kommen: Bevor es zur Pressevorführung ging hatte ich mir natürlich das koreanische Original auf DVD besorgt und auch gleich angeschaut - obwohl ich asiatische Gruselfilme sehr mag, hat mich “Into the Mirror” ehrlichgesagt furchtbar gelangweilt und nach einer Stunde Gähnen wurde der Film auch abgeschaltet. Daher mag ich hier nicht unbedingt irgendwelche Vergleiche anstellen wollen. Nur so viel: Alexandre Ajas Version ist deutlich düsterer, von Anfang an spannender und durch das ausgebrannte und rußige Kaufhaus auch irgendwie dreckiger und nicht so steril wie im koreanischen Original - denn dort steht das Kaufhaus nämlich kurz vor seiner Wiedereröffnung.
Mir persönlich hat “Mirrors” ausgesprochen gut gefallen und er ist ein seit langem mal wieder ein Film, der mich von der ersten bis zur letzten Minute regelrecht im Kinosessel gefesselt hatte - auch wenn ich die Sitze im Atelier am Bollwerk nicht gerade bequem finde *zwinker*. Aja versteht es einfach eine unglaubliche und atmosphärische Spannung aufzubauen und diese dann auch über den ganzen Film hinweg zu halten.
Sicher, “Mirrors” mag nicht unbedingt etwas NEUES sein und innovativ ist der Film schon gar nicht, aber er ist auf seine eigene Art und Weise sehr gut und extrem spannend geworden.
Im Gegensatz zu “High Tension” und “The Hills have Eyes” verzichtet der Film weitestgehend auf extreme Effekte - wobei mit Mike McCarty und Jaremy Aiello von der Firma KNB FX Group eine sehr gute und erfahrene Special Make-up Effects-Crew vor Ort war. Die Szene mit Amy Smart in der Badewanne ist schon sehr heftig, passt aber dadurch nicht so ganz in den eher als gruseliges Ghosthouse-Movie angelegten Film - aber schön anzuschauen ist die Szene dann schon.
Unterm Strich gesehen ist “Mirrors” ein guter und sehr spannender Horrorfilm geworden, denn man sich im Kino definitiv nicht entgehen lassen sollte - insofern er ab dem 30. Oktober 2008 natürlich nicht geschnitten in den deutschen Kinos starten wird - aber so schlimm wird es ihn sicher nicht treffen, wobei man heutzutage nie weiß wie die FSK gerade tickt.
Bezüglich der uns zu erwartenden Freigabe gibt es aktuell leider noch keine Infos, weder von Kinowelt noch von der FSK-Webseite her - aber mit einer KJ-Freigabe sollte man dann doch rechnen!
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