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Es war einmal ein König, der litt unter schrecklicher Impotenz. Als er an einem kalten Wintertag im Schnellverfahren doch noch eine Tochter zeugt, bringt das seine Frau ins Grab. Da sie im Schnee gezeugt wurde, wird das Mädchen auf den klangvollen Namen Schneefickchen getauft. Befriedigung kann dem König fortan nur die böse Kriemhilde beschaffen, die im ganzen Reich bekannt ist für ihre flinke Zunge und wegen ihrer Künste am königlichen Zepter zur Königin ernannt wird. So verstreichen die Jahre, bis Schneefickchen nach reichlichem Üben den Rang als beste Bläserin im Land ihrer Stiefmutter sozusagen ablutscht. Das kann Kriemhilde - die ein dunkles Geheimnis verbirgt - nicht so einfach hinnehmen und verübt einen Mordanschlag auf Schneefickchen. Zum Glück gibt es da noch die sieben Wichser hinterm Berg, deren festes Motto lautet “Willst Du gut und billig mausen, lass ihn durch die Finger sausen!” - bis sie von Schneefickchen endgültig dazu bekehrt werden, dass es zu zweit halt doch mehr Spaß macht…
Holla, die Waldfee! Regisseur Mario Bianchi hat dem Fan des gepflegten Über-Trash hier eine Granate kredenzt, die so manchen bierseligen Abend mit Heiterkeit füllen dürfte. Herr Bianchi hat nicht viele Filme gemacht, dafür aber neben zwei Italo-Western Werke wie “Sexorgien im Satansschloss” (dank dem Label X-Rated nun auch endlich wieder in der Hardcorefassung als “Dr. Porno und die Satanszombies” erschienen - Danke!). Überhaupt scheint der gute Mann im Hardcore Bereich so manches Filmchen geschaffen zu haben. Mit solchen Schmuddeleien verschont uns Bianchi dankenswerterweise in “Schneefickchen und die Sex-Zipfelzwerge”. Sogar etwas zugeknöpft und prüde, auch wenn ab und zu mal ein Busen oder auch mal ein brauner Bär gesichtet werden darf.
Das macht aber gar nix, da der Film an sich schon so bekloppt und voller Kalauer ist, dass es gleich für mehrere Filme gelangt hätte. Allein Aldo Sambrell als impotenten König zu sehen, ist schon ein Knaller für sich, besonders wenn man Sambrell als Italo-Western Sternchen sonst ganz anders kennt. Star des Films ist jedoch Michela Miti, die ihre prachtvollen Brüste hier sehr gern zur Schau stellt und in Italien einen gewissen Kultstatus besitzt. Ihre Version von Schneewittchen ist so gar nicht unschuldig ausgefallen, denn Schneefickchen setzt nur zu gerne ihr “Schleckermäulchen” (O-Ton!) zur Befriedigung der Männerwelt ein. Während sie das Hofpersonal bei den ersten Versuchen noch fast kastriert, reihen sich bald schon ganze Schlangen erwartungsvoller Untertanen vor ihrem Zelt auf. Bis sie dann verstoßen wird und im Wald zu einem bekloppten Mayonnaise Song (!) poppen muss, um ihr Leben zu retten - klingt seltsam, ist aber so…
Dann hätten wir dann auch noch die lüsterne Stiefmutter, die einen Penis hat (!) und das unliebsame Töchterlein vergiftet, in dem sie als Läufer verkleidet diese an eben jenem lutschen lässt. Das Orakel ist im Jahre 1982 auch kein Spiegel mehr, sondern ein Fernseher, in dem ein dämlicher Moderator seine Sprüche ab lässt.
Ich bitte um Entschuldigung, dass die Beschreibungen hier so zusammenhanglos wirken. Andererseits kann man “Schneefickchen und die Sex-Zipfelzwerge” eh kaum in Worte fassen, da hier wirklich purer Blödsinn in Reinkultur herrscht. Die herrlich beknackte deutsche Synchro setzt dem ganzen schließlich den Gipfel auf. Die hier gegebenen Zitate sind nur eine kleine Kostprobe dessen, was einem im Film erwartet. Doch Vorsicht! Nur in Deutschland darf es so gänzlich unzüchtig zugehen, im italienischen Original hat das Machwerk nicht nur einen deutlichen harmloseren Titel ( “Biancaneve & Co.”) sondern misst neben etlichen frivolen Dialogen sogar so manche Sexszene - so dass der Film in dieser Fassung stellenweise recht sprunghaft und auch unverständlich wirkt.
Das Label KNM hat die italienische Fassung in ordentlicher Qualität auf die DVD gepackt, die “Erotik-Fassung” liegt leider nur in extrem schlechter VHS Qualität vor - aber immerhin! Auch die Kurzfassung dürfte mit ihrem verschmutzten Bildtransfer qualitativ anspruchsvolle Menschen eher weniger zufrieden stellen - für eine Sexklamotte aus dem Jahre 1982 kann man das Bild aber noch als okay bezeichnen. Das gilt genauso für die deutsche Monotonspur (kein Originalton).
Fans niveauloser Unterhaltung dürfen also gerne zugreifen - aber auch wirklich nur die! Wer schon “Flesh Gordon” fürchterlich fand, wird “Schneefickchen und die Sex-Zipfelzwerge” wahrscheinlich hassen wie die Pest.
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