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Es wäre müßig darüber zu schreiben, wie “Star Trek” dieses Jahr das Kinopublikum im Sturm erobert hat. Es scheint so, als wäre der neue “Star Trek”-Film das, was “Batman Begins” für das “Batman”-Franchise war: ein triumphaler Neustart. Nur rangiert J.J. Abrams Film nicht auf “Batman Begins” Niveau (und das ist schon sehr hoch), sondern eher schon in “The Dark Knight” Sphären. Weniger kompliziert ausgedrückt: “Star Trek” ist Blockbuster Kino auf allerhöchstem Niveau, das atemberaubende Effekte bietet, sogleich aber ein Werk mit Herz und Seele ist.
Das fällt schon in den ersten Minuten auf, denn “Star Trek” braucht keine Anlaufzeit, sondern steigt direkt voll ins Geschehen ein. So werden wir gleichzeitig Zeuge von James T. Kirks Geburt und dem dramatischen und aussichtslosen Kampf gegen einen übermächtigen Feind. Im Folgenden schaltet der Film erstmal einen Gang zurück und nimmt sich Zeit, den Werdegang der beiden wichtigsten Charaktere zu zeigen: Kirk und Spock.
Mag man es anfangs noch kritisch betrachten, die Original “Star Trek”-Crew wieder einzuführen und sozusagen die Anfänge zu zeigen - nach wenigen Minuten sind diese Bedenken wie jedoch weggeblasen. Nicht nur passen die Darsteller optisch perfekt in ihre Rollen (besonders Karl Urban als “Pille”, bzw “Bones”!), sie wirken tatsächlich wie die “jugendlichen” Versionen der Originalcharaktere.
So darf Hitzkopf Kirk direkt als kleiner Junge ein Corvette C2 Cabriolet schrotten (wofür ich ihn hasse) und sich nach einem kurzen Flirt mit Uhura mit einigen Kadetten der Sternenflotte einen heftigen Kampf liefern - der ihn ordentlich lädiert hinterlässt. Die Fäuste lässt auch Spock sprechen, der unter den Beleidigungen durch “reinblütige” Vulkanier zu leiden hat - und wegen der Liebe zu seiner menschlichen Mutter sich für ein für ein Leben weit entfernt von seinem Heimatplaneten entscheidet.
Auf dem Weg zum großen Finale lernen wir natürlich auch die anderen bekannten Figuren kennen. So bringt Zoe Saldaña als Uhura eine gewaltige Portion Sex in den Film, während der großartige Simon Pegg als Montgomery Scott (und sein kleinwüchsiger Begleiter) für die Lacher sorgt - selbstverständlich mit schottischem Akzent. Eine starke Dialektfärbung macht auch dem Russen Pavel Chekov zu schaffen und Sulu darf seinen ersten Einsatz gleich mal ordentlich versemmeln.
So entsteht tatsächlich ein ähnliches Feeling, wie es damals herrschte, als noch William Shatner Captain Kirk war. “Star Trek” ist kein durchgehend bierernster Film und die Gags sitzen.
Trotzdem dreht sich natürlich alles um den hochdramatischen Konflikt zwischen der Sternenflotte und dem verbitterten Romulaner Nero, der sich für die Zerstörung seines Heimatplaneten grausam rächen will (und auch wird). Um den neuen Film in den bestehenden “Star Trek” Kanon einzufügen, hat man sich aus der Trickkiste bedient: wie genau sich die Story um ein schwarzes Loch, Paralleluniversen und eine Zeitreise entwickelt, sollte an dieser Stelle besser verschwiegen werden. Auf jeden Fall ermöglicht es, dass neben dem jungen auch der alte Spock eine Rolle spielt - und tatsächlich wird letzterer von Veteran Leonard Nimoy gespielt, was nicht nur für knallharte Trekkies ein absolutes Highlight darstellen dürfte. Nimoy spielt auch keineswegs einen untergeordneten Part, sondern hat eine wichtige Funktion im Film. Die Mutter des jungen Spock wird übrigens von niemand geringeren als Winona Ryder verkörpert. Vor wenigen Jahren noch Jungstar wie z.B. in “Alien: Resurrection”, heute schon altehrwürdige Dame - so schnell geht das in Hollywood. Im Film ist ihr Schicksal, so wie das von Milliarden Vulkanier ungewiss.
So steuert alles auf ein atemberaubendes Finale zu und als am Schluss dann die magischen Einleitungsworte der Originalserie und dazu dann noch das klassische “Star Trek”-Thema erklingen, läuft einem glatt ein angenehmer Schauer den Rücken runter. Was man da gesehen hat, ist ein großartige Huldigung an die alten Tage - und gleichzeitig auch ein hoffnungsvoller Neustart. Der nächste Teil steht schon in den Startlöchern und wenn es nach mir geht (und ich bin da wohl nicht alleine), darf gerne eine ganz Serie neuer “Star Trek”-Filme folgen.
Zu erwähnen, dass man bei einem derartigen Knaller DVD technisch die volle Bandbreite liefert, dürfte überflüssig sein zu erwähnen. Ebenso, dass das Bild im Format 2,40:1 ebenso perfekt ist wie der Ton (Deutsch, Englisch, Türkisch jeweils in 5.1 Dolby Digital). Die Single Disc Edition bietet darüber hinaus noch eine Gag Reel, die Featurette “Eine neue Vision” und einen Audio-Kommentar. Noch reichlich mehr gibt es in der 2-Disc-Edition, die exklusiv im Steelbook bei der Drogerie Müller erhältlich ist. Und für Bastelkinder (das Teil ist nämlich nicht zusammengebaut) gibt es noch die Enterprise Collector’s Edition mit der USS Enterprise als Modell. Die 2-Disc und Collector’s Edition gibt es jeweils auch als Blu-Ray.
So kann jeder zum Medium seiner Wahl greifen und dass sollte man als “Star Trek”-Fan im speziellen und Science Fiction Fan im allgemeinen auch tun. Ich bin jedoch der Meinung: selbst wer nicht zu dieser Gruppe gehört, sollte hier definitiv mal einen Blick riskieren. “Star Trek” ist nicht nur der kommerziell erfolgreichste, sondern auch einer der besten Filme zum Thema“Star Trek” - wenn nicht sogar einer der besten Blockbuster überhaupt, die das Kino in den letzten Jahren gesehen hat.
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