Review: Shanghai

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DE Shanghai
OT: USA Shanghai
AT: BRAS Conspiração Xang AT: CHINA Die Hai fengyun AT: UNG Sanghaj
AT: GK Sangai - I poli ton kataskopon AT: TURK Sangay    

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Genre
p Drama | Mystery | Romanze
Land
p USA   CHINA
Jahr
p  2010
Links
p USA Externer Link www.imdb.com
p DE Externer Link www.ofdb.de
p DE Externer Link Wikipedia
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Buddy P Autor: Udo Rotenberg

P 29. Januar 2012

Regie:
p Mikael Håfström
Drehbuch:
p Hossein Amini (Drehbuch)
Musik:
p Klaus Badelt
Kamera:
p Benoît Delhomme
Schnitt:
p Peter Boyle
p Kevin Tent
Produzenten:
p Donna Gigliotti (Producer)
p Mike Medavoy (Producer)
p Barry Mendel (Producer)
p Jake Myers (Producer)
p Kelly Dennis (Co-Producer)
p Arnold Messer (Executive Producer)
p Steven Squillante (Executive Producer)
p David Thwaites (Executive Producer)
p Bob Weinstein (Executive Producer)
p Harvey Weinstein (Executive Producer)
p David U. Lee (Co-Executive Producer)
p Chris Lowenstein (Line Producer)
 
Darsteller:
p John Cusack - Paul Soames
p Gong Li - Anna Lan-Ting
p Chow Yun-Fat - Anthony Lan-Ting
p David Morse - Richard Astor
p Ken Watanabe - Tanaka
p Franka Potente - Leni
p Jeffrey Dean Morgan - Conner
p Hugh Bonneville - Ben Sanger
p Yuan On - Yuan
p Hon Ping Tang - Chen
p Benedict Wong - Juso Kita
p Christopher Buchholz - Karl
p Ronan Vibert - Mikey
p Nicholas Rowe - Ralph
p Michael Culkin - Billy
p Wolf Kahler - deutscher Konsul
p Valentine Fillol-Cordier - franz. Taxi Tänzer
p Kowit Wattanakul - Junk Captain
p Osamu Yoshida - Japaner
 

ACHTUNG: Das Review könnte Spoiler beinhalten !!!

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Nach der internationalen Produktion von 2009 Movie “John Rabe” über das japanische Massaker in Nanking im Jahr 1937, entstand nur ein Jahr später, wieder unter chinesischer Beteiligung, der Film Movie “Shanghai” über die Situation in der Hafenstadt im Jahr 1941, kurz vor dem Eintritt der USA in den 2.Weltkrieg. Die Bilder vom Landungssteg, an dem der große Ozeandampfer festmacht, als Paul Soames (John Cusack) die Stadt betritt, ähneln sich in beiden Filmen, Gong Li als Anna erwähnt die Angst vor einem weiteren Massaker und auch die Japaner bedrohen hier wieder die letzten Rückzuggebiete der chinesischen Bürger und der anderen Nationen.

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Abgesehen davon, das beide Ereignisse Teil der japanischen Besetzung Chinas waren, war die sonstige Situation in den Städten grundverschieden. Shanghai als größte Hafenstadt Chinas und Wirtschaftsmetropole beherbergte schon seit Jahrzehnten die Nationen der Welt, von denen die wichtigsten eigene Territorien hatten, teilweise mit eigener Rechtssprechung und eigener Polizei. Als Soames dort ankommt, um bei einer US-amerikanischen Zeitung zu arbeiten, erwähnt er, dass man in Shanghai die ganze Welt besuchen kann. Dieser Zustand bestand noch im Oktober 1941, da die japanische Armee die Gebiete der nichtchinesischen Nationen noch unbesetzt ließ. Trotz dieses besonderen Flairs, den Shanghai umwehte, und den der Film in prächtigen Bildern zu vermitteln versucht, kämpft Movie “Shanghai” mit einem ähnlichen Problem wie Movie “John Rabe” - die damaligen Umstände sind nur wenigen Betrachtern des Films bekannt.

Wäre die Geschichte vom amerikanischen Spion, der den ansässigen Gangsterboss Anthony Lan-Ting (Chow Yun-Fat) kennenlernt, der mit dem Anführer der Besatzungsmacht Tanaka (Ken Watanabe) gemeinsame Sache macht, um ungestört seinen Geschäften nachzugehen, und sich in dessen Frau Anna (Gong Li) verliebt, die dagegen im Widerstand kämpft, in einer wenigen komplexen Umgebung angesiedelt worden, hätte Movie “Shanghai” vielleicht mehr Zeit für die Ausgestaltung seiner Charaktere gehabt. So spürt man ständig den Willen der Macher, möglichst viele Informationen mit andeuten zu müssen, obwohl sie die Dynamik der eigentlichen Story bremsen.

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Da ist beispielhaft die Rolle der Deutschen, die natürlich auch über eine eigene Enklave in Shanghai verfügten. Deren Funktion liegt eigentlich nur darin, das Soames auf einem Empfang in der deutschen Botschaft das Paar Anthony und Anna kennenlernt, aber der Film spinnt darum Soames Vergangenheit in Berlin, eine Beziehung mit der Deutschen Leni Müller (Franka Potente) und natürlich auch seine Nazi - unkritische Schreibweise als Journalist, um damit zu begründen, warum Soames überhaupt zu den Verbündeten Japans eingeladen wurde. Das ist zwar verständlich, bleibt aber gezwungenermaßen oberflächlich, da allein diese Konstellation für einen kompletten Film gereicht hätte.

Aus diesem Grund entstehen seltsam unfertige, hilflos wirkende Szenen, wie der kurze Moment, als Soames´ Chefredakteur ihn wegen seiner nationalistischen Schreibweise zwar zu sich zitiert, ihn dann aber nur kurz rügt und ihn bittet, eher unwichtige Themen zu behandeln. Damit wollten sich die Amerikaner wahrscheinlich um die Frage stehlen, wieso überhaupt ein Journalist, von dem natürlich Keiner wusste, dass es sich in Wirklichkeit um einen Agenten handelt, mit dieser Sichtweise dort beschäftigt wurde. Insgesamt bleibt die gesamte Tätigkeit als Journalist unglaubwürdig, wie auch die Affäre mit der verheirateten Leni Müller, die ohne Emotionen auskommen muss, da der Film schließlich auf seine Liebe zu Anna fokussiert ist. Als Leni Müller ihn dabei ertappt, wie er nach einer gemeinsamen Nacht heimlich Fotografien von deutschem Geheimmaterial macht, dreht sie sich nur wortlos um und geht wieder, während er seelenruhig weiter fotografiert - wirklich von Bedeutung ist es eben nicht.

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Soames müsste als Wanderer zwischen den unterschiedlichen Welten, als Jemand, der Ideen nach außen äußert, die er in seinem Inneren verabscheut, als ein Mann, der Liebe vorgaukelt, die er gegenüber einer anderen Frau tief empfindet und der verzweifelt unter Lebensgefahr versucht, den Mord an seinem besten Freund aufzuklären, obwohl das kaum Nutzen für den Geheimdienst hat, eine zwischen Zynismus und Idealismus zerrissene Persönlichkeit sein, aber John Cusack wirkt in Movie “Shanghai” nur glatt und ohne Charisma, fast verzweifelt von einer Szene zur anderen springend, ohne dabei dem Betrachter näher zu kommen. Die sonstigen Darsteller haben es leichter, da sie nur auf eine Persönlichkeit festgelegt sind, aber auch sie müssen gegen ein Drehbuch ankämpfen, dass innerhalb von 100 Minuten nicht nur einen Mord aufklären und eine komplizierte Liebesgeschichte schildern will, sondern gleich eine ganze Weltstadt inmitten schwierigster politischer Verhältnisse wieder in Erinnerung bringen möchte. Selbst die schönen Bilder werden angesichts dieser Herkulesaufgabe zur Staffage.

Man ahnt hinter dieser zwar unterhaltenden, aber durch die fehlende Identifikation mit den Protagonisten wenig mitreißenden Geschichte die verborgene Faszination Shanghais. Aber wenn ein Film wie Movie “Shanghai” einen Verdienst hat - ähnlich wie schon Movie “John Rabe” - dann den, dass es wert ist, sich mit den damaligen Ereignissen einmal wirklich zu beschäftigen.

Die DVD bzw. Blu-ray von Senator Home Entertainment verfügt noch über Interviews mit einigen Darstellern und den Produzenten, aus denen immer wieder heraus zu hören ist, wie komplex und tiefgründig die Story ist, welche Mühe dahinter stand, diese Phase in Shanghai wieder zum Leben zu erwecken. Vielleicht war der Film auch ursprünglich auf eine längere Laufzeit angelegt, denn Franka Potentes Gedanken über ihre Rolle sind deutlich umfassender, als im Film sichtbar wird. Letztlich bestätigen die Interviews den Eindruck, dass über den Anspruch die Dynamik einer gut erzählten Story verloren ging.

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P Diese DVD wurde uns freundlicherweise von DE Senator Home Entertainment zur PicVerfügung gestellt! Vielen Dank!

Letztes Update: 29. Januar 2012 Back    Hoch

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