Review: Fantastic Planet

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USA Fantastic Planet
OT: FRANZ La Planète sauvage
AT: DE Der phantastische Planet AT: Tschechien Divoká planeta
AT: DE Der wilde Planet AT: Dummy Planet of Incredible Creatures
AT: Dummy The Savage Planet      

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Genre
p Animation | Sci-fiction
Land
p Frankreich  Tschechien
Jahr
p  1973
Links
p USA Externer Link www.imdb.com
p DE Externer Link www.ofdb.de
p DE Externer Link Wikipedia
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flacmurry P Autor: Ex  flacmurry

P 12. August

Regie
p René Laloux
drehbuch
p Stefan Wul (Roman)
p Steve Hayes (Drehbuch)
p René Laloux (Drehbuch)
p Roland Topor (Drehbuch)
Musik
p Alain Goraguer
Kamera
p Boris Baromykin
p Lubomir Rejthar
Schnitt
p Hélène Arnal
p Marta Látalová
p Dick Elliott (engl. Version)
p Rich Harrison (engl. Version)
Produktion
p Roger Corman (Producer)
p S. Damiani (Producer)
p Anatole Dauman (Producer)
p A. Valio-Cavaglione (Producer)
 
Darsteller
p Jennifer Drake - (Voice)
p Sylvie Lenoir - (Voice)
p Jean Topart - (Voice)
p Jean Valmont - (Voice)
p Cynthia Adler - (Voice)
p Barry Bostwick - (Voice)
p Hubert de Lapparent - (Voice)
p Mark Gruner - (Voice)
p Nora Heflin - (Voice)
p Marvin Miller - (Voice)
p Monika Ramirez - (Voice)
p Hal Smith - (Voice)

ACHTUNG: Das Review könnte Spoiler beinhalten !!!

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Eine sehr leicht bekleidete junge Frau läuft mit einem Säugling auf dem Arm keuchend um ihr Leben. Ständig schaut sie mit angstverzerrtem Gesicht nach hinten. Etwas verfolgt sie. Wodurch nur wird diese Frau so in Angst versetzt? Der hilflose Zuschauer kann nichts erkennen. Sie flieht an bizarren dornenartigen Bäumen vorbei, stolpert über eine Wurzel und rafft sich schnell wieder auf. Wieder dieser ängstliche Blick zurück.

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Nun läuft das arme Ding einen Hügel empor und bleibt erschrocken vor einer Art “göttlichen” blauen Hand stehen, die direkt aus dem Himmel zu kommen scheint. Die blaue Hand “schnippst” die Frau einfach weg. Sie purzelt den Hügel hinab und versucht dabei ihr Kind zu schützen. Irgendwie muss sie doch an dieser verdammten Hand vorbeikommen! Sie versucht es noch einmal. Diesmal jedoch etwas vorsichtiger. Wieder wird sie einfach weggeschnipst. Blankes Entsetzen macht sich in ihrem Gesicht breit.
Die hilflose Dame flieht wieder in die andere Richtung. Auf einmal landet vor ihr eine riesige Frucht, die ihr den Weg versperrt. Sie versucht um die Frucht herumzulaufen. Doch der Weg wird ihr durch weitere Früchte versperrt. Verzweifelt schaut sie nach oben. Wie aus dem Nichts landet knapp an ihr vorbei ein riesiger Pfeil. Der einzige Ausweg ist der Weg zurück zum Hügel.
Sie läuft los. Vielleicht kann sie es schaffen. Rings um die Frau herum “prasseln” weitere Pfeile herab und verfehlen die Dame nur haarscharf. Sie wird zusehends erschöpfter und schleppt sich schließlich auf Knien, den Säugling schützend, den Hügel hinauf. Wieder kommt die Hand von oben. Erschrocken lässt die Frau ihr Kind fallen. Sie wird von der Hand hochgehoben. Das Baby blickt ihr hinterher. Zappelnd wird sie von zwei Fingern festgehalten und dann einfach losgelassen. Sie landet äußerst hart und blickt mit letzter Kraft nochmal ihr Kind an. Dann erschlafft ihr Körper.

So beginnt der Film, von dem ich euch diesmal berichte: Movie “La Planète Sauvage” a.k.a. “Fantastic Planet”. Es handelt sich um einen wahrlich phantastisch animierten Science-Fiction Film, der im Jahre 1972 als Französisch / Tschechische Co-Produktion unter der Regie von René Laloux produziert wurde. Ich garantiere euch, dass es sich hierbei wieder um ein echtes Highlight handelt!

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Der Planet Ygam, der Schauplatz der Geschichte, wird von den Traags bewohnt. Zumindest sind die Traags, jene riesigen blauen Geschöpfe mit ihren großen roten Augen, in der dortigen Nahrungskette ganz oben und haben nicht viel zu fürchten. In erster Linie verbringen die Traags Ihre Zeit damit zu meditieren und auf diese Weise ihre Seelen, in seifenblasenartigen Kugeln über den Planeten schweben zu lassen.
Außer der hochtechnologisierten Gattung Traag existieren aber auch noch viele weitere skurrile Arten auf Ygam. Unter anderem gibt es noch die “Blob-Blob-Mörder”, die “Weber” oder die einsamen “Vierbeiner”. Ich möchte nun aber auf die wesentlich kleineren und somit auch weitaus verletzlicheren Menschen (Oms) zu sprechen kommen (Das Wort “Om” leitet sich aus dem französischen Wort “Homme” ab). Die Oms, die ein viel kürzeres Leben als die Traags haben, sich dafür aber viel schneller vermehren können, zerstörten in grauer Vorzeit eigenhändig ihren Planeten. Einige von ihnen haben es jedoch geschafft auf den Planeten Ygam zu flüchten. Dort leben die Oms entweder wie die Steinzeitmenschen in der Wildnis oder sie sind von den Traags domestiziert worden und werden von den Traag-Kindern wie Spielzeuge benutzt. Somit wären wir wieder zurück beim Intro.
Die ganzen Qualen, die die gute Frau erleiden musste wurden durch ein paar spielende Traag-Kinder verursacht. Glücklicherweise(?) muss das Baby nicht auch noch “dran glauben”, sondern wird unverhofft von dem Traag-Mädchen Tiwa und ihrem Vater gerettet. Tiwa nimmt den kleinen Om mit zu sich nach Hause und nennt ihn von nun an Terr. Allerdings erweist sich Terr als ein sehr aufsässiger kleiner Om und nutzt jede sich ihm bietende Gelegenheit für Fluchtversuche. Tiwas Vater stellt fest, dass “das Tier diszipliniert werden muss”, sonst bekommt sie “es” abgenommen. Damit Terr nicht mehr fliehen kann, bekommt er nun eine Art Magnethalsband umgelegt. Sollte er verschwunden sein muss Tiwa nur einen kleinen Hebel an ihrem Handgelenk umstellen und Terr wird zu ihr zurückgezogen.
Die Traags nutzen für ihre Studien “Headphones”, durch die sie ihr Wissen direkt in den Kopf gespielt bekommen. Dadurch, dass Tiwa Terr immer bei sich dabei hat, ist er in der Lage, das Wissen der Traags mitzulernen. Eines Tages gelingt Terr mitsamt einem der Headphones die Flucht. Er schafft es, sich von dem Magnethalsband zu befreien und trifft schon bald auf einen Haufen wilder Oms. Durch sein überaus großes Traag-Wissen gelingt es Terr, eine hohe Stellung bei den wilden Oms einzunehmen und sich gegen seine Rivalen zu behaupten.
Werden die Oms es mit Terrs Hilfe schaffen, einen Aufstand gegen die Traags zu führen um sich ihren ständigen Übergriffen (Deshominisation) zur Wehr zu setzen?

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Movie “La Planète Sauvage” ist einfach ein Film zum träumen und davonfliegen. René Laloux schuf in enger Zusammenarbeit mit Roland Topur mit diesem Film ein wahres Meisterwerk unter den Trickfilmen, das nicht umsonst 1973 mit dem “Special Price” der Jury in Cannes beehrt wurde (was auf dem Cover der DVD auch nicht zu überlesen ist).
Dieser Film ist meiner Meinung nach nur schwer mit “herkömmlichen” Trickfilmen zu vergleichen, da er vollkommen anders hergestellt wurde. Der Beste Vergleich sind in der Tat vielleicht noch die Trickfilme von Terry Gilliam in den Monty Pythons Filmen. Also in einen festen Hintergrund Hereingeschnittene Figuren mit sehr minimalen Bewegungen. Allerdings wirkt dies in Movie “La Planète Sauvage” viel lebendiger und diese Technik stört den Betrachter zu keiner Zeit, da man so schön in die Handlung hereingezogen wird. Mein einziger Kritikpunkt an Movie “Fantastic Planet” ist, dass einige Szenen im Film sehr abgehakt wirken und dass er mit etwas mehr als 70 Minuten ein wenig zu kurz auffällt.

So richtig toll wird der Film erst durch den grandiosen Soundtrack von Alain Goraguer, welcher bereits über 20 Film-Scores geschaffen hat (u.a. auch den Soundtrack für Jaques Deray’s Film Movie “The Man From Marrakesh”. Ich habe mit dem Review extra noch gewartet bis diese UK Soundtrack CD bei mir eintraf.
Wenn ihr auf dieser Seite etwas runterscrollt, solltet ihr noch einige Audio-Samples finden. Meiner Meinung nach ist dieser “jazzig-rockige” Soundtrack von Movie “La Planète Sauvage” einer der aller Besten Film-Soundtracks, die ich je gehört habe. Die Filmszene “am großen Baum”, in der Terr nachts aufwacht und bei Vollmond das Fortpflanzungsritual der Oms beobachten kann, wird von einer derart anmutigen Musik untermalt, dass es dem Betrachter unmöglich wird, sich der Intensität dieser Szene zu entziehen. Wenn dann das Saxophon einsetzt, spürt man wahrhaftig eine Gänsehaut, die sich von den Füßen über den Rücken zum Nacken hin ausbreitet. Das ist ganz großes Kino!

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Zum Schluss möchte ich zur DVD übergehen. Ich habe mir über ebay, für umgerechnet € 14,46 incl. Versand, die amerikanische Fantastic Planet (Anchor Bay) DVD gekauft und bequem via PayPal bezahlt. Die DVD hat wahlweise eine französische oder englische Audiospur und verfügt über einen nicht ausblendbaren englischen Untertitel.
Movie “La Planète Sauvage” war der erste “richtige” Film von René Laloux. Seine drei vorherigen Kurzfilme Movie “Les Dents Du Singe” (1960), Movie “Les Temps Morts” (1964) und Movie Les Escargots” (1965) sind als Bonus-Material auf dieser DVD erhalten.
Später sollte er nochmal zusammen mit Moebius mit dem Zeichentrickfilm Movie “Herrscher der Zeit” (1982) für aufsehen sorgen. Vielleicht dürfte Laloux ja von da her schon jemandem ein Begriff sein. Als weitere Extras gibt es noch einen Trailer und vier Seiten schriftliche Infos rund um den Film.

Auf den Film Movie “La Planète Sauvage” bin ich durch ein tolles Review auf der Seite DE Mitternachtskino.de aufmerksam geworden. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr euch das ja auch noch durchlesen. Ein weiteres Klasse Review findet ihr auf DE fm-shabba.de. Allerdings sind dort sehr viele Spoiler enthalten.

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Letztes Update: 4. Februar 2006 Back    Hoch

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