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In einer phantastisch anmutenden Parallelwelt, in der die Menschen ihre Seele in Form eines Dæmon - einem kleinen wandelbarem Tier - lebenslang an ihrer Seite haben, lebt Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards). Das rebellische 12-jährige Waisenkind wird stets von ihrem Dæmon Pantalaimon, kurz Pan genannt, begleitet. Nur der Dæmon eines Kindes kann seine Gestalt unbegrenzt ändern und sich dabei in sämtliche Tierformen verwandeln. Mit dem Älterwerden legt sich der Begleiter aber auf eine einzige Gestalt fest, die dem Charakter und Wesen des jeweiligen Menschen entspricht.
In Lyras Welt hat das alles beherrschende Magisterium das Sagen und unterjocht die Bevölkerung - im Zuge dunkler Machenschaften werden dabei zahlreiche Kinder von den geheimnisvollen Gobblern gekidnappt. Auch die Kinder des Seefahrer-Volkes der Gypter, einer Art Zigeunervolk die auf Schiffen, Hausbooten und Kähnen die Gewässer rund um London bewohnen, werden entführt. Gerüchten zufolge sollen die Kinder in ein geheimes Forschungslabor im Norden verschleppt worden sein.
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Mrs. Coulter (Nicole Kidman) und Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards) |
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Als eines Tages Lyras bester Freund Roger (Ben Walker) verschwindet, schwört sie ihn zu retten - und wenn sie bis ans Ende der Welt gehen muss. Zur gleichen Zeit macht sich Lyras seltsamer Onkel, der Forscher Lord Asriel (Daniel Craig), auf um ein kosmisches Phänomen, “Staub” genannt, zu erforschen, dessen Ursprung er in den Sphären des Nordlichts über dem eisigen Polarkreis vermutet.
Lyra will ihren Onkel unbedingt begleiten, jedoch lehnt dieser kategorisch ab. Doch Lyra bekommt eine zweite Chance, als die Wissenschaftlerin Mrs. Coulter (Nicole Kidman) das Jordan College in Oxford besucht. Die attraktive Forscherin und Weltreisende zaubert das Mädchen aus ihrer bisherigen Umgebung fort und lockt sie nach London.
Doch bevor Lyra das College verlässt, erhält sie das Alethiometer, ein seltsames und uraltes Instrument, das seiner auserwählten Besitzerin wahrsagen kann, insofern sie herausbekommt wie man es richtig benutzt. Lyras Bewunderung für Mrs. Coulter verfliegt ganz schnell, als das Mädchen entdeckt, dass sie es auf das Alethiometer - dem goldenen Kompass - abgesehen hat und ihre “General-Oblations-Behörde” hinter den Gobblern stecken. Also flieht das Mädchen gemeinsam mit Pan und begibt sich selbst auf die Suche nach Roger.
Unerwartete Hilfe bekommen die beiden von den gyptischen Seefahrern, der geheimnisvollen Hexe Serafina Pekkala (Eva Green), dem texanischen Ballonfahrer Lee Scoresby (Sam Elliott) und von Iorek Byrnison, einem riesigen gepanzertem Eisbären, der mit Lyras Hilfe seine Rüstung, seine Würde und seine Stellung als König über die Panserbjørne zurückgewinnt. Ihre Abenteuer führen sie über Meere und durch den Himmel bis in die Wildnis des eisigen Nordens, wo sie die Geheimnisse der menschlichen Seele ergründen…
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| Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards) |
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Nachdem New Line Cinema und Warner Bros. Pictures Weihnachten 2001, 2002 und auch 2003 mit Peter Jackson´s wunderbarer “Herr der Ringe”-Trilogie für volle Kinosäle sorgten, kommt in diesem Jahr pünktlich zur Vorweihnachtszeit der Film “Der Goldene Kompass” in die deutschen Kinos. Das spannende Fantasy-Abenteuer basiert auf dem gleichnamigen Weltbestseller des britischen Autors Philip Pullman und ist der erste Teil einer Trilogie, die unter dem Namen “His Dark Materials” bekannt ist. Teil zwei “The Subtle Knife” (dt. “Das magische Messer”) und Teil drei “The Amber Spyglass” (dt. “Das Bernstein-Teleskop”) sind schon so gut wie geplant und werden sicher im Abstand von einem Jahr in die Kinos kommen.
“Der Goldene Kompass” markiert, mit einem geschätzten Budget von 150. Mio $, im Übrigen den bislang teuersten Film, den New Line Cinema produziert hat - im Vergleich “Herr der Ringe: Die Gefährten” (2001) hatte laut der IMDb ein Budget von ´nur´ 93 Mio $.
Philip Pullman, der 1946 im britischen Norwich geboren wurde und in Oxford Englisch studierte, veröffentlichte 1982 mit “Graf Karlstein” sein erstes Kinderbuch. Vier Jahre später kam mit “Der Rubin im Rauch” der erste von insgesamt vier Büchern um die viktorianische Abenteuerin Sally Lockhart in den Buchhandel.
1995 folgte mit “Der Goldene Kompass” der erste Teil seiner “His Dark Materials”-Trilogie. Es folgten 1997 “Das magische Messer” und 2000 “Das Bernstein Teleskop”. Diese Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet unter anderem mit dem Whitbread-Award, der damals erstmals an ein Kinderbuch vergeben wurde. Mittlerweile hat seine Trilogie eine weltweite Auflage von 14 Millionen Exemplaren erreicht. Derzeit arbeitet der Autor an einer Fortsetzung, die unter dem Titel “The Book of Dust” veröffentlicht werden soll.
Pullmans “His Dark Materials”-Trilogie, deren Name er aus John Miltons “Paradise Lost” entnahm und das für ihn auch eine große Inspirationsquelle war, sorgte schon damals nach Erscheinen wegen seiner kirchenkritischen Inhalte für große Kontroversen. Der Autor hatte mehrfach betont, dass seine Trilogie einen Gegenentwurf zu C.S. Lewis´ “Die Chroniken von Narnia” darstelle und wurde daraufhin von christlichen Verbänden heftig kritisiert. Im Oktober 2007 rief die Catholic League der Vereinigten Staaten auch zu einem Boykott des Films auf.
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| Lee Scoresby (Sam Elliot) |
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Nachdem sich New Line Cinema schon im Februar 2002 die Rechte an der Verfilmung sichern konnte, zeigten sich sowohl Brett Ratner als auch Sam Mendes an dem Part des Regisseurs interessiert. Im Juli 2003 begann Tom Stoppard (u.a. “Brazil” (1985)) mit dem Schreiben des Drehbuchs. Chris Weitz - der wie Pullman ebenfalls an den Universitäten von Oxford und Cambridge studiert hatte - las das erste Buch aus Pullmans beliebter und preisgekrönter Trilogie während der Dreharbeiten zu seinem Film “About a Boy” (2002) und war sofort Feuer und Flamme. In einem ca. 40-seitigen Manifest, in dem er sein Filmkonzept darlegte, bewarb er sich bei New Line Cinema für den Posten des Regisseurs und bekam den Zuschlag.
Weitz lehnte aber Stoppards mittlerweile fertiggestelltes Skript ab und begann mit seiner eigenen Adaption, bei der er sich stilistisch von Kubrick´s “Barry Lyndon” (1975) und Georg Lucas´ “Star Wars” inspirieren lies. 2004 lud ihn Peter Jackson ans Filmset von “King Kong” ein um ihm einen Einblick in die Produktion eines Blockbusters zu verschaffen. Dennoch verließ Weitz das Projekt, da er sich den hohen Anforderungen nicht gewachsen fühlte.
Im August 2005 stand plötzlich, der aus Thailand stammende und in England arbeitende, Regisseur Anand Tucker als Nachfolger fest. Obwohl er ein großer Fan von Pullmans Trilogie ist, schmiss er im Mai 2006 wegen “unterschiedlicher Auffassungen” das Handtuch. Da Chris Weitz, auf dessen Drehbuch der Film ja nach wie vor aufbauen sollte, eine Realisierung des Films ohne seine Mitwirkung gefährdet sah, übernahm er letztendlich doch den Part des Regisseurs.
Die Dreharbeiten begannen im September 2006 und endeten im Januar 2007. Gedreht wurde dabei unter anderem in Oxford (England), Bergen + Svalbard (Norwegen) und im Schweizer Grindelwald.
Chris Weitz, der 1969 in New York geboren wurde, schrieb 1998 gemeinsam mit seinem Bruder Paul Weitz das Drehbuch für den Trickfilm “Antz” aus dem Hause DreamWorks SKG. Ein Jahr später drehten beide gemeinsam die Teenie-Komödie “American Pie”. Nach dem Drehbuch zu “Familie Klumps und der verrückte Professor” (2000) - das sie wiederum gemeinsam schrieben - folgte von dem Duo 2002 die preisgekrönte Tragik-Komödie “About a Boy oder: Der Tag der toten Ente” mit Hugh Grant in der Hauptrolle. Der Film wurde für zahlreiche Preise, darunter auch den Oscar für das beste Drehbuch, nominiert.
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Dakota Blue Richards + Daniel Craig im Gespräch mit Regisseur Chris Weitz |
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Um den Part der dickköpfigen und frühreifen Lyra Belacqua perfekt zu besetzen, schauten sich die Casting-Leute Fiona Weir und Lucy Bevan in ganz Großbritannien um. Insgesamt wurden dabei in mehreren Städten über 10.000 junge Schauspielerinnen getestet. Die damals 12-jährige Dakota Blue Richards hob sich eindeutig von den anderen ab, obwohl sie vorher noch nie in einem Film mitgespielt hatte, bekam sie prompt die Rolle.
An ihrer Seite agieren unter anderem noch die australische Darstellerin Nicole Kidman und der Brite und neue James Bond Darsteller Daniel Craig - beide arbeiteten hier nach “The Invasion” zum zweiten Mal zusammen. In den weiteren Rollen sind unter anderem noch Eva Green - die 2006 an der Seite von Daniel Craig in “Casino Royale” das Bond-Girl spielte - und Sam Elliot (u.a. “Ghost Rider”) zu sehen.
Eine prominente Besetzung gibt’s auch in den Sprechrollen, so spricht zum Beispiel Ian McKellen (u.a. “Herr der Ringe”-Trilogie) im Original den Part des Eisbären Iorek Byrnison und Freddie Highmore (u.a. “Charlie und die Schokoladenfabrik”) spricht die Rolle von Lyras Dæmon Pantalaimon.
Warner Bros. brachte “Der Goldene Kompass” am 6. Dezember 2007 in die deutschen Kinos. Ich hatte genau eine Woche vorher die Möglichkeit mir diesen tollen Fantasy-Streifen in aller Ruhe bei einer Pressevorführung im Stuttgarter Metropol anzusehen. Da ich die Trilogie bislang noch nicht gelesen habe, kann ich keinen direkten Vergleich zwischen Film und Buch anbringen. Dem Presseheft zufolge arbeitete Autor Philip Pullman aber sehr eng mit dem Regisseur und Drehbuchautor Chris Weitz zusammen. Laut Wikipedia gibt es natürlich einige Unterschiede, so endet der Film zum Beispiel vor der Befreiung von Lord Asriel, um einen besseren Cliffhanger für den zweiten Teil zu haben.
Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen, denn er bietet eine spannende und mitreißende Story, eine tolle Hauptcharakterin und jede Menge atemberaubende Computertricks, die Ihresgleichen suchen. Auch wenn heute jeder zweite Film aufwendige CGI-Effekte vorzuweisen hat, kann ich dem ganzen immer noch eine Menge abgewinnen und erfreue mich daran jedesmal aufs Neue. Gerade die Tierverwandlungsszenen oder die Szenen mit den Panzereisbären sind einfach grandios.
Trotz der Präsenz so bekannter Darsteller wie Daniel Craig und Nicole Kidman ist für mich die junge Dakota Blue Richards der eigentliche Star des Films und stellt die beiden zweifelsohne in den Schatten.
Wer zum Beispiel “Die Chroniken von Narnia” zu kitschig fand und gerne etwas düstere Kost mag, der sollte sich “Der Goldene Kompass” auf keinen Fall im Kino entgehen lassen. Ich für meinen Teil freue mich schon ganz arg auf die Fortsetzung und hoffe, dass das Team dann wieder komplett mit an Bord ist.
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