|
Kyun-Woo ist ein typischer koreanischer Student, der sich mehr schlecht als recht durch sein Studium schlängelt. Anstatt sich - wie von seinen Eltern gewünscht - sich mit seiner Tante zu treffen oder um seine Lernerfolge zu kümmern, hängt er lieber mit seinen Freunden in Lokalen herum.
Eines Abends trifft er in einer U-Bahn-Station zufällig auf ein betrunkenes Mädchen, welches beinahe von einem herannahenden Zug erfasst wird, jedoch im letzten Moment von ihm gerettet wird. Sie ist zwar genau “sein Typ”, doch betrunkene Frauen findet Kyun-Woo einfach abstoßend.
Als das Mädchen während der Fahrt ihr Abendessen auf das Toupet eines Fahrgastes platziert, kurz bevor sie zusammenbricht ihn noch als ihren Schatz bezeichnet und er von den Fahrgästen für alles verantwortlich gemacht wird, bleibt dem herzensguten Kyun-Woo nichts anderes übrig, als sich um das Sturzbetrunkene Mädchen zu kümmern.
Huckepack schleppt er die Gute in das nächste Motel. Als er am nächsten Morgen dann auch noch von zwei Polizistinnen in einer verfänglichen Situation erwischt wird und erstmal ein paar Stunden hinter Gitter wandert, weiß er, dass er sich mit seiner neuen Freundin auch ordentlich anderweitige Probleme eingehandelt hat…
“My Sassy Girl” heißt übersetzt ungefähr soviel wie “mein keckes, freches Mädchen” und wer den Film bereits gesehen hat weiß, dass dieser Titel noch die pure Unterteilung ist.
Denn das Mädchen, dessen Name kein einziges Mal im Laufe des Filmes erwähnt wird, ist leider etwas durchgeknallt, hat längst die Telefonnummer von Kyun-Woo und will nun wissen, was letzte Nacht passiert ist. Forsch fordert sie Kyun-Woo zu einem Treffen, doch auch dieser Abend endet anders als erwartet und ist erst der Auftakt für zahlreiche Verwicklungen, Verwirrungen und amüsanten Überraschungen.
Nicht nur dass sie prinzipiell ihren Willen - notfalls auch mit körperlicher Gewalt - durchsetzt, nein, bevorzugt mischt sie sich auch noch lautstark und vehement in anderer Leute Probleme ein und bringt Kyun-Woo so von einer peinlichen Situation in die Nächste.
Doch im Laufe der Zeit entdeckt er, dass das Mädchen mit ihrer forschen, ruppigen und bestimmten Art tiefen Kummer überspielt und so macht er es sich zu seiner Aufgabe, diesen Schmerz zu lindern. Die Nacht im Gefängnis bleibt nicht die Einzige und physisch sowie psychisch heißt es für die beiden Hauptdarsteller und dem Publikum noch so Einiges zu überstehen.
Hinlänglich-Bekannten Klischees zufolge sind ja asiatische Filme entweder derbe, Blutspritzende Action-Kracher oder feinsinnige Mystery-Grusler. Umso ungewöhnlicher ist, dass mit “My Sassy Girl” eine herzerfrischende und doch unkonventionelle Komödie geschafft hat, zu größeren Ehren zu kommen.
Was sich zugegeben in der kurzen Inhaltsangabe hier doch etwas konfus und seltsam anhört ist der Auftakt zu einer der wohl besten (romantischen) Komödien der letzten Jahre. Zugeschnitten auf ein eher jugendliches Publikum, versteht es “My Sassy Girl” den geneigten Zuseher über die doch etwas ungewöhnlich lange Laufzeit von 137 Minuten (in dem auf DVD erhältlichen Directors-Cut) bzw. der Kino-Fassung von 122 Minuten blendendst zu unterhalten, ohne dabei (weitgehenst) auf diese typische, amerikanische Fäkal-Schiene abzugleiten.
Auch auf ernstere Untertönen und berührende Momente wird nicht verzichtet und auf die Erwartungshaltung des Zusehers wird sowieso erst gar nicht Rücksicht genommen. Kunstvoll werden sämtliche Filmgenres wie Komödie, Drama, 20er-Jahre-Slapstik, Action und auch eine Prise Science-Fiction miteinander verwoben, wie es der westliche Zuseher wohl in der Form noch nicht vor die Linse bekommen hat.
|